Das Risiko Gottes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 04.04.2004 in Varna

 

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Gott ist Liebe! Diese erhabene Wahrheit durchzieht das ganze Dasein und verleiht den Bemühungen aller Hierarchiewesen einen Sinn, die auf die Erde mit Zuversicht hinunterschauen, während sie den höchsten Ausdruck Gottes suchen. Beinsa Douno sagte, dass „Christus der Gott ist, der sich der Welt eröffnet“. Es gibt für den Meister „keine vollständigere Manifestation der Liebe im Kosmos oder in den mystischen Tiefen der Seele als diejenige, die wir in Christo verkörpern.“ Heute sprechen die Menschen von einem „historischen“, „mystischen“ und „kosmischen“ Christus, doch Er ist in sich geschlossen und unteilbar. In einem gegebenen historischen Moment als der ideale Mensch auf der Erde manifestiert, trägt Er historischen Charakter. Innerlich erkannt, wird Christus „mystisch“, und wenn man Ihn als den in der Welt manifestierten Gott versteht und kennenlernt, wird Er „kosmisch“. In diesem Fall umfasst die physische Seite Christi die ganze in einem Leib vereinigte Menschheit. Alle Menschenseelen, in denen Christus lebt, die in einer Ganzheit vereint sind, bilden den physischen Aspekt Christi. Alle Engel, die im Herzen Christi versammelt sind, machen Seinen geistigen Aspekt aus. Und alle Wesen, die im Verstand Christi vereint sind, machen seine göttliche Seite aus. Das ist der kosmische Christus – der in der Welt manifestiere Gott. Deswegen sieht der Mystiker Christus überall – den Erstgeborenen, der alle göttlichen Tugenden entwickelt und manifestiert hat, der alle göttlichen Gesetze angewendet hat“.[1]

Weiter führt der Meister über die Ankunft Christi aus: „Die Frage nach der Ankunft Christi ist eine der tiefgründigsten Fragen im menschlichen Leben. Doch viele sind der Meinung, dass es ganz einfach ist, diese Frage zu beantworten. Sie sagen, dass Christus auf die Erde gekommen ist, um zu leiden und die Menschheit zu erlösen. Jedoch ist seine Ankunft auf Erden keine Frage des Leidens. Die Leiden sind eine sekundäre Erscheinung im Leben Christi – sie sind bei weitem nicht in der Lage, diesen wichtigen Moment in der Menschheitsgeschichte zu bestimmen. Die Erlösung zeugt in der Art, wie die Menschen sie verstehen, auch vom partiellen Verständnis dieses großen Ereignisses“.

Es stimmt, dass der Erlöser am Kreuz „die tiefsten und intensivsten ideell-mystischen Leiden erlebt hat, die eine Menschenseele erleben kann“. Doch nun ist die Zeit gekommen, hinter das Geheimnis dieser Ereignisse zu schauen. Genau in diesem Sinne war die Botschaft, die am 06.02.2004 in Sofia kam: „Ihr müsst jenseits der Kreuzesleiden gelangen!“

Hier müssen wir uns die Frage stellen, was das bedeutet, denn von dem Grad, in dem wir die Leiden Christi persönlich erleben, hängt die Höhe unserer Evolution erreicht. Doch Beinsa Douno behauptet unmissverständlich, dass „das Leiden eine sekundäre Erscheinung im Leben Christi“ ist.[2]

An anderer Stelle erläutert er, dass Christus die Erde „gewaltsam, nicht mit gutem Willen“ verlassen hat. „Er ist unter einer äußerst ungünstigen Planetenkonstellation geboren worden. Es darf nicht darüber gesprochen werden, warum es so war“.[3] Doch allem Anschein nach darf man schon darüber sprechen! Der Bodhisattva selbst sagte: „Heutzutage wird eine Lehre verbreitet, die höher ist als die christliche. Ihr werdet sagen, dass das ein Irrtum ist. Es ist kein Irrtum! Christus sagte doch selbst: Ich habe euch noch viel zu sagen, aber euer jetziger Verstand ist nicht bereit“.[4] Diese Worte voller Versprechen rufen heilige schauernde Erwartung in den Seelen hervor. Der Meister fährt mit der Frage fort: „Was stellt die neue Lehre dar? – Das ist die Lehre Christi. So war sie in der Vergangenheit, so ist sie heute und so wird sie in der Zukunft sein.“ [5]

Doch der Meister warnte uns auch, dass die Weisheit Gottes am schwierigsten zu lernen ist: „Adepten, Engel und Götter stürzen herab, wenn sie zu den Prüfungen der Weisheit kommen“. [6]

Bevor der Heiland kam, rief die Weisheit tiefe Trauer in den alten Eingeweihten hervor – wir wollen uns an Salomo und seine Worte über die „Eitelkeit“ erinnern. Nach dem Ereignis von Golgatha gibt es schon einen Weg – den einfachsten, der allen Menschen zugänglich ist. Das ist der Weg der Liebe, aber man darf nicht vergessen, dass die Weisheit und Wahrheit kommen sollen, damit die Liebe angewendet wird.

Wer in sich das Feuer der Liebe entfacht hat, wird immer nach der Wahrheit suchen. Deshalb ist sich der Meister sicher, wenn er behauptet: „Im Altertum sprach Gott zu den Menschen durch die Propheten, doch sie glaubten den Propheten nicht. Dann hat Er zu ihnen durch seinen Sohn gesprochen und sie glaubten wieder nicht. Den heutigen Menschen wird Gott durch die Wahrheit sprechen – den höchsten Gipfel, der jemals gesehen sein wird“! [7] Die Wahrheit ist streng und unerbittlich, in ihr gibt es keine Gefühle!

Es ist Zeit, auf das Kreuz, das den Zentralpunkt der Schöpfung bildet, durch die Augen der Wahrheit hinaufzuschauen. Er – der Pfingstgeist – wird uns „alles lehren“. Wenn in uns die Rose des Kreuzes aufblüht, also die Liebe, werden wir durch die Weisheit den sengenden Atem der Wahrheit und die Vorsehung Gottes selbst streifen. Der Weg zu diesen atemberaubenden Höhen schließt das ständige Starren auf die Leiden Christi aus, da unser geistiger Blick dadurch für die Offenbarungen der Zeit vernebelt wird. Beinsa Douno hat uns verraten: „Die Engel kommunizieren mit den Menschen nach dem Gesetz der Inspiration und verleihen ihnen auf diese Weise ihre Gedanken.“[8] Zwischen dem Menschen und Gott soll es „zwölf Klassen von höheren Wesen“[9] geben. Doch alle diese Wesen sind im Verstand und Herzen Christi, weshalb der Meister schließt: „Es gibt keinen anderen zwischen Gott und dem Menschen außer Christus. Haltet euch an Ihn und Er wird euch führen. Nur seine Lehre trägt eine allgemeinmenschliche Idee und die Prinzipien der kommenden Kultur, die nach der Vorsehung der unsichtbaren Welt künftig die allgemeine Menschenkultur sein wird. Das mystische Christentum wird zur Religion der Menschen auf der ganzen Welt werden“[10]

Der Mensch ist die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe. Nur wer frei ist, kann zum wahren Mitschöpfer Gottes werden, indem er die Liebe durch sich selbst hindurchfließen lässt. Doch wer kann schon von sich behaupten, frei zu sein? Dazu können wir die Meinung Beinsa Dounos heranziehen: „Wenn der Mensch frei sein will, so muss er nur eine einzige Beziehung haben – zu Gott, zu allen anderen muss er nur Verbindungen haben. Denn das einzige Wesen, das frei ist, ist Gott und Er ist auch das einzige Wesen, das den Menschen vollständig frei machen kann“. [11]

Nach dem Ersten Golgatha, als Christus über den Tod siegte und nach dem Zweiten Golgatha, als Er zum Herrn des Bösen wurde, können wir sagen, dass es das Gleiche ist, ob wir eine Beziehung zu Gott oder Christus haben. Zu den anderen Wesen müssen wir einzig Verbindungen haben. Unserem Ich am nächsten stehen die Schutzengel, die in unserem Astralleib wirken.[12] Unter der Leitung der Elohim erzeugen sie Bilder im Astralleib, in denen Kräfte für die zukünftige Entwicklung der Menschheit, für die zukünftige soziale Ordnung in unserem Erdenleben liegen. Diesen Bildern ist das Ideal hineingelegt worden, dass niemand glücklich sein kann, wenn die anderen Menschen um ihn herum unglücklich sind. Die gleichen Worte hört jeder, der sich auf den Weg der Einweihung zum Devachan gemacht hat, vom Großen Hüter der Schwelle – Christus selbst. In diesen Bildern herrscht der Impuls der zukünftigen Brüderlichkeit unter den Menschen – der Impuls der Liebe.

Das zweite Ziel, das die Engel durch die Bilder in unserem Astralleib verfolgen, besteht darin, dass der Mensch künftig in jedem anderen Mitmenschen etwas Göttliches sieht und dass jede Begegnung zu einem heiligen Ritual wird, zu einem Austausch von Ideen. Dieser Austausch bedarf keiner Kirche, die mit dem physischen Leib zusammenhängt. Das menschliche Geistesleben wird frei von den Einschränkungen jeglicher religiöser Institution sein, und sei sie die Anthroposophische Gesellschaft oder die „Weiße Bruderschaft“. Das ist der Impuls der Weisheit.

Das Dritte, was die Engel dem Menschen geben, ist die Möglichkeit, durch das Denken über den Abgrund zu gehen und zum Geist zu gelangen, zum Leben im Geistigen, zur Wahrheit über den Geist.

Diese drei Ziele hängen mit den drei Elementen im Menschen zusammen: die Geisteswissenschaft für den Geist, die Religionsfreiheit für die Seele und die Brüderlichkeit für die Leiber. Auf diese Weise wird auch der dreigliedrige soziale Organismus auf dem Erdenplan verwirklicht werden, den Steiner entworfen hat.

Jeder von uns war verpflichtet, sich bis zum Jahr 2000 bewusst zur Arbeit der Engel in unserem Astralleib zu erheben und sie zu begreifen. Die Impulse sollten durch den Willen des Individuums empfangen werden, da die Offenbarung bereits in den menschlichen Willen hineingelegt wurde. Die Epoche der Bewusstseinsseele verlangt von uns, wach zu sein für alles, was die Engel als Vorbereitung auf die Zukunft tun.

Am Ende des Jahrtausends hatten wir uns zu dritt in Christo in einem Straßencafé im Zentrum von Varna versammelt und führten ein hochgeistiges Gespräch unter Ichen. Auf einmal haben wir besonders hohe Ebenen gestreift und konnten beobachten, wie unsere drei Schutzengel über uns einfach triumphierten und mit den Flügeln vor Begeisterung geradezu flatterten. Zur selben Zeit saßen am Tisch gegenüber andere Gäste, die ein triviales Gespräch führten. Die Flügel ihrer Schutzengel hingen herunter und sie waren fast eingeschlafen in der Erwartung, dass ihre Schützlinge wach werden. Die armen Engel werden wohl lange darauf warten müssen!

