Erzengel Michael und das Geheimnis des 25. „Greises“

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 27.02.2003 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Der Mensch ist das Ideal der Götter, zu dessen Realisierung der Höchste von ihnen – Christus – das große Opfer darbrachte und sich selbst in das Antlitz des Gottes und das Urbild der Liebe verwandelte. Alle Wesen im Weltall schauen zu Golgatha mit Bewunderung, Andacht und Hoffnung hinauf, während sie nach der Quelle ihrer zukünftigen Evolution suchen. Es gibt jedoch eine Gottheit, die so tief mit dem Erlöser verbunden ist, dass sie sein „Sonnenantlitz“ genannt wird – Michael. In der orthodoxen Religion ist er auch als der Heilige Georg ‚Siegträger’ bekannt. Christus begann in der Mitte der alten Sonne sich mit unserer Evolution zu verbinden, als die heutigen Erzengel ihre Menschenstufe der Entwicklung durchlaufen haben und das mikrokosmische Prinzip des Ich von den Geistern der Weisheit – unseren Vätern – erhalten haben. Der am höchsten aufgestiegene Geist der Weisheit ist „das Tor“ zum Herabstieg des Christus, deshalb hat die ganze Hierarchie den Namen ‚Herrschaften‘ erhalten, d.h. Geister des Herrn. Seitdem besteht die starke Verbindung Michaels zum Sonnengeist Christus, durch die er zum Führer der alten Sonnenmenschheit wurde. Diese Verbindung erlaubt ihm auch, nicht nur ein Sonnenerzengel zu sein, sondern auch eine außerordentliche Einstellung zum Erlöser und dem hierarchischen Kosmos als Ganzheit zu haben, wobei er alle ursprünglichen Kräfte der Menschen und der anderen Götter in sich trägt. Seit alters her bis zur Golgatha-Zeit offenbart sich Christus der Menschheit durch Jahve (Jehova). Christus-Jahve ist dieses Wesen, das unsere Evolution begleitet und sich dabei verschiedener Geister bedient. Der erhabenste unter ihnen ist Michael und deshalb war er auch in der Schöpfung des Menschen involviert. Er ist zwar ein Sonnenerzengel, doch bis zur Zeitenwende wirkte er gleichzeitig auch als Diener des Mondengeistes Jahve, der zu den Geistern der Form gehört, die in der Bibel ‚Herrgott‘ heißen und dem Menschen das mikrokosmische Ich-Prinzip geschenkt haben. Sie sind unsere Schöpfer. In der Mitte der lemurischen Zeit schufen sie zusammen mit Michael die menschliche Form, in die wir uns später auf der Erde verkörpert  haben. Sie ist unsere ideale Form, die später den Angriffen der luziferischen und ahrimanischen Mächte unterlag. Zu der Rettung der Form hat Christus vor dem Mysterium von Golgatha drei Opfer durch die nathanische Seele in den geistigen Welten dargebracht. Die nathanische Seele wurde vor der Verführung geschützt und in der Mutterloge der Menschheit unter der Obhut Michaels aufbewahrt. Diese Loge befindet sich in der Sonnensphäre, aus der die Erzengel heruntersteigen, um die Führung der einzelnen Völker zu übernehmen. Als Vertreter zwischen dem Sonnenlogos Christus und dem Mondenlogos Jahve (und mit allen himmlischen und irdischen Geschicke der Menschheit verbunden, die in Lemurien voneinander getrennt und infolge der Ereignisse in Palästina wieder vereint wurden) nahm Michael an allen drei „vorchristlichen“ Handlungen durch die nathanische Seele teil und bereitete sich dadurch auch auf die Zeitenwende vor. Er nahm nur nicht bei ihrer Inkarnation in Jesus teil, dort mischte sich der Mondenerzengel Gabriel ein und überbrachte der lukanischen Maria die Botschaft von ihrer Empfängnis. Das Verhältnis zwischen Michael und der nathanischen Seele bringt das ätherische Bild des Menschen in der nächstgelegenen geistigen Erdensphäre hervor, das seine Kräfte in die menschliche Form ergießen kann und ihr die Möglichkeit gibt, sich vor den Versuchungen zu schützen. Das können wir in der Bhagavad Gita finden, deren Inhalt vom michaelischen Element tief durchdrungen ist. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass die nathanische Seele wie ein Abglanz durch Krishna verlief, dessen Lehre das Ziel hatte, in Arjuna eine wahre michaelische Stimmung zu erwecken, die notwendig war für den Kampf mit den Widersachermächten, die seine Seele bedrohten. Äußerlich drückt sich der Prozess im „Kampf auf dem Kuru-Feld“ (Kuru-Kshetra) au

Michael war auch in den altchaldäischen Mysterien als der Sohn der Sophia und der Sieger über den Drachen anwesend. Später war er der Führer des althebräischen Volkes und das Antlitz des Nachtgeistes Jahve. Die Offenbarungen und Inspirationen der alttestamentlichen Propheten und Eingeweihten kommen von Christus, doch als Mondenlicht von Jahve zurückgespiegelt und durch Michael heruntergelassen. Da das althebräische Volk sich gerade durch Michael Jahve annähern sollte, konnte es vor dem Volksegoismus geschützt werden, der die Erscheinung des Christus in seinem Schoß sonst unmöglich gemacht hätte. Michael bereitete sich die ganze Zeit auf die Zeitenwende vor, als der Erlöser sich vollkommen mit der Erde verband und zu ihrem neuen Geist wurde. Michael sollte Sein wahrer „Vertreter“ in der Sonnensphäre werden, indem er aus einem Volksführer und Nachtgeist zu einem Tagesgeist und Führer der ganzen Menschheit wurde, der er von der Sonne aus Licht und Wärme spendete. Damit das alles geschehen konnte, waren aber viele Ereignisse von außerordentlicher Wichtigkeit notwendig.
Zusammen mit seiner Schar beobachtete Michael die Ereignisse auf Golgatha von der Sonne aus. Nachdem der Christus-Impuls auf dem Erdenplan geboren worden war, sollte seine Aufnahme durch die Menschheit allmählich und völlig frei beginnen. Zu diesem Zweck opferte Michael die kosmische Intelligenz und schenkte sie den Menschen. Die Intelligenz, das sind die gegenseitigen Verhaltensregeln der hohen Hierarchien, die sie in ihrem Umgang miteinander einhalten. Da die Engel unmittelbar über uns sind, können wir sagen, dass die kosmische Intelligenz für die Menschen die Summe der Engel ist. Es besteht jedoch eine bestimmte Gegensätzlichkeit zwischen der Intelligenz der Sonne und der einzelnen Planeten. Es gibt sieben Haupterzengel, die sich nicht nur als führende Geister der Menschheit abwechseln, sondern auch für die einzelnen Intelligenzen verantwortlich sind. Sie haben folgende Herrschaftsperioden:

  1. Оriphiel – 200 v.Chr. -150 n.Chr.
  2. Аnael – 150 v.Chr. -500 n.Chr.
  3. Zachariel – 500 n.Chr. -850 n.Chr.
  4. Raphael – 850-1190
  5. Samael – 1190-1510
  6. Gabriel – 1510-1879
  7. Мichael – 1879-2300

Die Intelligenzen werden folgendermaßen verteilt:

  1. Sonnenintelligenz – Michael
  2. Planetarische Intelligenzen: Мerkur – Raphael, Venus – Аnael, Mars – Samael, Jupiter – Zachariel, Saturn – Оriphiel, Mond – Gabriel.

Die Erzengel regieren gemeinsam die kosmische Intelligenz, aber hinter allen steht immer Michael, woraus folgt, dass die menschliche Intelligenz aus ihm herausgeht. Wenn die Wesen eines Planeten eine bestimmte Evolutionsstufe erreicht haben, wird er zur Sonne – zu einem Fixzentrums eines Sonnensystems.

Wenn die Wesen auf der Sonne noch weiter fortschreiten und die Sonne ihre höchste Kraft erreicht, zerfällt sie in einen Tierkreis und wird zum Schoß für ein neues Sonnensystem. Unsere sichtbare Sonne ist nicht der Vater der anderen Planeten, wie die materialistische Wissenschaft vermutet. Sie ist auch eine Emanation aus der geistigen Zentralsonne, die die unsichtbare Quelle von allem in unserem Sonnensystem ist. Die Astronomen wissen, dass wir alle elf Jahre eine Periode von Sonnenflecken beobachten. Bestimmte Gebiete der Sonne sind also dunkel. In sehr alten Urzeiten gab es diese Flecken nicht und in ein paar Tausend Jahren wird sich ihre Zahl erhöhen. Die Flecken zeigen den Verfall, die Alterung und Zerstörung der Sonne. Sie sind die äußere Manifestation der Tatsache, dass die kosmische Kraft der Intelligenz Michaels nachlässt. Wenn viele Flecken erscheinen, erkennen die anderen planetarischen Intelligenzen, dass sie nicht mehr von der Sonne regiert werden wollen. Der planetarische Rat der Erzengel beschloss, dass die Erde nicht mehr von der Sonne, sondern direkt vom Kosmos abhängig sein soll. Die Emanzipation der planetarischen Intelligenz von der Sonnenintelligenz wurde im achten bis neunten Jahrhundert n.Chr. unter der Leitung Oriphiels verwirklicht. Sie führte zur völligen Trennung der Wesen des Weltalls, die bis damals einig waren. Michael und die anderen sechs Erzengel kamen zu einer kosmischen Opposition – einer wirklich grandiosen Ansicht! Michael war überhaupt nicht mit dem Verfall der Menschheit einverstanden und kämpfte ständig um ihre Rettung. Dem Schisma unter den Erzengeln folgte die Zwietracht unter den Engeln. Die einen wendeten sich zur Intelligenz der Erde und damit gleichzeitig zu den planetarischen Intelligenzen und die anderen blieben der michaelischen Sphäre treu, um in die Zukunft das hineinzutragen, was Michael ewig regiert. Die Frage ist, ob jetzt, wenn die ganze Kraft zwischen den Menschen und der Sonne dunkler wird, Michael dieses Ewige in die Zukunft hineintragen kann. Wir müssen ihm helfen, denn die Zwietracht unter den Engeln führt auch zu Chaos in den karmischen Beziehungen, das auf dem äußeren Plan im sozialen und Wirtschaftschaos zum Ausdruck kommt. Nachdem die kosmische Intelligenz Anfang des 15. Jahrhunderts in den Besitz der Menschheit kam, haben die Menschen sie zu etwas Persönlichem gemacht. Gerade das wollte Ahriman, der sofort eine unterirdische Schule gründete, die vom 15. bis zum 18. Jahrhundert bestand. Natürlich dürfen wir ihn nicht verachten, da er ein Weltenwesen ist und eine mächtige, glänzende, jedoch persönliche Intelligenz besitzt. Ahriman bemüht sich in höchstem Maße, die in die Menschenköpfe geratene materialistische Intelligenz für sich zu besitzen und er wirkt durch die Menschen, die er zu seinen Dienern macht. Heute kann Ahriman ein Schriftsteller sein, ein Wissenschaftler, Arzt, Lehrer oder Ingenieur. Die besagte Periode fällt mit der Regierungszeit des Erzengels Gabriel zusammen (1510-1879), als starke Impulse in die Vererbung hineingebracht worden sind. Nie bisher waren die Kräfte der physischen Vererbung so bedeutungsvoll wie in den drei Jahrhunderten bis 1879, als die Menschheit spürte, wie ihre seelischen und geistigen Eigenschaften von der Vererbung abhängen.