Trotzdem arbeiten die Engel in den Astralleibern, unabhängig davon, ob der Mensch durch die Welt geht, ohne das Erhabene zu bemerken, das vor sich geht. Die Menschen verschlafen die wichtigsten Momente ihres Lebens. In diesem Fall werden die Bilder, die die Engel in ihren Astralleibern erzeugen, zu einer Spielerei für sie, zu etwas Unseriösem. Jeder hat bestimmte spirituelle Erfahrungen, doch nicht jeder hat den Willen, diese zu durchschauen, sondern er lässt die Faulheit bzw. die Angst die Oberhand gewinnen. Auf diese Weise bleiben die Menschen für die außerordentlichen Prozesse blind, etwa für den Anfang der ätherischen Erscheinung Christi, den Kampf Michaels mit dem Drachen usw. Trotz allem werden die Engel ihre Ziele mit diesen Bildern erreichen, doch nicht beim wachen, sondern beim schlafenden Menschen. Beim Schlaf sind aber im Bett nur der Ätherleib und der physische Leib und die Engel verlegen ihr Werk in diese, indem sie sogar bis zum physischen Leib hinuntersteigen, der mit dem Willen zusammenhängt. Aber der Mensch nimmt dann nicht bewusst an der Erfüllung der drei Ziele teil und diese entarten in etwas Schreckliches. Diese Entartung geschieht in drei Richtungen:

  1. Das, was die Engel im schlafenden Menschen ohne die Beteiligung des Bewusstseins erzeugen, hängt mit dem Astralleib und der Ich-Kontrolle zusammen. Es wird nach dem Erwachen zu einem Instinktfür den Menschen anstatt zum Bewusstsein von der Freiheit. Deshalb wird das sehr gefährlich und schädlich sein. Steiner warnte uns vorsichtig vor den eventuellen Folgen, als er sagte, dass manche Engel, die wahrscheinlich Christus nicht angenommen haben und von der ägyptischen Kultur zurückgeblieben sind, bestimmte Einflüsse dieses Prozesses erfahren werden und in uns geschlechtliche Instinktemit zerstörerischer Kraft hervorrufen werden. Zudem wird die Menschheit bestimmte instinktive Kenntnisse erlangen, die mit dem Geheimnis der Empfängnis und der Geburt, mit dem ganzen sexuellen Leben zusammenhängen. Diese Instinkte werden nicht nur ein Irrtum sein, sondern sie werden auf das soziale Leben übergehen, indem sie Formen und Anlagen in diesem Leben erzeugen. Infolge dieses Sexuallebens wird das Blut in einer besonders gefährlichen Weise vergiftet, die die Entwicklung der Brüderlichkeit auf der Erde verhindert. Stattdessen entsteht ein todbringender Missbrauch der Sexualität, den die Menschen als etwas Natürliches wahrnehmen. Es würde so sein, als wäre es egal, ob man ein Engel oder ein Teufel ist! Die Wissenschaft spielt eine besonders negative Rolle bei der Herausbildung dieser Anschauung, die reiner Ich-Vampirismus ist.

Sind die Warnungen Rudolf Steiners wahr geworden? Die sexuelle Revolution, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Westen erfasst hat, ist der klarste Beweis dafür, der ständig Entwicklungen erfährt. „Gay“ zu sein ist es heute geradezu schick, sogar Ehen von Homosexuellen sind legitim. Nicht zufällig nennen wir die Homosexuellen „Linke“[13], d.h. vom luziferischen Reich abhängig, das sich nach links und nach unten bereits auf der alten Sonne abgespalten hat. Wenn der Pflichtweg zu Christus nicht zurückgelegt wird, werden mächtige Energien ausgelöst, die mit dem Geschlecht zusammenhängen und keiner Ich-Kontrolle unterliegen.

Von hier führt der Weg zu der scheinbar gefahrlosen und nützlichen In-vitro-Befruchtung, die nur einen Schritt zum Klonen darstellt. Bei der In-vitro-Befruchtung fehlt der Augenblick der Vereinigung von Mann und Frau und die Befruchtung erfolgt mechanisiert. Deshalb zahlen die Kinder, die auf diese Weise gezeugt wurden, ein spezifisches Karma aus.

Die Liebeswelle von 1999 trug eine mächtige Ladung Brüderlichkeit und zum Glück gab es wache Menschen auf der Erde, die sie empfangen konnten und entschieden nach rechts und nach oben gegangen sind.

  1. Der zweite Impuls der verborgenen Göttlichkeit im Menschen hat sich zum Missbrauch der Medizin gewendet. Die in den Engeln eingetretenen Veränderungen haben im Menschen die instinktive Kenntnis bestimmter Heilmittel hervorgebracht. Manche Stoffe und Handlungen können Krankheiten heilen und das wird gefördert, es gefällt den Menschen auch. Doch eine solche Heilung ist ungesund, materialistisch. Die Enträtselung des menschlichen Genoms ist der Schritt, der zum Missbrauch der Medizin führt, den man ‚physiologischen Dämonismus‘ nennt. Wie viele der heutigen Krankheiten kommen aus den Laboren von „Wissenschaftlern“ mit vernebeltem Bewusstsein, die uns dann vor diesen Krankheiten „retten“ wollen?! Das Geld und der Egoismus bestimmen den Missbrauch der Erkenntnis zu eigennützigen Zwecken.

Seit einigen Jahren wird in Bulgarien die Erfindung eines Akademiemitglieds aus Sankt Petersburg verbreitet, die den Anspruch erhebt, die Panazee zu sein, die alles heilt. Die Vibrationen bestimmter Mineralien treten in Resonanz zu den Vibrationen unserer DNS und der Mensch wird geheilt. Wie einfach – man bezahlt und wird gesund! Es ist wie in manchen okkulten Zentren, wo man gegen Bezahlung „eingeweiht“ wird. All das wird gefördert und hat das Ziel, uns einzuflößen, dass das Geld, die Materie das Wichtige sind und dass man mit dem Toten die Krankheiten, die geistige Ursachen haben, überwinden kann. Jene französische Wissenschaftlerin, die sich mit dem Klonen beschäftigt, hat empfohlen, uns auf die physische Unsterblichkeit vorzubereiten. Ein bulgarischer Abgeordneter mit medizinischer Ausbildung bestätigte die Möglichkeit solcher Versuche. Ahriman wirkt überall!

  1. Anstatt geistige Inspiration durch das Denken zu erlangen, wurden mechanische Kräfte von unglaublichen Ausmaßen ausgelöst, die durch die Kenntnis bestimmter Kräfte und Vibrationen dem Egoismus dienen. Das geschah instinktiv und dadurch wird unrechtmäßigerweise Spiritualität in die Maschinen eingeführt. Auch die Naturkräfte werden in unrechter Weise durch die Spiritualität benutzt. Das macht den mechanischen Okkultismus aus. Die ganze Technik hat einen chaotischen Weg bestiegen, der den Menschen gefällt, da er ihrem Egoismus dient. Was sind die heutigen wandelnden Roboter, auf die wir so stolz sind, wenn keine Monster! Allmählich werden die „intelligenten“ Maschinen die Leitung der Menschheit an sich reißen. Dazu dienen das Internet und die Informationstechnologien. Durch sie erfasst das Böse die Erde wie ein riesiges Spinnennetz, in dem die Geister der Finsternis wirken. Die Menschen scheinen vom Fortschritt betäubt zu sein. Auf der einen Seite befinden sich die luziferischen Wesen, die besonders stark die geistig Suchenden attackieren, indem sie uns nicht erlauben, in die Arbeit der Engel einzudringen und uns automatisch zu Hellsehern und guten Menschen machen wollen, ohne dass unser freier Wille, den wir nurhier auf Erden durch die Bewusstseinsseele erlangen können, daran beteiligt ist. Die luziferischen Wesen haben aber ihren freien Willen nicht erlangt und daher hassen sie den unseren. Aus diesem Grund möchten sie mit der Erdentwicklung nichts zu tun haben, sondern wollen auf dem Stand der alten Saturn-, Sonnen bzw. Mondentwicklung bleiben. Wenn sie uns zu geistigen Menschen machen, bevor wir unsere Bewusstseinsseele entwickelt haben, werden wir die Arbeit der Engel in unserem Astralleib verschlafen und nicht die zukünftige Brüderlichkeit aufbauen.

Dagegen möchten die ahrimanischen Wesen im Menschen das Bewusstsein der eigenen Geistigkeit abtöten und ihm die Ansicht einprägen, dass er ein vollkommenes Tier ist. In den früheren Jahrhunderten konnten sie nicht wirken, da die Menschen ein atavistisches Hellsehen besaßen und die Geister sehen konnten. Erst in der Zeit der Bewusstseinsseele wurde der „Darwinismus“ ermöglicht, der heute noch die vorherrschende Anschauung unter dem größten Teil der „fortgeschrittenen“ Menschheit ist – das Denken wurde allmächtig in seiner Machtlosigkeit!

Andererseits wurde das heutige Hellsehen, das in seinem größten Teil atavistisch ist und in seiner Grundlage mit der materialistischen Anschauung zusammenhängt, zum Fluch anstatt zum Segen. Das Hellsehen hat die von den Engeln in unseren Astralleib hineinverwobenen Bilder durch einen Schleier verdeckt. Dieser Schleier hätte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts  gelüftet werden und das haben die wenigen wachen Menschen in der Tat geschafft. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts warnte Steiner, dass die Kräfte, die bisher den menschlichen Fortschritt führten, bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgeschöpft sein werden. In den letzten 50 Jahren bereitet Ahriman mit schwindelerregendem Tempo die Bedingungen seiner Inkarnation vor. Durch folgende Mittel arbeitet er:

  1. Die mathematisch-mechanische Illusion über das Universum, die die Wissenschaft unterstützt.
  2. Die Trennung der Menschen in kleine Gruppen, wobei hier der Impuls des Nationalismus besonders gefährlich ist.
  3. Den Glauben an die Halbwahrheit, dass in den Evangelien das ganze Christentum gegeben worden ist.

Die Machtlosigkeit der Wissenschaft haben wir bereits erwähnt. Was den Nationalismus angeht, so benutzt Ahriman das alte Prinzip „Divide et impera“. Zudem schuf er das Monster des Globalismus,  der eine politische, kulturell-ökonomische und geistige Entstellung des Impulses nach Gemeinschaftlichkeit darstellt, der immer die Erde erfasst, wenn Erzengel Michael der führende Zeitgeist ist. Die Grenzen fallen, doch die Menschen werden nicht glücklicher, sondern es entsteht eine große Spannung. Wie nie bisher hält eine Gruppe unmittelbarer Diener Ahrimans, die hauptsächlich aus ethnischen Juden besteht, die wichtigsten Machthebel zur Schaffung einer nie dagewesenen Weltdiktatur.

Laut Beinsa Douno begann die erste Periode der Zweiten Wiederkunft 1945 und dauerte 45 Jahre. Dann soll es eine Pause geben, die in geistiger Hinsicht „am günstigsten“ für die „Weiße Bruderschaft“ sein wird. „Dann wird die neue Periode mit einer noch grausameren Diktatur folgen als diejenige, die nun kommen wird, sie wird ebenfalls 45 Jahre dauern. Danach folgt eine dritte Periode von 45 Jahren usw. In Wellen wird die Zweite Wiederkunft kommen. Das ist der Tag Gottes, wenn die Menschen ihr Schicksal mit Gott verbinden werden. Jede neue Welle wird als Macht und Stärke größer als die vorherige sein“.[14] 1916 erklärte er: „Dieses Jahrhundert entspricht den Zeiten, über die im Gleichnis von den Eingeladenen die Rede ist, die nicht zur Hochzeit erschienen sind.“[15]

Der Evangelist Markus schreibt: „Denn jene Tage werden eine Not bringen, wie es noch nie gegeben hat, seit Gott die Welt erschuf, und wie es auch keine mehr geben wird. Und wenn der Herr diese Zeit nicht verkürzen würde, dann würde kein Mensch gerettet“ (Mk. 13:20). Sowohl Beinsa Douno als auch Steiner beziehen diese Worte auf unsere Zeit! Der Antichrist wird inkarnieren, während die Menschheit blind, sorglos und gleichgültig gegenüber den geistigen Zeichen der Zeit ist. Der Meister ist sich sicher, dass „die ganze christliche Welt belagert ist.“ [16] Die Geister warten darauf, dass wir sie um Hilfe im Namen Christi bitten. Doch tun wir es? Von überall werden wir mit Werbung von der Freiheit und dem Wohlstand der westlichen „Demokratie“ überschüttet. Alle Prozesse, die auf dem äußeren Plan verlaufen – sei es der Kampf gegen den Terrorismus, dieser kleine Krieg aller gegen alle, seien es die Wirtschaftskrisen oder die lokalen Kriege, „Der Herr der Ringe“ usw. – sind Elemente, die den Aufbau der größten Machtpyramide vorbereiten, welche die Ressourcen der Erde kontrollieren wird. An deren Spitze wird Ahriman stehen. In einem Privatgespräch soll Steiner die Vermutung geäußert haben, dass der Antichrist bis zum Ende des 20. Jahrhundert inkarnieren wird. Ob er schon in einem Leib ist, können wir nicht sicher behaupten. Sein physisches Gefäß wird seit Jahrhunderten vorbereitet und vielleicht wird zu seiner Erschaffung schließlich eine neue Technologie verwendet, etwa das Klonen?

Die Menschen werden eines Tages aufwachen, doch dieses Aufwachen wird sehr schlimm für diejenigen sein, die lieber bequem schlafen, hat Steiner prophezeit. Es ist in der Tat entsetzlich, eines Tages am Rand des Riesenabgrunds aufzuwachen, zu dem Ahriman die Menschheit führt!  Es mag absurd klingen, doch der Kommunismus hat trotz seines monströsen Charakters und seiner hässlichen Fratze bis zu einem gewissen Grade die Menschen im Osten vor der Verderbnis des westlichen „Paradieses“ bewahrt. Es ist selbstverständlich, dass Bulgaren und Russen das neue ihnen aufgezwungene Modell schwierig annehmen – es ist unserem Gemüt absolut fremd. Das gilt besonders für die ältere Generation. Die Attacke betrifft die junge Generation und hat zum Ziel, sie zu unifizieren. Die jungen Menschen sollen scheinbar frei, doch in Wirklichkeit den sichtbaren und unsichtbaren Gesetzen Ahrimans unterordnet sein, der sie mit Tausenden von Seilen an sich bindet. Es wird den Menschen immer schwieriger fallen, mit ihren Eltern, Kindern oder Geschwistern klarzukommen. Man müsste seine niedere Natur aufgeben und sich über die vererbte Gruppenseele hinaus bis zum Impuls der Brüderlichkeit emporheben.

Doch alles dient dem Guten. Beinsa Douno sagt: „Die schwierigste Lektion ist es, zu glauben, dass alles, was geschieht, zum Guten ist. Die Haare der Menschen werden ergrauen, bis sie diese Wahrheit begreifen“.[17] Heutzutage lernen wir die wahre „Wolfsfratze“, um Romano Prodis Ausdruck zu benutzen, der vielgepriesenem westlichen „Demokratie“ kennen. Den Ekel vor ihr wird unser Volk dazu bringen, nach dem Ausweg zu suchen.

Manch einer könnte einwenden, dass es nicht schlecht wäre, einen reichen und geregelten Staat zu haben. Darauf könnten wir mit Beinsa Dounos Worten erwidern: „Erfindungen, Fabriken, gar die Zivilisation – das alles entspringt nicht dem positiven Verstand, sondern dem halbintelligenten Menschen. Es hängt mit dem Egoistischen in der Welt zusammen. Der Fortschritt drückt sich nicht in der Produktion materieller Güter aus. Die Menschheit hat zu viele Krankheiten und Katastrophen mit ihrer Gierigkeit angehäuft“[18]. Was für Kultur kann man bei jemandem erwarten, dessen Lager voller Getreide, Speisen und Wein sind? Ein solcher Mensch denkt an nichts anderes als an Essen und Trinken… Niemals solltet ihr Gedanken darüber verschwenden, dass euer Haus, euer Acker oder Weinberg euch ernähren werden!“[19] Denn „wenn ihr einem Volk den größten Reichtum gebt, werden ihr ihm gleichzeitig das größte Unglück bringen, doch wenn ihr dieses Volk stark macht, werdet ihm ein anderes Unglück bringen. Ich sage nicht, dass das Volk nicht stark sein darf, aber die Kräfte sollen von innen heraus kommen. Es ist sehr einfach, ein Volk in materieller Hinsicht zu erheben, doch es geistig zu erheben, fällt sehr schwer. Das Glück kann weder physisch noch geistig sein. Das Glück ist etwas Göttliches![20]

Der Meister sagte auch: „Die Slawen sollen das Vorbild sein und zeigen, wodurch das Geld, das Interesse zu ersetzen sind!“[21]  Wie ist das zu machen? Der Meister spricht über „drei Phasen in der Menschentätigkeit – Leiden, Mühe und Arbeit“. „Das Leiden ist für die Tiere, die Mühe für die Menschen und die Arbeit – für die Engel. Die Mühe wird pflichtgemäß verrichtet, um das tägliche Brot zu sichern. In der Arbeit gibt es Freude, man ist von seinem Karma befreit. Die Arbeit wird aus Liebe getan. Es gibt nichts Schöneres als die Arbeit für Gott.“ [22]

Das ist es, was dem bulgarischen Volk fehlt, deshalb hat sich das Christentum nicht weiterentwickelt, sondern es kaut auf alten Riten und Gebräuchen herum. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ist jede Religion fortschrittlich, doch danach wird sie zum Feind Christi. In bestimmten Aspekten wirken sogar die Anthroposophische Gesellschaft und die „Weiße Bruderschaft“ als Verbündete Ahrimans – Erstere durch die Verleugnung Beinsa Dounos und der Belebung durch den Heiligen Geist und Letztere durch die Meidung der Geisteswissenschaft. Rudolf Steiner kann für die Anthroposophen sehr gefährlich sein!

Analog zum Rechtsleben, in dem die Gespenster des alten Roms umherziehen, ist das gegenwärtige religiöse Leben von viel Heidentum erfüllt. Dazu erklärt der Meister: „Die Religion ist ein Menschenwerk, ein Sanatorium, ein Krankenhaus für Kranke. Der religiöse Mensch ist angebunden wie ein Pferd an der Futterkrippe. Er kann sich nach vorn und hinten, links oder rechts so viel bewegen, wie das Seil es erlaubt, doch weiter als das Seil kommt er nicht. Schließlich sagt der Religiöse: „So ist das Schicksal. So ist das Schicksal des gebundenen Pferdes, nicht des freien“.[23] Die größte Schmach der heutigen Welt ist ein Christentum zum Schmücken. Nehmt ihr diese Schmach auf euch nur für 24 Stunden, werdet ihr den größten Ekel empfinden, wenn ihr seht, in welcher Art alles im Namen Christi getan wird.“[24]

Was müssen wir also tun? Laut Rudolf Steiner muss sich die „Spiritualität, wie sie durch die Anthroposophische Gesellschaft fließen will, sich vereinigt mit anderen Geistesströmungen, wird Michael diejenigen Impulse finden, der ihn wieder mit der Intelligenz zusammenführt, die auf der Erde entstanden ist, doch ihm noch gehört.“ [25]

Warum müssen wir den Weg zu Michael suchen? Steiner erklärt, dass Michael uns die Möglichkeit gibt, die geistigen Welten durch unser Verständnis zu begreifen. Er inspiriert den Willen dazu. Und diesbezüglich wollen wir uns an die außerordentlichen Worte Beinsa Dounos erinnert: „Euer Weg führt vom Erzengel Michael über Christus zum Vater“.