Den Gegensatz zu jener Zeit bildet das Zeitalter Michaels, das das helle Zeitalter genannt wird und das lange vorbereitet wurde. Michael hat in seiner übersinnlichen Schule vom 15. Jahrhundert an menschliche, übermenschliche und untermenschliche Wesen über das neue esoterische Christentum unterrichtet. Damals lebte von neuem das auf, was in den alten Sonnenmysterien als die Weisheit Michaels gelebt hatte. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass sein neues Zeitalter bevorstand, das sich von seiner alten Regierungszeit unterschied, da die kosmische Intelligenz den Menschen gegeben wurde. Im Altertum ließ Michael die Gedanken von oben herabströmen und jeder Philosoph oder Prophet wusste, dass Michael durch ihn wirkt. Das vorherige Zeitalter, das er regiert hatte, war vor Golgatha und an seinem Ende standen die Feldzüge Alexanders des Großen und die Philosophie Aristoteles‘. Das neue Zeitalter, das 1879 begann, ist völlig anders. Die Situation Michaels ist grundlegend anders und das hängt mit Christus zusammen. Als der Erlöser zur Erde herabstieg, hat Er auf der Sonne seinen Geistesmenschen, in der Erdensphäre seinen Lebensgeist zurückgelassen und hat sich in Jesus mit dem Ich und dem Geistselbst inkarniert. Als Erzenegel kann Michael durch den Lebensgeist des Christus wirken, aber nicht durch den Geistesmenschen. Deshalb konnte er nicht zum „wahren“ Stellvertreter Christi in der Sonnensphäre und zum vollberechtigten Vertreter von Ihm, d.h. Leiter aller Sonnenwesen werden. Zu diesem Ziel sollte er Christus auf dem Weg zur Erde folgen, was er vom achten Jahrhundert an begann. Doch erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde sein kosmischer Dienst zu einem Erdendienst. Dank dem gewonnenen Kampf gegen Ahriman ist Michael zum Sonnenurengel (Archen) aufgestiegen, d.h. zu einem Wesen, das in sich den vollständig ausgebauten Sonnen-Geistesmenschen des Christus trägt und künftig dessen Werken auf der Erde vorausgehen wird. Michael wurde zum Sonnenantlitz Christi und begründete unmittelbar nach Ende des Kali-Yuga (1899) die neuen christlichen Mysterien der Erde, die eine entscheidende Bedeutung nicht für ein einzelnes Volk, sondern für die ganze Menschheit haben, unabhängig davon, wie viele Menschen etwas davon wissen wollen. Christus sagte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“(Matth. 28:20). Das bedeutet: „Ich habe euch Mich nicht nur in diesen Tagen geoffenbart, in denen die Evangelisten gelebt haben. Durch meinen Tagesgeist Michael werde ich zu euch immer sprechen, wenn ihr einen Weg durch Mich sucht“.  Nach 1879 ist Michael nicht mehr der Beschützer der nathanischen Seele, sondern wurde von Vidar ersetzt, der zum Erzengel aufgestiegen ist. Die nathanische Seele wird zum Träger des Geistselbst Christi, Vidar wird der Träger des Lebensgeistes und Michael wird der Träger des Geistesmenschen. Deshalb nehmen hauptsächlich diese drei Wesen an der ätherischen Erscheinung Christi teil. In den nächsten Jahrhunderten werden wir die anwachsende Offenbarung Michaels wahrnehmen, die uns immer mehr das Mysterium von Golgatha lüften wird. In jedem Zeitalter, das er regiert, durchläuft eine gemeinsame Strömung die Welt im Bezug auf die sozialen Interessen der einzelnen Völker. In der alten Zeit kam sie durch die Feldzüge Alexanders des Großen zum Ausdruck, der die Errungenschaften des alten Griechenlands in die Welt verbreitete. Heute ist es anders. Michael strebt danach, die von Ahriman geraubte persönliche menschliche Intelligenz zur vergeistigten wahren Intelligenz zu erheben und sie im Namen des Vaters zu regieren. Das ist die allgemeine Pan-Intelligenz, die im Laufe von Äonen regiert hat. In sie dürfen nicht die Illusion, das Phantastische, das Unklare und die neblige Ansicht von der Welt eindringen. Der Mensch soll auf dem Erdenplan zur Auffassung des Göttlichen in der fehlerfreien Form heranreifen. Die nationalen Impulse, die im Zeitalter Gabriels entstanden waren, müssen in der europäischen Zivilisation und ihrem amerikanischen Fortsatz in den nächsten drei Jahrhunderten durch die michaelischen und christlichen Impulse völlig besiegt werden. Während Gabriel stark im physischen Leib, in der Fortpflanzung und der Vererbung wirkt, so wirken die Kräfte Michaels stark auf das geistige Wesen des Menschen ein und von dort auf das Seelische bis zum physischen Leib. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Christus der neue Herr des Karma und sein Antlitz Michael übt auch einen starken Einfluss auf das Karma jedes Menschen aus, der den Weg zu ihm sucht. Dagegen sind die Einflüsse Gabriels in dieser Richtung ziemlich schwach. Sich auf Michael zentrieren bedeutet den Weg zur Anthroposophie finden. Michael unterrichtete die himmlische Anthroposophie in jener übersinnlichen Schule vom 15. Jahrhundert an und später (Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts) stellte er sie seinen Schülern als starke Imaginationen vor. So wurde die Seele vorbereitet, die danach karmisch den Weg zur Anthroposophie auf dem Erdenplan finden soll. Über die Anthroposophen steht in goldenen Buchstaben geschrieben: „Seid bewusst, dass ihr am Ende des 20. Jahrhunderts wieder kommen werdet, ihr seid darauf vorbereitet worden. Werdet gewahr, wie das entsteht, was ihr vorbereitet habt!“

Heute befinden sich die wahren Anthroposophen auf der Erde – die Aristoteliker, Platoniker aus der Schule in Chartres – und sie wirken mit anderen geistigen Strömungen gemeinsam. Der wahre Anthroposoph muss sich in den Kampf zwischen Ahriman und Michael vertiefen. Nur wenn die anthroposophische Geistigkeit mit anderen geistigen Strömungen vereinigt wird (hauptsächlich mit der Bodhisattva-Strömung), wird Michael in der Lage sein, die erlöste Intelligenz zurückzuholen. Bei den Anthroposophen geht es um die Bewältigung von altem Karma und bei den anderen – um die Entstehung von neuem Karma. Selbst die Gesundheit und Krankheit sind bei den michaelischen Menschen in einem höheren Maße mit dem Karma verbunden als bei den Menschen Gabriels, Raphaels und der anderen Erzengel.

Heute ist die Zeit der großen Entscheidungen! Wer sich mit Michael verbindet, erstreckt seinen Einfluss weit jenseits jener Kräfte, die sonst nur durch Rassen- und Volksbeziehungen bestimmt werden. Ein solcher Mensch steigt in seiner nächsten Inkarnation auf der Erde als ein übernationaler Mensch herunter, der aus allen Rassen und Völkern herausgewachsen zu sein scheint. Als Alexander der Große in die Welt hinauszog, konnte das von ihm Verbreitete nicht so tief eindringen, denn Michael regierte damals noch die kosmische Intelligenz. Nun ist diese Intelligenz in uns und betrifft das irdische Wesen des Menschen. Das Geistige bereitet sich zum ersten Mal in der Weltgeschichte vor, eine Kraft zu werden, die Rassen bildet. Zukünftig wird jeder, der jetzt den Weg zu Michael gefunden hat, eine bestimmte Physiognomie, eine bestimmte physische Form haben. Die heutigen Materialisten werden auf die heutigen Michaeliten schauen und ihre jetzige Entfremdung wird noch stärker werden, denn Michael wirkt auch in den physischen Sympathien und Antipathien. Aber nicht nur das – die Atheisten werden die Gelegenheit haben zu sehen, was der Geist aus dem Menschen gemacht hat, und ihn anzufassen! Den schaffenden Geist wird man berühren können! Während die erste Offenbarung Michaels lautete, dass „Das Wort Fleisch wurde“, wird die zweite lauten „Das Fleisch wurde Wort“. Ob wir Anthroposophen sein werden, ist eine erhabene Entscheidung in diesem Leben, die eine große Wirkung auch auf das Reich der Engel hat. Der Engel des Anthroposophen erhebt sich höher in die geistigen Reiche, während der Engel des Nichtanthroposophen weiter sinkt. Wir sind es, die die Engel in zwei Reiche aufteilen. Wer bewusst und angsterfüllt beiseite steht, steckt fester im physischen Leib, während bei den wahren Anthroposophen der Astralleib und das Ich schwächer mit dem physischen und ätherischen Organismus verbunden sind. Daher rühren die Schwierigkeiten im Leben her. Die Anthroposophen haben viel mehr Schwierigkeiten als die anderen, da sie aus einer größeren Anzahl an Möglichkeiten wählen können und da sie leichter aus dem herauswachsen, in das die anderen  hineinwachsen. Die Weite des Gesichtskreises stellt vor ihre inneren Augen viele Varianten und deshalb beherrschen sie das Leben innerlich nur schwer. Alles wird sehr kompliziert! Und da altes Karma intensiv erlebt wird, wird es noch schwieriger. Doch wenn wir vor diesen Schwierigkeiten fliehen, werden sie auf uns als eine Krankheit u.dgl. zurückkommen. Eine der Aufgaben, die Christus hat, ist es, das persönliche Karma des Menschen dem allgemeinen Karma der Erde anzupassen und zwar in der besten Art, damit das, was wir zurückzahlen, das Beste für die Menschheit sein wird. Was bedeutet das? Dass jeder den Mittelpunkt seines Wesens und die innere Initiative seines Seelenlebens finden soll. Im Karma des Anthroposophen ist eine Initiative hineingelegt worden und vieles von dem, was ihm im Leben begegnet, hängt vom Umstand ab, ob er willentlich dieser Initiative gewahr wird. Sie ist der Stachel, aber der Mensch hat Angst zu „stechen“ und die Initiative bleibt nicht manifestiert, weil der Mensch Angst vor dem Leben, vor dem Materialismus, vor Ahriman hat. Der Materialismus ist eigentlich nicht falsch und wir brauchen ihn nicht zu widerlegen. Er hat seine Gründe, doch nur im Bereich des physischen Leibes. Wir müssen ihn kennen, wir müssen seine Zeitgenossen sein. Heute gibt es Atheisten mit außerordentlichen Eigenschaften, doch weil sie den Weg zum Spirituellen nicht finden können, beschädigen sie ihr Seelenleben für die nächste Inkarnation sehr stark. Wir müssen solchen Menschen helfen und nicht sie ablehnen. Die wahren Michaeliten sind in ihrer Seele von einer Kraft erfasst worden, die sogar im physischen Leib wirken will und ihn zum Geist macht. Diese Kraft ist die Christus-Liebe. Als Sohn der Sophia (der Weisheit) und das Antlitz Christi trägt Michael diese Liebe zu den Menschen in ihrer höchsten Form – ohne jeglichen Egoismus, der aus einem persönlichen, nationalen oder rassenmäßigen Merkmal entsteht. Nur auf diesem Weg der Liebe kann die Menschenseele Christus finden. Christus bringt Licht (die nathanische Seele), Leben (der Erzengel Vidar) und Liebe (Michael). Nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch von Christus erfüllt zu werden – das ist das Christentum, über das die Anthroposophie spricht. Michael muss zum Genius der Entwicklung unserer Zivilisation werden. Nach 1840 begann er sich mit der Erde zu verbinden und seine Impulse wirken sogar in der „niederen“ Welt, doch Michael bleibt in seinem inneren Wesen mit der Sonne verbunden. Dagegen ist Christus nach Golgatha vollkommen mit der Erde verbunden. So wirken beide im Kosmos – Christus als der neue Geist der Erde und gleichzeitig als das höhere Ich des Menschen und Michael als Sein Sonnenantlitz und „Vertreter“. Wenn wir zum innersten Wesen des Menschen schauen, in das Heiligtum der Seele (in das Ich), können wir in vollkommener Freiheit Christus finden. Wenn wir nach außen zu der höheren Sonnensphäre hinaufschauen, können wir in der ganzen Stärke der makrokosmischen Kräfte Michael als den Führer der langsam aufsteigenden Menschheit und als Christus-Mitarbeiter finden. Diese Zusammenarbeit der beiden kam erst nach Golgatha zustande, aber sie wurde unserem klaren wachen Bewusstsein erst nach Anbruch des neuen michaelischen Zeitalters und der von ihm inspirierten Geisteswissenschaft klar, die genau an seinem Fest im Jahre 1900 der Menschheit vorgestellt wurde – als Rudolf Steiner Goethes geheime Offenbarung vorlas.