Was ist das Ziel dieses Weges? Das einzige Idol, das wir anbeten dürfen, ist die Liebe. Gott ist Liebe, aber unser Weg zu Ihm geht durch Christus. Wenn wir die intellektuelle Anstrengung unternehmen, die notwendig ist, um die kosmischen Geheimnisse Christi zu begreifen, wird Er sich uns annähern und uns führen. Der Erlöser wird nur denjenigen erscheinen, die alles ablehnen, was den Betrug über das Leben verbreitet. Die gesellschaftlichen Probleme werden nur bis zur Stufe gelöst werden, bis zu der wir das Bedürfnis nach dem Christus-Impuls spüren. Der Meister Beinsa Douno drückt das folgendermaßen aus: „Also werdet ihr Christus nachfolgen, dann zurückkommen und die neue Lehre mitbringen. Dann wird Christus durch Tausende und Millionen von Mündern sprechen und es wird überall Ruhm und Preisung geben. Die Menschen werden einander als Brüder und Schwestern erkennen. Das ist die Lehre für die Zukunft. Nur sie kann die Welt reformieren und das Menschenleben in Ordnung bringen. Wendet diese Lehre an. Sie ist für jeden Einzelnen, sie wird persönlich angewendet…“ [26] „Solange ihr mit eurem Menschenverstand denkt, werdet ihr niemals das Gotteswerk verstehen. Das wird mit dem Gottesverstand begriffen. Gott hat während der ganzen Jahrhunderte gesprochen: Ihr müsst eurem Verstand. die absolute Freiheit geben!“ [27] Wer ist heutzutage dazu fähig? Der Meister antwortet folgendermaßen: „Diejenigen, die die neuen Ideen annehmen, sind nicht jetzt vorbereitet worden, sondern seit Menschengedenken. Sie sind fortgeschrittene Seelen, Seelen, die vorbereitet sind. Alles ist an seinem Platz.“[28]

Damit aber jemand den Weg zu Christus besteigt, muss er zuallererst vom stärkstmöglichen Magnet angezogen werden – von der göttlichen Liebe. Doch die Liebe erlangt man in Freiheit. Deshalb muss der Impuls vom Menschen ausgehen; Man nennt ihn das heilige Schaudern der Seele. Die Idee über Gott ist die mächtigste Idee im Menschen. Auf die Frage, warum uns Gott erschaffen hat, antwortet der Meister wie folgt: „Damit es jemanden gibt, den Er lieben kann.“ Auf die Frage, warum wir auf der Erde sind, antwortet er: „Damit wir lernen, Gott zu lieben“. Doch um etwas zu lieben, muss man es kennen. Beinsa Douno sagt: „Unter dem Wort ‚Gott‘ verstehen wir den vernünftigen Urbeginn, aus dem alle Seelen und Götter herausgehen und dessen richtigen Namen wir nicht kennen. Gott wird weder erschaffen noch zerstört. Er ist ewig und grenzenlos. Über den Ursprung Gottes darf man nicht nachdenken. Jeder, der versucht hat, über diese Frage nachzudenken, hat seinen Verstand verloren. Nicht nur lässt sich über den Ursprung Gottes nicht nachdenken – wenn der Mensch versucht, über seinen Ursprung nachzudenken, wird er unbedingt sein Bewusstsein verlieren und einschlafen.“[29] Woran liegt das?

Der Vatergott ist in seinem Dasein, in seiner Manifestation Geist – der göttliche Geist, der vom absoluten, unbekannten Geist des Daseins getränkt wird, über den niemand etwas weiß. In seinem Wesen ist der göttliche Geist einig, doch in seinen Manifestationen stellt Er eine Vielzahl von Geistern dar, die aus seiner Beschränkung entstehen. Der Meister eröffnet uns: „Der erste Akt Gottes, seine erste Manifestation – seine Beschränkung – erschafft innere Leiden. Er spürt in sich solche Leiden, von denen ihr keine Vorstellung habt. Aber Er weiß, dass die Frucht dieser Leiden dem Wohl der Menschheit dient, für die Er dieses Privileg erschaffen hat. Er denkt in seiner Weisheit, dass Ihm das notwendig ist. Folglich liegt das vernünftige Leiden dem Leben zugrunde…“[30] Wir nennen ‚die vernünftige lebendige Natur‘ dasjenige, das manifestiert ist. Das, was noch nicht manifestiert ist, nennen wir die ideelle Seele des Daseins. Das Ideelle, das Ewige, das Heilige, das Nichtmanifestierte – das ist Gott, das ist der große Ursprung des Lebens“.[31] Der Vatergott ist ein „Nichts“, das in sich alles enthält. Er stützt alles, doch Er ist nicht im Manifestierten und nimmt an diesem nicht teil. Er erschafft die Dinge, doch ist Er nicht in ihnen. Ihn hat keiner erschaffen, deshalb ist er hinter dem Dasein-Nichtdasein absolut real. Alles, was erschaffen wurde, ist relativ real. Selbst die Liebe ist eine Manifestation Gottes.

Und wie „sieht“ der menschliche Geist „aus“? Beinsa Douno sagt, dass in der Welt ideelle Formen existieren, die „nicht erschaffen werden, nicht verloren gehen, sondern ewig leben. In dieser Hinsicht ist jeder eine ideelle Form der ursprünglichen Gotteinheit.“[32] Der menschliche Geist ist weder außerhalb des Menschen noch innerhalb von ihm. Man kann nicht sagen, dass Gott draußen oder drinnen lebt, so würden wir Ihn einschränken. Das Ursprüngliche in uns ist der Geist und über seinen Ursprung lässt sich nicht räsonieren, über den Ursprung des göttlichen Geistes, d.h. des Absoluten lässt sich nicht reflektieren, das ist völlig unmöglich und sinnlos. Manche versuchen es zu tun und es wird sofort sichtbar, dass sie psychisch verwirrt werden, sie „verlieren ihr Bewusstsein und schlafen ein“. Außerdem lässt sich der Geist nicht beweisen, denn „alle Dinge, die einem Beweis unterliegen, sind nur Schatten der Wirklichkeit“, erklärt Beinsa Douno. „Wenn ich sage, dass Manches nicht bewiesen werden kann, heißt das nicht, dass man darüber nicht nachdenken und reflektieren darf. Ihr könnt über diese Dinge nachdenken und reflektieren soviel ihr wollt, doch ihr werdet sie in der Zeit und im Raum nicht beweisen können“.[33]

Damit sich der Geist manifestieren kann, braucht er die Seele, durch die er sich individualisiert und seine Möglichkeiten als Schöpfer zur Geltung bringt. Es gibt nur eine göttliche Seele – die Weltenseele, die aus dem Vater herausgegangen ist. Alle anderen Seelen sind nur ihre Manifestationen. Der Meister sagt: „Die Seele wurde einst im göttlichen Geist mit Liebe erzeugt. Die Liebe ist die Welt, in der der göttliche Geist lebt. Nur die Liebe hat einen direkten Umgang mit dem Geist. Nur in der Seele kann sich Gott in seiner Vollheit als Liebe manifestieren. Ohne die Seele hätten wir keine Vorstellung vom Geist.“[34] „Euer Dasein ist außerhalb von Zeit und Raum. Die Menschenseele hat in diesem Zustand Milliarden von Jahren im Schoß des göttlichen Bewusstseins existiert, doch ihr damaliges Leben hatte eine andere Natur. Sie war nicht individualisiert, sie kannte das einzelne Leben des individuellen Geistes nicht. Die Seele hat in der Kontemplation des Göttlichen gelebt – in einem schlummernden Zustand. Aber mit ihrem Erwachen kommt sie auf die Erde, um den inneren Sinn des individuellen Lebens zu erlernen, ihr unsterbliches Leben zu erlangen und zur Bürgerin des Himmels mit besonderen Rechten und Pflichten zu werden.“[35]

Der menschliche Geist ist vor 250 Milliarden Jahren auf die Erde hinuntergestiegen – das wissen wir von Beinsa Douno. Dieser Anfang ist für uns der alte Saturn, der die erste „Inkarnation“ der Erde war. In dieser vorlemurischen Zeit arbeitete unser Geist mit den Hierarchien durch unsere Seele an der Schaffung unserer Leiber. Doch unsere tatsächliche Individualisierung begann, nachdem Gott seine glücklichen Kinder gezwungen hatte, sein Haus zu verlassen. Wie es in der Bibel (1 Mose 2:7) heißt, „blies“ Er  „ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch eine lebendige Seele.“ Dies geschah in Lemurien und der Meister nennt diesen Augenblick „das Aufdämmern der Menschenseele“. Damals ist unsere Ich-Seele – hauptsächlich die Empfindungsseele – in den Empfindungsleib (den Seelenleib) eingeströmt. Allmählich hat sich später der uns von den Elohim geschenkte und für die äußeren Sinne unwahrnehmbare Ich-Leib angeschlossen, d.h. der Ich-Funke, der mit der Zeit zum Herrn der Seele werden soll. Die Seele hat sich für den menschlichen Geist geöffnet.

Wir existieren in der Welt nicht als Geist, sondern als Seele. Sie ist der wahre Mensch, sie ist der in uns manifestierte Gott und nur dort kann Er leben, da Er ihr Geliebter ist. Wir dürfen niemanden hineinlassen oder die höheren Interessen der Seele zum Wohle dieser Welt opfern! Jede Seele ist aus Gott in einem Augenblick herausgekommen, der für den ganzen Kosmos und nicht nur für die Menschheit wichtig ist. Die wahre Welt, in der die Seele leben kann, ist die kausale Welt, deshalb zieht sie sich aus unserem physischen Leib zurück, wenn wir nicht auf sie hören. Dann fühlen wir uns der Liebe „entleert“. Jede Seele, die aus dem Gott herausgegangen ist, trägt das heilige Feuer in sich. Dieses Feuer ist die Liebe, die Gott in einer spezifischen Art in jeder Seele manifestiert. Die Seele ist ewig wie Gott, doch während Er absolut unveränderbar ist, unterliegt die Seele ständig Veränderungen, wobei sie sich entwickelt und neue Eigenschaften erwirbt. So wird sie zu einer Schatzkammer des menschlichen Geistes, die alles enthält, was er seit jeher erlangt hat. Die einzige Wirklichkeit, durch die der Geist im ganzen Dasein manifestiert wird, ist die Liebe. In ihrem Wesen ist sie Gott und als Manifestation ist sie die Frucht des Geistes. Der Meister sagt: „Die Liebe kommt vom Geist, sie tritt in die Seele ein, von dort strömt sie in das Herz ein. Von hier erfasst sie den ganzen Leib“[36]… „Unter dem Wort ‚Seele‘ verstehen wir das ganze Universum mit allen Welten, die zu ihm gehören. Die Seele schließt alles in sich ein. Unter dem Wort ‚Geist‘ verstehen wir die Kraft, die im endlosen Raum wirkt. Unter dem Wort ‚Verstand‘ verstehen wir das Licht, das den ganzen Raum durchdringt. Unter dem Wort ‚Herz‘ verstehen wir das Gute, das in der Welt wirkt. Es gibt keinen größeren Akt als Gutes zu tun. Im Guten ist Gott versteckt. Das Gute ist der Weg zur göttlichen Liebe“[37]. An anderer Stelle heißt es: „Der Verstand und das Herz sind Weggefährte der Seele, die sie überall begleiten und ihr helfen. Der Geist ist jenes große, mächtige Prinzip, das die Seele leitet und ihr den richtigen Weg im Leben weist.“[38]

Wenn das göttliche Bewusstsein über den menschlichen Geist hinuntersteigt, wird Letzterer wach, er manifestiert sich und steigt wieder zu Gott hinauf. Es gibt Tausend Arten, in denen der Geist seine Macht und Stärke („die Feuerzungen“) manifestieren kann, die Seele kann ihre Liebe in Tausend Arten zum Ausdruck bringen. Die Seele trägt das, was aus der Liebe herauskommt und der Geist – das, was aus der Weisheit herauskommt. Die Liebe ist die größte Kraft, doch es müssen die Weisheit und die Wahrheit kommen, damit sie Anwendung finden, in die Wirklichkeit des Geistes eintreten kann. Man muss durch die Liebe gehen, um in die Wirklichkeit des Geistes einzutreten, man muss durch das Leben gehen, um die Liebe zu verstehen. Die erste Eigenschaft des wahren Menschen ist die Liebe. „Christus hat den Weg gewiesen, auf dem die Menschenseelen Gott erkennen, das ewige Leben erlangen können… Das Tor dieses Weges ist die Liebe. Wer da durch geht, wird auf den Königsweg kommen, auf dem erhabene Heldentaten ihn erwarten“[39], versprach uns der Meister.