Wenn wir Michael und Christus suchen, blüht in uns die seelisch-geistige Zuversicht auf, mit der wir auf unserem kosmischen Weg gehen können, ohne unsere Urquelle, d.h. unser Ich zu verlieren. Vor der Geburt und nach dem Tod stehen beide vor unserer Seele – vor unserer Geburt erfahren wir die karmischen Aufgaben für die bevorstehende Verkörperung und nach dem Tod erfahren wir, inwieweit wir sie erfüllt haben und inwieweit die Früchte dieser Arbeit in das positive Karma der Welt und der Menschheit hineinverwoben werden kann. Michaels Möglichkeit, so stark auf das Karma einzuwirken, rührt von der besonderen Beziehung her, die er zu den Cherubim von der alten Sonne hat. Aus der Geisteswissenschaft wissen wir, dass sie der Tierkreis sind und das Zeichen bestimmen, unter dem wir zur Welt kommen. Sie bestimmen auch die Sternenkonstellationen in unserem ganzen Leben. Doch das ist ein anderes Thema. Es ist wichtiger zu begreifen, wie wir die Beziehung zu Michael herstellen und ihm im Kampf gegen Ahriman und Luzifer helfen können.

Der jetzige Zeitgeist ist ein besonderes Wesen – es ist schweigsam, verborgen und gibt selten Hinweise. Während die anderen Geister in uns dasjenige impulsieren, was wir zu tun haben und mehr in den Ursachen leben, gibt Michael dem Menschen die Handlungen und Werke und lebt in ihren Folgen. Wir sind in der Epoche der Freiheit und alles, was wir tun, muss aus freien moralischen Motiven hervorgehen, wir dürfen keine Marionetten der Götter sein. Nur die Ergebnisse dieser irdischen Handlungen interessierten Michael, und er nimmt sie mit und verwandelt sie in kosmische Handlungen, indem er über sie verfügt. Aber er ist nicht nur ein verschlossener, schweigsamer Geist, sondern er offenbart sich jedem, der auf der Erde fleißige geistige Arbeit leistet. Wenn er an einen Menschen herantritt, ist das unbedingt mit dem Verzicht bei diesem Menschen auf vieles verbunden, womit er hier lebt und was aus Vererbungs-, Kultur-, Volksvorurteilen herkommt. Nur dann spürt der Mensch, wie von Michael zu ihm etwas herströmt und ihm eine Weite des Blickes verleiht. Unsere Zeit verlangt eine starke Beherrschung der Persönlichkeit und das ist, was Ahriman zu bekämpfen sucht.  Michael ist der Individualität, dem selbstbewussten Ich, nicht der Gruppe zugewandt. Laut einem Aphorismus ist der Eine Mensch, die meisten sind Leute und die vielen – Tiere. Wir müssen einen Durchbruch in die Astralwelt anstreben, um die Geheimnisse des Daseins zu erfahren, nicht diese zu meiden. Wir dürfen keine persönliche Willkür in den Kosmos hineintragen, sondern von der persönlichen zu der Pan-Intelligenz heranwachsen. Dann werden wir dem mitfühlenden Blick Michaels begegnen, der uns sagt, dass unser Handeln richtig und von der kosmischen Leitung gerechtfertigt ist.

Doch wenn der Mensch seine Erkenntnisse nur in Worte kleidet, die nicht zu seinen Gedanken werden, wird Michael sich ihm nicht annähern. Durch die Worte müssen wir zum wahren inneren Erleben des Geistes kommen, was auch das Geheimnis der heutigen Einweihung ist. Hinter dieser Einweihung steht Michael! Er geht durch die Welt mit seiner strengen und festen Körperhaltung, aber auch von Liebe erfüllt. Wer ihm folgt, transformiert die egoistische Liebe in Liebe zum Äußeren. Und das ist das Gebot Christi – „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12:30).

„Liebe ist die erste Frucht des Geistes“, sagte uns Beinsa Douno[1]. Die Handlungen, die aus reiner Liebe erfolgen, sind mit Michael besonders verwandt, an den wir besonders leicht Ende des Sommers und Anfang des Herbstes während der Meteoritenregen herantreten können.

Wir haben die dunklen Sonnenflecken erwähnt. Die Wesen, die die Sonne von innen regieren, werfen durch diese Flecken Sonnensubstanz heraus, die wir als Sternschnuppenfälle sehen. Das ist das kosmische Eisen, das auch früher abgesondert wurde, aber damals eher für das Sternensystem von Bedeutung war. Heute erhalten die Impulse, die das kosmische Eisen mitbringt, eine besondere Bedeutung für die Menschen und geben Michael die Möglichkeit, Vermittler zwischen dem Kosmos und dem Menschen zu sein. Mit den Sternschnuppen holt er die Weltengedanken der Götter herunter, denen sich die menschlichen Gedanken annähern sollen. Die Kraft dazu kommt im Herbst von Michael. In der Anthroposophie befinden sich die Weltengedanken der Götter, die als menschliche Gedanken in der Form von Ideen und Begriffen enthalten sind. Diese Form soll zuerst durch unseren Kopf wahrgenommen werden, danach sollen die dahinter steckenden Weltengedanken den Weg zu unserem Herzen als dem neuen Erkenntnisorgan („das vernünftige Herz“) finden, wo unsere Gefühle belebt und vergeistigt und von unserem Willen durchzogen werden können. Das ist der Anfang des michaelischen Zeitalters. Deshalb wendet sich die Geisteswissenschaft vor allem an das menschliche Herz und nicht so stark an den Kopf. Die Gedanken der Götter werden zur Nahrung für die Seele, sie stellen geistiges Leben und keine theoretische Abstraktionen dar. Wenn sie im Menschen aufleben, beginnt Michael im Erdendasein zu wirken, indem er in das Erdenreich eindringt. Das Herz ist das einzige Organ, das vollkommen auf der Erde lebt. Der Herunterstieg Michaels auf die Erde hängt unmittelbar mit dem Eindringen der menschlichen Intelligenz aus dem Kopf in das Herz zusammen. Auf diese Weise bereiten wir uns auf die gegenwärtige christlich-rosenkreuzerischen Einweihung vor, die im Zeichen Michaels steht. Das Studium der Geisteswissenschaft ist die erste Stufe zur Vergeistigung der zum menschlichen Kopf herabströmenden himmlischen Intelligenz Michaels. Er erwartet von uns, dass wir mit innerer Energie die Lehre von der Geisteswelt empfangen, die Gedanken über den Geist als etwas Physisches in der Welt wahrnehmen, unsere eigenen Weltanschauung ausarbeiten und nicht um seine Kraft bitten, sondern uns mit ihr verbinden. Deshalb müssen wir eine aktive Einstellung zum Geist ausbauen. Die Kraft Michaels wird nur demjenigen verliehen, der seinen mit Liebe erfüllten Willen zu einem Werkzeug der göttlichen geistigen Kräfte macht. Wir sehen also heute zwei Strömungen verlaufen – vom Ende des 19. Jahrhunderts an steigt Michael von der Sonne zur Erde herunter und versucht, die irdische Intelligenz des Menschen zu erfassen und von unten nach oben wird die menschliche Intelligenz belebt, vergeistigt. Dadurch wird eine Brücke errichtet zwischen den Göttern und der Menschheit, die aus ihren gemeinsamen Bemühungen entsteht. Wenn wir das lebendige Den in ein kosmisches Gefühl verwandeln, wenn wir das kosmische Gefühl in unseren Willen, in schöpferische Liebe verwandeln, werden wir zu Helfern Michaels, zu Schülern in seiner Schule. Die Kämpfer Michaels sind wahrhaftig aus „Eisen“, denn das kosmische Eisen ist nicht nur der Träger der Weltengedanken der Götter, sondern auch hat eine andere Bestimmung.

Im Sommer wird das ganze physisch-ätherische Wesen des Menschen von einem inneren Schwefelfeuer erfasst – einem Prozess innerer Sulfatierung. So wie die Glühwürmchen äußerlich in den Wiesen leuchten, leuchtet auch der Mensch, wenn man ihn ätherisch von anderen Planeten aus betrachtet. Er leuchtet mit erhabenem Astrallicht, was eine äußerst wichtige Bedeutung für die Evolution des Kosmos hat. Doch dieses wunderbare Astrallicht gibt den ahrimanischen Wesen den Vorwand, sich dem Menschen anzunähern, denn Ahrimans Wesen ist mit den in uns sulfatierenden Stoffen verwandt. Seine schlangenähnlichen Formen bahnen sich den Weg unter die leuchtenden Menschen und versuchen, sie in ihre Netze zu fangen, sie nach unten mitzureißen zu einem traumähnlichen unterbewussten Zustand. Eine Gegenwirkung ist notwendig.

Die Waffe der Götter sind die Meteoritenschwärme, die aus kosmischem Eisen mit mächtiger Heilkraft bestehen. Die Schwärme durchdringen mit ihren Strahlen die menschlichen astralen Ausstrahlungen und werden im Blut zurückgespiegelt. Die Meteoriten fallen äußerlich auf die Erde, aber das lichtspendende Eisen fällt innerlich in uns und verbindet sich geistig-seelisch mit unserem Blut, wobei es die Kraft mitbringt, die den Menschen von Angst, Kleinmut und Hass befreit. Das Eisen im Blut ist unsere innere Beziehung zum Weltall. Wenn Michaeli (29.09.) naht, werden zwei Prozesse im Menschen sichtbar – das Ausstrahlen von Schwefel zum Gehirn, wobei der ganze Mensch wie ein Gespenst aus leuchtendem Schwefel aussieht, der den Leib des Drachens bildet. Von oben dringen in uns die Strahlen der Meteoritenschwärme ein. Der eine Prozess verläuft von unten nach oben, der andere – umgekehrt.

Das Fest Michaels können wir wahrhaftig erleben, wenn wir vorher unseren ganzen Seelenaufbau erneuert haben. Dann wird der Kosmos vor unseren geistigen Augen das Bild des Drachens entstehen lassen, der seinen Leib aus den bläulich-gelben Schwefelströmen bildet. Über ihm können wir Michael sehen, wie er sein Feuerschwert aus kosmischem Eisen erhebt. Dieses Bild wirkt in unserem Zeitalter als ein starker Aufruf zur inneren Handlung und weist auf etwas hin, in dem sich symptomatisch das ganze Schicksal, die ganze Tragödie der Gegenwartszeit abspielt.

Die heutige Technik besteht  zwar vielfalls aus dem meistverbreiteten Stoff – dem Eisen -, aber sie führt den Menschen in den Abgrund. Wir müssen unseren Blick auf das Meteoriteneisen richten und mit der michaelischen Kraft die Kraft des materiellen Eisens vergeistigen. Dann werden wir jene Weisheit verstehen, die mit Astrallicht aufgeschrieben worden ist:

O Mensch,

Du bildest es zu deinem Dienste,

Du offenbarst es seinem Stoffeswerte nach

In vielen deiner Werke.