Wenn der Mensch die göttliche und nicht die menschliche Liebe manifestieren will, muss der Geist unbedingt bei ihm sein. Doch der Geist ist „ein sehr zartes Wesen“, wie Beinsa Douno sich ausdrückt -, „er ist gegenüber den menschlichen Schwächen sehr empfindlich und hat die Eigenart, in jene einzuströmen, die sich auf dem Weg befinden, bei denen Herz und Verstand richtig funktionieren. Zuerst wirkt der Geist als Intuition, doch wenn der Mensch fortschreitet, spricht er klar und abrupt. Seine Erscheinungen werden immer klarer und konkreter.“[40] „Wenn der Geist in den Menschen eindringt, wird er sich unbedingt zeigen. Es gibt keine Kraft der Welt, die ihn verhindern kann, denn das ist der göttliche Wille. Damit ein göttlicher Wunsch in Erfüllung geht, brechen alle Gesetze der Welt zusammen. Wenn du für den Geist arbeitest, arbeitet alles für dich und du wirst für die Energien empfindlich, die aus dem ganzen Weltall kommen. Wenn Gott zu sprechen beginnt, werden sich alle um dich versammeln. Wenn eine Quelle entspringt, kommen alle zu ihr“[41], erklärt Beinsa Douno. Steiner versicherte uns, dass das, was wir im Geist begreifen und zu tun im Geist beschließen, nicht erschüttert werden kann, unabhängig davon, wie chaotisch alles aussieht – am Ende wird sich das als wahr erweisen.

Der Glaube ist die Ader, durch die die göttlichen Kräfte in die Menschenseele einfließen. Durch unseren Glauben an Gott ziehen wir die Weisheit an, doch sie basiert auf unserem Wissen aus den vergangenen Jahrhunderten, das erfahren, bewiesen und überprüft worden ist. Wenn in uns der geringste Zweifel entsteht, verlieren wir den göttlichen Segen. „Als Gnade bezeichnete man im christlichen Sinne die Fähigkeit der Seele, aus dem Innern heraus das Gute zu tun“[42], sagte uns Steiner. Und Beinsa Douno versicherte uns: „Ein Mensch, der dem göttlichen Weg entlang geht, kann von niemandem gebremst werden. Doch bis er überzeugt wird, bis er eine vernünftige Erfahrung erwirbt, bremst er sich selbst aus. Wir leiden, denn wir sind mit vielen materialistischen Aufgaben beschäftigt. Wenn wir auf den göttlichen Gedanken mehr Acht geben würden, könnten 75% der Unglücksfälle vermieden werden und nur 25% würden eintreten, da es immerhin Unvermeidliches gibt.“ [43]

Der Meister eröffnete uns auch: „Gott hat die Bedingungen für die Entwicklung eures Verstandes, Herzens und Geistes vorgesehen, doch Er hat auch einen spezifischen Tätigkeitskreis für euch übriggelassen, in den Er sich niemals einmischt. Wenn ihr in diesem Kreis arbeitet, schaut Er von weitem zu und zieht sich dann zurück. Das ist das Gebiet, auf dem der Mensch frei ist. Außerhalb dieses Kreises ist er nicht frei.“[44]

Die 25% des heiligen freien Willens sind ausschließlich unser menschliches Privileg. Zu diesen 25% gehören das Gute, was wir tun, indem wir Christus durchlassen und die Sünden, welche wir begehen, die Schatten in der materiellen Welt hervorbringen. „Es gibt Sachen, die Gott erschaffen hat, doch nicht alles ist sein Werk“[45], sagte uns der Meister. An anderer Stelle heißt es: „Gott weiß alles. Er hat alles erlebt. In ihm geschieht das Gute wie das Böse, alle Verbrechen. In ihm sind die Hölle und das Paradies.“[46]

Unsere Sünden sind zwar in Ihm, doch hat Gott sie nicht begangen, deshalb sind sie eine gefährliche Illusion der Stabilität. Daher warnte uns Beinsa Douno: „Solange sich der Mensch auf Größen verlässt, denen man etwas entziehen und hinzufügen kann, hat er kein Fundament in seinem Leben, er tritt auf etwas Unfestes und kann jeden Augenblick das Gleichgewicht verlieren“.[47]

Das Materielle und das Spirituelle sind eigentlich das Gleiche. Sie sind zwei Strömungen des gesamten Lebens. Wenn wir das materielle Leben nicht verstehen können, können wir das spirituelle Leben nicht verstehen und umgekehrt. Nur der geistige Mensch kann ein wirklicher Materialist sein. Wer keine Einstellung zu Gott hat, ist kein Materialist, sondern eine wandelnde Leiche, egal wie erfolgreich er im Leben ist. Gerade in der Welt der Schatten müssen wir den Weg zu Christus und zum Vater finden. Die Liebe wird nur in Freiheit erreicht. Der Meister sagt: „Die erste Manifestation der Liebe ist die der Anziehung, sie liegt auf der emotionalen Stufe. Die zweite ist die der Freundschaft, des Austausches von Gedanken und Ideen und sie liegt auf der mentalen Stufe. Die dritte beruht auf der Verwandtschaft der Seelen und befindet sich auf der kausalen Ebene. Die vierte setzt die Kenntnis des göttlichen Geistes voraus. Diese Liebe führt zur Befreiung von äußeren und inneren Einschränkungen.“[48] Das ist das Christus-Bewusstsein. Wir sind auf Erden, um das Christus-Bewusstsein zu erlangen!!!

Hier streifen wir eine der wichtigsten Ideen des Zeitalters. Laut Beinsa Douno ist Christus das Wesentliche in der Menschenseele als eine kollektive Einheit, als ein Ideal für die ganze Menschheit. Christus ist das Göttliche im Menschen, das in allen erwachten Seelen zum Ausdruck kommt. Christus existiert als Einzelnes, doch ist Er gleichzeitig ein kollektiver Geist, der alle Söhne Gottes vereinigt.“[49]Um das Werk Gottes zu tun, muss sich jemand auf der Erde mit einem Wesen im Himmel vereinen. Bei Jesus war dieses Wesen der kollektive göttliche Geist.“[50]

Doch der Meister sagte auch: „Zuerst muss man mit dem Wort beginnen. Dann kommt man zur Wahrheit und schließlich – zum Göttlichen Geist. Der Geist steigt in die Wahrheit hinunter, und die Wahrheit steigt in das Wort hinunter. Gott zieht uns als Wahrheit an und Christus zeigt den wahren Weg unserer inneren Bewegung zu Gott.“[51]

Um diese Zitate zu verstehen, müssen wir Christus in seiner Doppelnatur als Geist und Seele betrachten. Aus dem Johannes-Evangelium wissen wir, dass Er das Wort ist. Was ist das Wort? Laut Steiner nennt die christliche Esoterik „dieses Göttlich-Geistige in der heutigen Gestalt, wie es allem zugrunde liegt, was dem hellen Tagesbewußtsein erscheint, die unsicht- bare Welt hinter dieser ganzen sichtbaren Tageswelt, den «Logos» oder das «Wort». Denn wie der Mensch zuletzt das Wort in sich selber aussprechen kann, so ist zuerst alles, das Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich, aus dem Logos entstanden. Alles ist eine Verkörperung dieses Logos. Und so, wie Ihre Seele unsichtbar in Ihrem Innern waltet und sich äußerlich einen Leib schafft, so schafft sich in der Welt ein jedes Seelische den ihm passenden äußeren Leib und offenbart sich durch irgendein Physisches.“[52] Bisher manifestiert sich der äußere physische Leib des Wortes in seiner reinsten Form im äußeren Sonnenlicht. Hier sind  auch die sechs Sonnenelohim gemeint, mit deren Hilfe Christus in Jesus herabgestiegen ist.

Beinsa Douno sagte Folgendes: „Wenn wir vom Wort reden, das im Urbeginn bei Gott war und Gott war, meinen wir alle Wesen, die eine Evolution erlebt haben, die anders als die Menschenevolution ist. Dieses lebendige Wort, das die Welt schafft, erhebt und umgestaltet, ist in eurem Inneren – es ist der lebendige Christus.“[53] Unter dem Begriff „das gesamte Leben“ wird die Weltenseele verstanden, die in der ganzen lebendigen Natur manifestiert wird. Unsere Seelen sind Teile dieser „Großen Seele“. [54]

Aus dem Zitierten wird klar, dass diese Weltenseele das Wort ist, also Christus in seinem Seelenaspekt, dem „weiblichen“ Aspekt der Manifestation. Doch Christus sagte, dass Er gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen (Joh.18:37). Beinsa Douno sagt diesbezüglich: „Das Haupt des Wortes ist die Wahrheit und das Haupt der Wahrheit ist der göttliche Geist.“[55] Als Er sagte, dass Er gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen, meinte Er, dass Er die manifestierte Wahrheit in ihrem vollen Umfang ist. Er kam aus der Welt der Wahrheit und brachte die in die Materie versunkenen Menschenseelen mit der Welt in Verbindung, in der die erhabenen Ziele jedes Daseins stecken“. Wie gesagt, ist in Jesus der „kollektive göttliche Geist“ eingetreten.

Hier streifen wir den geistigen Aspekt Christi. Unter ‚Wahrheit‘ versteht man jeden Geist, der sich individuell durch eine einzelne Seele manifestiert. So ist der Geist des Menschen oder des Seraphim die „Wahrheit“, sie ist das „Haupt“ des „Wortes“ (der Seele) des Menschen oder Seraphim. Die Summe aller Geister (Wahrheiten) ergibt den göttlichen Geist, der in Seinem wahren Wesen als Ich in Christus-Jesus in Erscheinung getreten ist. Ich-bin ist das wahre Wesen Christi – das „männliche“ Prinzip.

Doch es gibt auch etwas anderes. Wie der Meister sagt, existiert der Mensch „nicht nur auf der Erde, nicht nur im Sonnensystem.“Er bewohnt, das ganze Sternenweltall – alle Sonnen und Planeten. Die Planeten und Sonnen werden von Wesen verschiedener Intelligenzstufe bewohnt. Es ist unwichtig, was für Leiber sie haben. Sie sind vernünftige Wesen und gehören zu der gleichen Menschenrasse! Vor dem geistigen Blick der großen Eingeweihten aller Zeiten und Epochen erscheint das ganze Weltall, der ganze sog. Makrokosmos in der Form eines Menschen – des großen Himmelsmenschen. Wenn die Eingeweihten das Bild dieses kosmischen Menschen angeschaut haben, haben sie die Entsprechungen entdeckt, die zwischen ihm und dem kleinen Menschen – dem Mikrokosmos – bestehen“.[56] Beinsa Douno fährt fort und sagt: „Ihr seht die Sterne als weit entfernte, glänzende Punkte am Himmel. Jeder Stern der Milchstraße oder jeder anderen Galaxie hat seine Entsprechungen im menschlichen. Gehirn. Der Mensch kann augenblicklich die Schwingungen wahrnehmen, die von den verschiedenen Sternen ausgehen. In diesem Sinne sage ich, dass man sich mit dem ganzen Kosmos unterhalten kann. Der Mensch ist nicht groß, er ist etwas Kleines, was sich mit einer sehr hohen Geschwindigkeit bewegt, so dass es gleichzeitig überall sein kann – es kann in alle Welten eindringen“. [57] Dieses kleine Etwas ist unsere Seele, die nach dem Meister zwei Sitze hat – im Zentrum des Gehirns und im Solarplexus. Mit der Seele im Gehirn können wir uns mit dem ganzen Kosmos unterhalten, da sie alle Kenntnisse aufbewahrt, die der Geist erworben hat. Der Solarplexus ist das Tor, durch das der Geist sich durch die Seele als Liebe manifestiert. Steiner sagte, dass durch das Sonnenlicht auf die Erde geistige Kraft gerichtet wird.[58] Wenn wir nicht nur den Sonnenleib (die Seele), sondern auch den Sonnengeist erfassen können, dann ist diese geistige Kraft die Liebe, die sich auf die Erde ergießt. Nur bewusste Ich-Wesen können die göttliche Liebe aufnehmen, sie in sich entwickeln und mit Liebe der göttlichen Welt weiterschicken.

Der Geist, der auf die Erde herabsteigt, kommt, um die lebendige Menschenseele zu erheben, die das Wichtigste, das Wertvollste ist. „Der Geist ergießt sich in die Seele und bringt Liebe. Wenn die Liebe in die Seele einströmt, beginnt die Seele, den Geist zu lieben. Dann strömen Geist und Seele in den Leib zusammen, der ihr Kind ist“, erklärt Beinsa Douno. [59]

Aus den vielen zitierten Äußerungen lassen sich drei wichtige Schlussfolgerungen ziehen:

  1. Alle individualisierten Wesen, die den kosmischen Menschen ausmachen, gehören der Menschenrassean, da sie eine Seele und einen Geist haben. Die Zugehörigkeit eines Engels oder Seraphim zum kosmischen Menschen bestimmt sie als eine Menschenrasse.
  2. Es gibt einen kosmischen Menschen für den ganzen Kosmos und er hat die Erdenformdes menschlichen Körpers, und nicht etwa die Form der Engel, die sie hatten, als sie auf dem alten Mond ihre Menschenstufe erlebt haben.
  3. Erst im Äon der Erde erschien der Kosmische Mensch zum ersten und einzigen Malin einer für die physischen Sinne sichtbaren Form und hat in einemMenschen gelebt –  in Jesus aus Nazareth. Nur auf der Erde gibt es nämlich eine solche Menschenform.

Warum kommt die Menschenseele auf die Erde? – Um die Kraft des Menschengeistes als Wahrheit zu manifestieren. Warum kam Christus als Weltenseele in Jesus? – Um die Majestät des göttlichen Geistes als Ich zu manifestieren. Der göttliche Geist wirkt als Ich durch die Weltenseele und erschafft sich seinen „Weltenleib“, der materialisierte Liebe ist. Laut Beinsa Douno ist die Natur der Leib Gottes, sie ist eine Erscheinung Gottes. „Niemand und nie kann sie beherrschen. Gott wird niemals jemandem gestatten, von Seinem Leib Besitz zu ergreifen und über ihn zu verfügen.“[60]

Vor Jahren wollten die Führer der Sowjetunion die Strömung der großen sibirischen Flüsse umwenden. Nun soll ein russischer Bürgermeister das Gleiche vorhaben. Solche pathologischen Versuche werden unbedingt bestraft. Wir dürfen nicht die Natur unterordnen, sondern sie verstehen und sich mit den Wesen verbinden, die hinter ihr stehen. Dann werden wir beginnen, alles mit der Kraft der Liebe zu vergeistigen. Diese Liebe ist für uns Christus – das wahre Menschen-Ich. Die Vergeistigung begann vor 2000 Jahren mit Golgatha, doch jetzt wurde es auch den Menschen möglich das zu tun. Laut Beinsa Douno liegt unser Sonnensystem an der „Grenze des Kosmos“. Damit der Rückweg zum Vater beginnen konnte, kam der Sohn in den „Hinterhof“ der Schöpfung und brachte dort Sein Opfer dar. Während der drei Jahre hat Er in der vollkommenen Form sein viertes makrokosmisches Ich-Prinzip manifestiert, wobei Er die mikrokosmischen Leiber Jesu vergeistigte und uns in prophetischer Weise vorführte, was wir in den nächsten Äonen mit der Kraft Seines Ich tun werden. Christus hat unaussprechliche und für unser Bewusstsein unverständliche Leiden aus dieser Verbindung erfahren. Beim Geheimen Abendmahl begannen danach sein Ich – der göttliche Geist – und seine Seele – die Weltenseele -, die vollständig zum Menschengeist und zur Menschenseele Jesu geworden waren, sich vom Leib in opfernder Selbsthingabe zu lösen.

Der große Augenblick der Entscheidung folgte im Garten Gethsemane, als Er zwischen der Methode der Kraft und des Schwertes Moses’ und Elias‘ und dem Kelch und Kreuz wählen sollte. Er hat Letzteres gewählt und die Leiden durch die Kraft der Liebe überwunden. Nach dem erlebten inneren Drama, als dessen Folge Christus Blut schwitzte, hat Er begriffen: „Für diese Stunde bin ich gekommen!“ Zum ersten Mal auf der Erde hat ein Menschenwesen – Jesus – die Liebe gewählt. In der eisigen Einsamkeit hat die Seele ihr Zentrum gefunden – das Ich. Die Worte „Dein Wille geschehe“ waren der höchstmögliche Ausdruck von Demut. Darauf folgte die mächtigste Alchemie der Liebe, die das sich im Kelch befindende Gift der Vergangenheit umwandelte. Dann wurden Ihm alle vergangenen Geheimnisse eröffnet.

Wie bereits erwähnt, ist die Seele die Schatzkammer des menschlichen Geistes und die Weltenseele – die Schatzkammer des göttlichen Geistes. Nachdem die Seele Jesu ihr höheres Ich – das makrokosmische Ich, das Christus trug, gefunden hatte, kam es zu einer Neugeburt der ganzen Weisheit in Ihm, die die Weltenseele trug. Jesus begriff den Sinn der Involution, die Vorsehung Gottes über den Herabstieg, durch die sich die drei schöpferischen Geister – Allmacht, Allweisheit und All-Liebe manifestierten.

Doch nun war die Zeit des vierten Geistes vor dem Thron Gottes gekommen – der Allgerechtigkeit. Damit die Weltentwicklung zur Evolution gewendet werden konnte, sah der Wille des Vaters die Opferung des Sohnes vor. Die Gerechtigkeit verlangte das! Einerseits hat der Vater den Endtriumph Seiner Schöpfung gewährt, doch andererseits sollte dieser Triumph durch die Freiheit und die völlig freiwillige Entscheidung des Sohnes gehen. Das Tor zu den nächsten drei Geistern – Allheiligkeit, Allrettung und Allseligkeit befand sich im Garten Gethsemane. Und wenn wir uns die Frage stellen, ob Gott das Schicksal Seiner Schöpfung riskiert hat, so können wir antworten: Ja, der Moment des Risikos war der Moment im Garten Gethsemane! Die Entscheidung des Christus-Jesus war das Risiko Gottes!!! 

Gott verändert sich nicht – für Ihn wurde das Ende der Schöpfung bereits am Anfang realisiert. Aber Er erlebt sich selbst in seiner Schöpfung durch den Sohn als Liebe, Weisheit und Wahrheit. „Auf Golgatha hat Christus alle göttlichen Tugenden entwickelt und manifestiert und alle göttlichen Gesetze angewendet“[61], sagte Beinsa Douno. Die Leiden selbst sind nach der Entscheidung im Garten Gethsemane nicht so wichtig, da sie in der Entscheidung selbst enthalten sind. Doch der Erlöser hatte den Kelch bis zum letzten Tropfen auszutrinken und zu den letzten Worten kommen „Vater, in Deine Hände übergebe ich meinen Geist!“ Sein makrokosmisches Ich ist zum Vater zurückgekehrt, mit dem sie schon eine Einheit bildeten. Und es folgte die Auferstehung! Laut Steiner hat der Vater Christus auferweckt und laut Beinsa Douno hat Christus selbst seinen Leib auferweckt. Da der Sohn und der Vater eins waren, ist es das Gleiche, doch das Verhältnis zwischen ihnen hatte sich gewandelt. Bei allen Eingeweihten vor Golgatha ist die Seele vorher gestorben und wurde wieder auferweckt. Bei Christus ist der mikrokosmische Leib Jesu, das Phantom des menschlichen Leibes als die Widerspiegelung des kosmischen Ich-Bewusstseins Christi auferstanden. Es ist ein neues Verhältnis zwischen dem Mirkokosmos und Makrokosmos entstanden. Die Menschenform, die Christus gerettet hat, trägt das Prinzip des individuellen Ich-Bewusstseins, die Substanz der Menschlichkeit selbst. In den Leiden wurden Christus die Geheimnisse der Vergangenheit eröffnet und in der Auferstehung bekam Er die Offenbarung über die Zukunft bis zum Vulkan. Der Christus-Impuls wird bis zum Vulkan wirken, wenn es eine andere Auferstehung geben wird!