Es wird dir Heil jedoch erst sein,

Wenn dir sich offenbart

Seines Geistes Hochgewalt-[2]

In diesem Spruch ist das wichtigste Gebot des Zeitalters enthalten – Michaels Gebot. Der Ausgang seines Kampfes gegen Ahriman wird den ganzen zukünftigen Gang der Menschenevolution bestimmen. In Urzeiten hat er die ihm feindseligen luziferischen Wesen gestürzt und sie in den Menschenkopf heruntergeholt, wobei er den Verstand durchdrang, damit sich dieser entwickeln konnte. Gegen Mitte des fünften Jahrtausends v.Chr. besiegte er den Drachen (Ahriman), was sich etwa 300 Jahre v.Chr. wiederholte und zum letzten Mal auch 1879 geschah. Das umfassende kosmische Ereignis von Golgatha war einmalig, während Michaels Mission in rhythmischer Reihenfolge wiederholt wird. Doch der Drache von 1879 ist viel entsetzlicher als die Vorherigen, da die Ideen und Begriffe der Naturwissenschaft der heutigen materialistischen Weltanschauung dienen. Während die luziferischen Wesen in den menschlichen Kopf heruntergeholt worden sind, dringen die ahrimanischen Geister nach 1879 in die restlichen Teile des Körpers ein. So stehen die Michaeliten zwischen den gegensätzlich wirkenden Luzifer und Ahriman. Wegen dieser Polarität bediente sich Michael in seiner übersinnlichen Schule (5.-18. Jahrhundert) und im nachfolgenden übersinnlichen Kult der luziferischen Wesen, die er den ahrimanischen Einflüssen entgegenstellte. Doch die luziferischen Einflüsse können sehr leicht zu Abweichungen im Bewusstsein der noch nicht erstarkten Michaeliten führen. Es ist ein sehr stabiles Gleichgewicht erforderlich, das nur mit Christus erreicht werden kann. 1879 hat Michael Ahriman tatsächlich im Objektiven, im Äußerlich-Geistigen besiegt. Das, was der Drache durch die menschliche Entwicklung erreichen wollte, wird verhindert. Aber nun steht eine andere wichtige Aufgabe vor der Menschenseele – der Mensch soll sich frei entscheiden, am Sieg Michaels über den Drachen teilzunehmen. Wir müssen uns dieses äußerst wichtigen Kampfes in der geistigen Welt, die uns am nächsten ist, bewusst werden. Der Materialismus nährt und erzeugt einen sehr mächtigen Drachen und es ist nicht klar, wie lange ihn Michael noch unter seinen Füßen halten kann. Die Situation wird noch komplizierter, da am Ende jedes Jahrhunderts Luzifer und Ahriman bekanntlich eine gemeinsame Attacke gegen die Menschheit unternehmen. Wie wirken die beiden zusammen?

Im Hinblick auf unsere Gedanken sind wir wach, in den Gefühlen träumen wir und im Willen schlafen wir. Wir haben also ein Bewusstsein mit drei Schichten. Die erste Schicht ist die des gedanklichen Tageslebens, die zweite – die des imaginativen Bewusstseins, das mit den Gefühlen zusammenhängt und die dritte – des inspirativen Bewusstseins, das mit dem Willen zusammenhängt. Die Wahrheiten, die auf die äußere Beobachtung zurückgehen, hängen mit der ersten Schicht zusammen, während die tieferen (etwa die mathematischen) von der dritten Schicht stammen. Nur in der mittleren Schicht herrscht das Chaos der Träume.

  1. Leben der Vorstellungen (Gedanken) – Luzifer
  2. Imaginationen – Bewusstsein
  3. Inspirationen – Ahriman

Die menschlichen Gedanken haben einen reflektierenden Charakter und hängen mit der Vergangenheit zusammen. Der Kopf ist im Absterben begriffen. Nachdem Michael die luziferischen Wesen in den Kopf heruntergeholt hatte, nahmen diese den Kampf gegen das Sterben ihrer „Wohnstätte“ auf. Sie sind bestrebt, den Kopf so lebendig wie der andere Organismus zu machen. Luzifer schickt ständig Lebenskräfte in den Kopf, die ihn beleben und unserer Intelligenz Gehalt verleihen, die sonst nur Gedanken und Bilder erfasst (substanzieller Inhalt). Die Gedanken und Vorstellungen will er also durch objektive irdische Wirklichkeit durchdringen. So werden wir die andere Wirklichkeit verlassen und uns in eine gedankliche Wirklichkeit versetzen, die real und nicht nur gedanklich wäre. Unsere Phantasien sollen nach Luzifers Absicht wirklich werden! In diese Richtung bewegen sich viele geistig Suchende im Osten. Das Heraussaugen der Lebenskräfte aus dem Organismus und ihr Hineinpressen in die absterbenden Kräfte des Kopfes sind allerdings die inneren Ursachen der Krankheiten. Michael setzt sich dem entgegen, indem er den Menschen an die Erdentwicklung bindet, damit dieser seinen richtigen Weg auf die zukünftigen Jupiter, Venus und Vulkan fortsetzen kann.

Genau entgegengesetzt ist die Wirkung der ahrimanischen Wesen, die im Willen wirken, wo der Mensch schlafend ist. Der Wille hängt mit der Zukunft zusammen, die Ahriman nicht zulassen will, wozu er die Kräfte des Todes aus dem Kopf in den vom Leben erfüllten restlichen Organismus hinunterzuziehen versucht. Im Willen steckt etwas von der Begierde. Da will der Satan das persönliche Element des Menschen hineintragen, anstatt durch göttliche Ideale den Wunsch (und dadurch auch den Willen) mit etwas Persönlichem zu durchziehen. So wird aber unsere Beziehung zur geistigen Welt abgebrochen.

Wir stehen auf diese Weise zwischen Luzifer und Ahriman, die uns Krankheiten und Tod im Physischen bringen. Im Seelischen unterliegen wir Illusionen und halten das, was nur der Welt der Gedanken und Vorstellungen gehört, für die Wirklichkeit. Im Hinblick auf das geistige Element dringt in den Menschen der Egoismus ein. Nur wenn in der mittleren Bewusstseinsschicht, die mit den Gefühlen zusammenhängt, der Christus-Impuls Platz einnimmt, können die erwähnten Einflüsse nicht da eindringen. Die Weisheit und die Logik drangen in diese Schicht durch Christus ein, ohne den das mittlere rhythmische Wesen des Menschen leer gewesen wäre und keine Entwicklungsmöglichkeit bestanden hätte. Nur in den Gefühlen leben wir hier und jetzt. Das Herz ist jenes physische Organ, durch das wir Gefühle zeigen. Deshalb ist es das einzige Organ, das vollständig mit dem Erdenleben zusammenhängt. Das Herz ist beileibe nicht diese Pumpe, für die es die heutige Medizin hält. Der Geist ruft das Pulsieren hervor und bewegt das Blut in den Blutgefäßen, die Bewegung des Herzens ist nicht die Ursache, sondern die Folge der Blutpulsation. Wie viele Hunderte von Atmosphären Druck wären notwendig, wenn das Herz eine Pumpe wäre, damit das Blut bei dem bestehenden Widerstand in den Kapillaren in Bewegung gesetzt wird?! Wer oder was setzt diese Pumpe in Bewegung? Welche Funktion hat das physische Herz, wenn der Mensch auch ohne dieses leben kann? Der Medizin sind solche Fälle bekannt!