Nach Golgatha wurde Christus zum Geist der Erde. Unser Ich-Leib, den uns die Elohim geschenkt haben, wird allmählich dünner werden und durch das makrokosmische Christus-Ich ersetzt – das wahre Ich des Menschen, das nicht im einzelnen Menschen gefunden werden kann, sondern in der ganzen Menschheit. Vor diesem Ich verbeugen sich alle hierarchischen Wesen. Doch die geistige Erscheinung Christi vor den Menschen verlangte, dass Er sich als Weltenseele in einer besonderen Art mit unseren Seelen verbindet. Wir tragen Christus als Geister, als Seelen „bis zum Ende der Welt“, also bis zum Vulkan. Der Meister sagt: „Die erhabenen Seelen wissen, dass unsere Seele ein heiliges Buch ist, in der Gott in einer besonderen, ihnen nicht bekannten Art die Entwicklung des ganzen Daseins aufgeschrieben hat. In der Menschenseele gibt es eine Schönheit, die kein anderes Wesen auf der Welt hat. Wenn Gott auf die Form der Menschenseele schaut, frohlockt Er.“[62] An anderer Stelle heißt es: „Alle höheren Wesen in der göttlichen Welt erwarten ungeduldig das „Aufblühen“ der Menschenseele. Sie wissen, dass in ihr alle Manifestationen Gottes aufgeschrieben sind, dass ihr all das eingelegt wurde, was vor ihnen geschehen ist, was jetzt geschieht und was künftig geschehen wird.“[63] Wer hat das aufgeschrieben? – Christus selbst!  Wenn wir Ihn in unserer Seele tragen, tragen wir die ganze Involution des Kosmos in uns, die im Ich (von den Elohim) neugeboren und in Liebe verwandelt werden soll. So wie Christus vor 2000 sein Ich im Vater opferte, werden wir unser Ich in Christo opfern, damit Er durch uns wirken kann. Mit Seiner Kraft werden wir mikrokosmisch unsere Leiber in den nächsten Äonen vergeistigen und damit auch den ganzen Kosmos. Wir haben die Freiheit, „in Christo zu sterben“ und „im Geist aufzuerstehen“. Auf der Erde wurde unsere Seele aus dem Paradies vertrieben und sie erleidet die größten Einschränkungen. Doch nur hier hat sie die Freiheit, die Entscheidung zu treffen, vor der die Seele Jesu im Garten Gethsemane stand. Auf der einen Seite stehen die Leiden und die Folter und auf der anderen – das Privileg der Wahl zwischen dem Alten und der Liebe. Die Entscheidung des Menschen ist die schönste und erhabenste Wahl im Kosmos! Der Meister eröffnet uns die erschütternde Wahrheit: „Die Größe Gottes liegt nicht darin, dass Er Sonnen und Universen erschafft. Das kann Er immer tun. Das Große ist die Erhebung des Menschen![64]

Was ist der Unterschied zwischen der Wahl Jesu und unserer Wahl? Golgatha war das ausschließliche Werk der Götter, also kein Menschenverdienst. In den drei Jahren hat Christus-Jesus über seine göttliche Herkunft Bescheid gewusst und keine Sekunde lang seine Beziehung zum Vater abgebrochen. Er hat keine Sünde begangen und am Ende den Tod besiegt. Auf diese Weise hat der Vater den Tod erlebt. Beim Zweiten Golgatha hat sich Christus mit der bösen Natur der Menschen verbunden und der Vater hat das Böse erlebt. In dieser Zeit waren die wenigen Michaeliten in der Astralwelt und das einzige Wesen aus der menschlichen Evolution, das in einem physischen Leib die Ereignisse erlebte, war der Bodhisattva. Er hatte ein waches Bewusstsein und stand in ununterbrochener Beziehung zu Christus, während wir längst unsere Beziehung zu Gott abgebrochen haben und nach fünf Jahrhunderten des Materialismus auferstehen sollen – unsere Seele soll „aufblühen“. Alle Hierarchien arbeiten für uns in der Erwartung, dass wir uns für die Liebe entscheiden und unsere Seelen für sie öffnen. Die Ambrosia, die sie kosten werden, ist der Geschmack der Liebe, die durch den Menschen gegangen ist. Dieses Aroma ist selbst dem Vater unbekannt, es ist etwas Neues, eine Evolution für Ihn!

Auf diese Weise wird sich praktisch das Tor zu den drei zukünftigen Äonen öffnen, die die makrokosmische Wiederholung der drei Erdenjahre Christi in Zusammenarbeit mit den Menschen sein werden! Wir werden künftig unsere Manas, Buddhi und Atma mikrokosmisch entwickeln, doch anders als die Hierarchien, die das bisher gemacht haben, denn wir tragen Christus in uns und verfügen über einen freien Willen. Christus wird uns zum Vulkan führen, indem Er durch uns sein makrokosmisches fünftes, sechstes und siebtes Prinzip manifestieren wird. Auf dem Jupiter wird sich der Heilige Geist offenbaren, auf der Venus – der Sohn und auf dem Vulkan wird sich der Vater selbst offenbaren.

Auf die Frage, warum wir leben sollen, antwortet Beinsa Douno folgendermaßen: „Wir leben noch kein echtes Leben, doch wenn wir leben, hat unser Leben das Ziel, die Göttliche Vollkommenheit zu manifestieren. Wenn die Wesen die Grenze ihrer Entwicklung erreichen, verwest die schöpferische Energie im Universum und alles kehrt zu Gott zurück. Dann entsteht ein neues Universum, damit die Göttliche Vollkommenheit in einer neuen Form manifestiert werden kann“. [65] Laut Steiner wird die menschliche mikrokosmische Form allmählich durch die makrokosmische Erdenform gehen und zum Vater zurückkehren.

Auf Golgatha war die Erde ein Kreuz, auf dem der Leib und die Seele des Christus-Jesus gekreuzigt wurden, der Vulkan wird das gigantische Kreuz sein, das aus dem ganzen vergeistigten Kosmos gebildete wurde. Auf diesem Kreuz werden die Weltenseele und der Weltenleib Gottes gekreuzigt werden. Auf diesem Kreuz wird die Weltenseele mit dem göttlichen Geist verschmelzen und es wird nicht mehr ein einzelner Geist und eine einzelne Seele geben. Doch im Unterschied zum Anfang wird die Seele die ganze erlebte Schöpfung in sich tragen. Dann wird der göttliche Geist – das Ich Gottes – im Absoluten geopfert werden. So wie vor 2000 Jahren der Sohn im Leib Jesu auferstanden ist, wird der Vater auf dem Vulkan in Seinem Weltenleib für den neuen Beginn auferstehen. Der Vulkan wird im neuen Tierkreis auferstehen, der die neue Schöpfung ist, quasi das neue Gebot an die Menschen. Mit dem Opfer auf Golgatha hat sich der alte neunfache Kosmos in einen zwölffachen verwandelt und seine höchste Vollkommenheit erreicht, die die Widerspiegelung des Tierkreises ist. Christus hat „alle göttlichen Tugenden entwickelt und manifestiert, alle göttlichen Gesetze angewendet“, sagte Beinsa Douno. „Auf Golgatha wurden alle sieben makrokosmischen Prinzipien manifestiert. Das Opfer des Vaters wird das neue achte Prinzip manifestieren, dessen Widerspiegelung der neue Tierkreis sein wird. ‚Der achte Zustand‘ wird der Name des Vulkan selbst sein, da der Erdenäon in eine Mars- und eine Merkurhälfte unterteilt wird. Der künftige Vulkan ist ähnlich der Oktave in der Musik – eine Wiederholung des ursprünglichen Saturn auf einer höheren Stufe – in einer höheren Entwicklung, die den Neuen Anfang geben wird. Es ist wirklich unmöglich, dass wir uns vorstellen, was nach dem Vulkan sein wird. Wenn wir „Ich-schenkende Elohim“ sein würden, würde das vielleicht das Ich des Vaters selbst sein?! Nun tragen wir Christus in uns, werden wir später den Vater in uns tragen?! Doch hier sollten wir mit den Spekulationen aufhören… Auf jeden Fall muss unser göttlicher Blick auf den Gipfel gerichtet sein, damit wir der außergewöhnlichen Zeit würdig sind, in der wir leben. Nach den Worten Beinsa Dounos gibt es zwei große Strömungen – „die eine fließt vom Grenzenlosen und kommt, sich langsam verkleinernd zum endlos Kleinen. Die andere wächst ständig vom endlos Kleinen zum Grenzenlosen. Wenn sich beide kosmische Strömungen im Menschen begegnen, werden die großen Fähigkeiten und Tugenden der Menschenseele hervorgebracht“.[66] Zweifellos liegen beide Strömungen in den Händen Christi.

Der Meister fährt fort: „Die Menschen kennen Christus noch nicht in seinem Ruhm, in seiner göttlichen Macht und Kraft. Vor 2000 Jahren hat Er uns eine Seite von sich gezeigt.“[67] Um auch die andere zu sehen, müssen wir „jenseits der Kreuzesleiden gehen“ und Christus erlauben, durch uns zu wirken. Nur auf diese Weise können wir teilweise die Qualen mindern, die Er durch die Verbindung mit unserer Seele seit 2000 Jahren erleidet. Beinsa Douno sagte über sich selbst: „Ich bin vom Gott gesandt worden, um den Menschen den Weg zu weisen, den sie besteigen und Gott in einer nie dagewesenen Art dienen müssen“[68]… „Nie in der Menschengeschichte hat es solche großen Anstrengungen gegeben, hat es ein solches Bewusstsein wie jetzt gegeben. Ihr müsst auf eine vollständige Erschütterung gefasst sein. Danach wird die große Einweihung kommen, die auch ‚Karmaliquidation‘ heißt. Das heißt Erlangen von Liebe, die die Fesseln des Verstandes und Herzens abnimmt.“[69]

Wie bereits erwähnt, verlief 1999 eine mächtige göttliche Welle, über die der Meister erklärte: „Jede göttliche Welle ist nichts anderes als ein neuer Zustrom der Liebe, die in das Menschenleben einfließt. Wenn dieses Element in die Kultur eingeht, wird es eine Wende auf allen Gebieten des Lebens mit sich bringen.“[70] Wir sind es, die dieses Element einführen müssen.

Die Wichtigkeit unserer Zeit kennzeichnet auch das Vorbeiziehen der Venus vor die Sonnenscheibe, was einmal alle 125 Jahre geschieht. Die Alten haben die Göttin der Liebe Venus verehrt. Durch den aufopfernden Tod aus Liebe am Karfreitag wurde das Venusprinzip durch das Sonnenprinzip Christi in Liebe zu allem Lebendigen umgewandelt. Gott sagt uns durch die Sprache der Himmelskörper, dass wir im Geist nur auf dem Weg des Opfers geboren werden können, um Bürger des Neuen Jerusalem zu werden – der Sonnenstadt, die durch den Auferstehungssonntag versinnbildlicht wird.

Warum geschieht nun dieser Venustransit? Vor 125 Jahren hat Michael seinen Kampf gegen den Drachen beendet (1879) und sein Zeitalter eingeleitet. Wenn wir die Ziffern der Zahl 125 miteinander addieren, erhalten wir wieder die Acht – die Zahl des Kämpfers. Christus und sein Sonnenantlitz Michael brauchen heute nicht einfach gläubige, sondern wahre Menschen – Schöpfer des Neuen, Schüler, Brüder und Mitstreiter. „Wir brauchen Pioniere, die den Willen Gottes erfüllen“[71], sagt der Meister und empfiehlt uns, uns zum „Regiment“ Christi einzuschreiben.“

Nach 1999 können die Menschen zu bewussten Mittlern der Liebe werden, wenn sie in sich die alten Wege der Hirten und Könige auf einer höheren Stufe vereinigen. Das können wir auch eine Synthese zwischen der Anthroposophie und dem Bodhisattva bzw. zwischen den Aposteln Petrus und Johannes nennen – den Vertretern jeweils des Irdischen, des Willens und des Mystischen, der Sanftmut. Eine solche Synthese erfolgte zum ersten Mal in Paulus, aber sie wurde wieder durch ein Opfer begleitet. Beinsa Douno teilt uns folgende aufschlussreiche okkulte Tatsache mit: „Als Stephan ermordet wurde, inkorporierte er in Paulus und Paulus wurde dadurch erhoben.“[72] Auf diese Weise wurde das Opfer des ersten Märtyrers des christlichen Glaubens unverzüglich durch das mächtige Werk des Paulus verwirklicht.

Christus sprach: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter“ (Matth. 9:37). Diese Arbeiter werden auch in Bulgarien gesucht. Neulich wurde in Sofia die wichtige okkulte Mitteilung empfangen, dass die Anthroposophie von Bulgarien aus erneuert wird. Wir können sagen, dass diese Erneuerung seit einiger Zeit im Gange ist, obwohl der überwiegende Teil des Volks keine Vorstellung davon hat.

Einige Tage vor seinem Tod sagte Beinsa Douno: „Das bulgarische Volk ist für mich wie das hebräische Volk. Die Bulgaren werden große Leiden durchmachen, da sie die Stimme Gottes nicht gehört haben.“[73] Diese „Stimme“ eröffnet uns an anderer Stelle: „Das, was unter den Bulgaren geschieht, zeugt von einem ideenlosen Leben. Sie haben keine Grundidee.“[74] „Ihr fragt, was die Bulgaren tun könnten. – Wenn sie die Lehre Christi anwenden, würden sie die ganze Welt entfachen und sie befreien. In dem Moment, in dem ihr die Idee ergreift, für Gott zu leben, löscht Er eure Sünden“. [75]In der Bibel heißt es „Die Liebe deckt eine Menge von Sünden zu“(1. Petrusbrief 4:7). Den Menschen der Liebe gelten auch jene aussagestarken Worte des Versprechens Christi, das wir im roten Notizbuch Beinsa Dounos finden:

„Selig bist du, der hört, was ich sage; selig bist du, der meine Worte versteht. Ich sage dir die Wahrheit, ich bin dir gnädig, denn du liebst meine Gerechtigkeit und meine Wahrheit mehr als alles andere.“

 

Liste verwendeter Literatur

Дуно, Беинса. Учителят говори. София: Алфа-Дар, 1998.Douno, Beinsa, „Der Meister spricht“, Sofia: Alpha-Dar, 1998

Дуно, Беинса. Учителя за себе си и за нас. София: ЕТ Светра, 1997, Douno, Beinsa, „Der Meister über sich und über uns“, Sofia, Svetra, 1997

Дуно, Беинса. Българската душа. София: Астрала, 2000, Douno, Beinsa, „Die bulgarische Seele“, Sofia, Astrala, 2000

Дуно, Беинса. Избор. София: Анхира, 1999, Douno, Beinsa, „Die Wahl“, Sofia, Anhira, 1999

Дуно, Беинса. В началото бе… София: Бяло братство, 2003, Douno, Beinsa, „Am Anfang war…“. Sofia, Byalo bratstvo, 2003

Дуно, Беинса. Акордиране на човешката душа. София: Бяло братство. 1999, Douno, Beinsa, „Einstimmen der Menschenseele“, Sofia, Bjalo bratstvo, 1999

Дуно, Беинса. Разговорите при седемте Рилски езера. София: Кралица Маб. 1996, Douno, Beinsa, „Gespräche an den sieben Rila-Seen“, Sofia, Kralitza Mab, 1996

Дуно, Беинса. Изворът на доброто. Варна: Роял 77, 1992, Douno, Beinsa, „Die Quelle des Guten“, Varna, Royal 77, 1992

Щайнер, Р. Евангелието на Йоан. Ст. Загора: Д. Даскалов, 1993, Steiner, Rudolf, „Das Johannes-Evangelium“, Stara Zagora, D. Daskalov, 1993

Щайнер, Р. Същност на музикалното и тоновото изживяване на човека. София: Издателско ателие Аб, 2003, Steiner, Rudolf, „Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis im Menschen“, Sofia, Izdatelsko atelie AB, 2003

Стратев, И. Божественото учение или философия на живота на Учителя Петър Дънов. София: Виделина, 1998, Stratev, Ilian, „Die göttliche Lehre oder Philosophie des Lebens des Meisters Petar Danov“, Sofia, Videlina, 1998

Бондарев, Г. Энциклопедия Духовной науки. Москва, 1999, Bondarew, Gennadij, „Enzyklopädie der Geisteswissenschaft“ in zwei Bänden, Moskau, 1999

 

[1] „Der Meister spricht“, Georgi Radev, 1939, „Christus“

[2] Ebd.

[3] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia, 27.04.1932, „Die drei Prinzipien“

[4] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 18.04.1920 „Ich habe gebeten“

[5] Ebd., 07.03.1920,  „Er wird alle Völker regieren“

[6] Bojan Boev, „Die Quelle des Guten“

[7] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 02.05.1926, „Die erlöste Seele“

[8] Bojan Boev, „Das Stimmen der menschlichen Seele“, Bd.1, „Die große Mitte“

[9] Ebd., „Umgang mit dem vernünftigen Prinzip“

[10] Ebd.,  „Das Recht des göttlichen Geistes“

[11] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, 1939 „Die Freiheit“

[12] Vgl. GA 182, Vortrag vom 09.10. 1918

[13] Bulg. ляв ‚link‘ hat auch die Bedeutung „homosexuell“

[14] „Der Meister, der Heiler, der Prophet“, Bd.3, „Naturkatastrophen und Kataklysmen“

[15] Vortrag vom 11.06.1916 über Kapitel 20 der „Offenbarung“

[16] Vortrag und Gespräch mit dem Meister an den Sieben Seen, 01.07.1942

[17] Bojan Boev, Das „Stimmen der menschlichen Seele“, Bd.1, „Alles wird zum Guten gewendet“

[18] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 25.06.1933, „Die guten Gaben“

[19] „Okkulte Klasse für die Jugend“, Sofia, 09.05.1926, „Der Platz der Tugenden“

[20] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia, 15.06.1922, „Gedanke und Handlung“

[21] Bojan Boev, „Die Quelle des Guten“, „Plage, Mühe und Arbeit“

[22] Bojan Boev, „Das Stimmen der menschlichen Seele“, Bd.1, „Die neue Richtung der Arbeit“

[23] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 04.05.1919, „Die aufgehende Sonne“

[24] Ebd., „Der verworfene Stein“

[25] GA 237, Vortrag von 28.07.1924

[26] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 19.06.1921, „Folge mir nach“

[27] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia, 27.06.1928, „Ellipse und Parabel“

[28] Bojan Boev, „Gespräche am El-Shaddai“, „Das Aufleuchten der neuen Kultur“

[29] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 27.02.1927, „Die Sonne wird nicht untergehen“

[30] „Okkulte Klasse für die Jugend“, Sofia, 02.11.1924, „Die Erziehungskraft des Leidens“

[31] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 17.10.1926, „Verteile es unter die Armen“

[32] „Okkulte Klasse für die Jugend“, Sofia, 30.12.1923, „Die Eins und die Ewigkeit“

[33] Ebd., Vitoscha, 24.05.1922,  „Die Angst und der Zweifel. Die Liebe“

[34] Georgi Radev, „Der Meister spricht“,1939, „Seele“

[35] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 25.10.1914, „Die Bedingungen des ewigen Lebens“

[36] „Vorträge im Rila“, Die Sieben Seen, 01.08.1937, „Rot und hell“

[37] „Festvorträge“, Sofia, 22.08.1937, „Wesentliche Beziehungen“

[38] „Sonntagsvorträge“, 02.03.1930, „Wie die Welkt gibt“

[39] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, 1939, „Christus“

[40] Ebd., „Geist“

[41] Bojan Boev, „Die Quelle des Guten“, „Die göttliche Vorsehung“

[42] GA 103, Vortrag vom 22.05.1908

[43] Bojan Boev, „Das Stimmen der menschlichen Seele“ Bd.1, „Vorsehung“

[44] Bojan Boev, „Die Quelle des Guten“ „Die göttliche Vorsehung“

[45] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 31.10.1943, „Wertvolle Sachen“

[46] Ebd., 16.05.1937, „Knechtschaft und Freundschaft“

[47] „Okkulte Klasse für die Jugend“, Sofia,  06.12.1929, „Psychologische Analyse der Erscheinungen“

[48] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 02.03.1919, „Wenn ich nicht gekommen wäre“

[49] Ebd., 08.04.1923, „Warum seid ihr traurig“

[50] Georgi, Radev, „Der Meister spricht“, 1939, „Christus“

[51] Ebd., „Geist“

[52] GA 103, Vortrag vom 22.05.1908

[53] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 21.11.1914, „Im Urbeginne war“

[54] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, 1939,„Leben“

[55] Ebd., „Geist“

[56] Ebd.,“Mensch“

[57] Ebd., „Die lebendige Natur“

[58] Vgl. GA 103, Vortrag vom 22.05.1908

[59] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 22.03.1919, „Es ist mit Liebe zu erlangen“

[60] „Festvorträge“, Veliko Tarnovo, 23.08.1921, Fragenbeantwortung

[61] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, 1939, „Christus“

[62] Ebd., „Seele“

[63] Vlad Paschov, „Ich habe ein Haus, das nicht von Menschenhand erschaffen wurde“

[64] Vlad Paschov, „Die Quelle des Guten“, „Die Wahl des Einigen“

[65] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia,  07.11.1923, „Die göttliche Vollkommenheit“

[66] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, 1939, „Die lebendige Natur“

[67] Ebd., „Christus“

[68] Krum Vasharov, „Der Meister Beinsa Douno“, „Die lebendige Beziehung“

[69] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia, 20.06.1928, „Der Hinterposten“

[70] Ebd., 30.10.1929, „Quellen des Lebens“

[71] Bojan Boev, „Das Stimmen der menschlichen Seele“, Bd 1, „Die zukünftige Weltordnung „ eine Weltordnung der Liebe“

[72] Ebd., „Ich habe ein Haus, das nicht von Menschenhand erschaffen wurde“

[73] „Der Meister, der Heiler, der Prophet“, Bd.3, 25.10.1944, Martschaevo

[74] „Okkulte Klasse für die Jugend“, 02.12.1923, Der Weg des Schülers. Die Grundidee“

[75] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 25.10.1931, „In jenen Tagen“

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