Es liegt auf der Hand, dass eine grundlegende Änderung der Denkart notwendig ist. Das ist es, was Michael von uns erwartet! Wir müssen uns vom Bewusstsein durchdringen lassen, dass der Mensch unsichtbar ist und sich seinem Wesen nach nicht von den übersinnlichen Geistern unterscheidet. Mit unseren physischen Augen sehen wir nur die mineralischen Partikel, die die menschliche Form ausfüllen. Die materiellen Partikel sind ein Zeichen, dass ein Mensch vor uns steht. Die Kraft zu einem solchen Bewusstsein kommt von Michael seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Doch wir werden sie erhalten und durch sie den Christus-Impuls verstehen, nur wenn wir grundlegend unseren Seelenaufbau ändern, indem wir zweierlei erfüllen:

  1. a) den Spiegelcharakter unseres Denkens sowie die Tatsache begreifen, dass es in ihm keine Substanzgibt;
  2. b) in unsere Wünsche und in unseren Willen nur das hineintragen, was aus der übersinnlichen Wirklichkeit kommt.

Auf diese Weise werden wir den Christus-Impuls in der geistigen Welt finden („Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, Joh. 18:36) und zu den tiefsten Impulsen der sozialen Frage vordringen. Die abstrakte Vereinigung der Völker wird das internationale Problem nicht lösen. Die Geister sind es, die die Menschen vereinen werden! Die Medikamente, die aus der Apotheke der alten historischen Entwicklung stammen, helfen nicht. Die heutige Geschichte ist eine Art Fabel. Das abstrakte Aufzählen von Ereignissen und die Suche nach Ursachen und Folgen der historischen Ereignisse im Äußerlichen berücksichtigen nicht die Umwandlungen des menschlichen Seelenlebens. Während im vierten Jahrhundert v.Chr. über Gott den Allweisen gesprochen wurde, nannte man Ihn mit dem Schwinden des Hellsehertums den Allmächtigen. Die Menschen kommen nicht mehr hinter die geistigen Ursachen, die die sichtbaren Ereignisse in Gang setzen und sie fürchten die Macht Gottes. Dazu tragen auch bestimmte übersinnliche Wesen bei, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts ihre Wirkung entfalten und auf dem Jupiter eine Existenz haben werden, die ähnlich der heutigen Menschheit ist. Sie tragen zwar untermenschlichen Charakter, aber da sie von höheren ahrimanischen Geistern beherrscht werden, besitzen sie etwas, was über ihre Natur hinausgeht. Diese Wesen sind aber mit unserem heutigen Bewusstsein verwandt, wenn es verdunkelt ist. Das vernebelte Bewusstsein wird zum Tor, durch das sie in das Seelenwesen und den Leib des Menschen eindringen, der zum Vollzieher tückischer Pläne wird. Laut Rudolf Steiner wurde der Erste Weltkrieg in Wirklichkeit von 30 bis 40 Personen mit verdunkeltem Bewusstsein verursacht, die damals wichtige Posten bezogen haben. Unser heutiges Schicksal wird wieder zum größten Teil von solchen Führern bestimmt, die nicht wissen, was sie tun. Wenn der Mensch Materialist ist, ist sein Kopf schwach, er ist im Hinblick auf sein Bewusstsein passiv und wird zur leichten Beute für Ahriman, der in sein Denken mit dem Atheismus eindringt. Beinsa Douno charakterisiert den Atheisten als „wahnsinnig“ und Steiner als „krank, organisch beschädigt“. Das Göttliche ist der erste Schritt zum Geist, allerdings ist dieser Schritt nicht ausreichend. Es ist ein wahres Unglück für die Seele, wenn man in diesem Leben nicht den Weg zu Christus findet. Dann ist auch das Tor zum Geist verschlossen, was die Seele schwach macht und zur Idiotie führt.  Die seelischen Schwächen prägen unser Leben stark ein, da in der Seele nach dem Golgatha Christus „steckt“. Er kann nur durch die gegenwärtige christlich-rosenkreuzerische Einweihung gefunden werden. Die Rückkehr zu vergangenen Evolutionsstufen ist reiner Atavismus und wird zu einem Hindernis für Michael. Während vor 4000 Jahren die Menschen Seele atmeten, atmen sie nun Luft. Am Anfang des Alten Testaments steht: „Und Gott blies ihm Lebensatem in die Nase“. In den alten Zeiten atmeten die Menschen die vergeistigte Luft ein und konnten deshalb keine Atheisten sein. Heute ist die Luft anders. Die geistigen Elementarwesen sind wieder in der Luft und wir atmen sie nach dem Yoga-System ein, doch was in der Urzeit beim normalen Atmen erreichbar war, lässt sich nicht in künstlicher Weise wieder herstellen Die große Illusion der Ostmenschen besteht im Glauben, dass dies möglich ist. Nachdem sich die Luft der Seele entleert hatte, zogen dorthin viele ahrimanische Wesen ein, die leicht in den Menschen eindringen, wenn er die Yoga-Atmung praktiziert. Wir haben langsam die Beziehung zur geistigen Welt verloren und sind Atheisten geworden. Wenn wir im Zeitalter Michaels lernen, in der uns umgebenden Natur nicht nur das Sinnliche, sondern auch das Seelische wahrzunehmen, werden wir eine Christus-Einstellung zur Natur haben, die einem geistigen Atmungsprozess ähnlich sein wird. Wir müssen durch die Welt mit dem Bewusstsein schreiten, dass mit jedem Blick, mit jedem Ton, den wir hören, in uns etwas Geistig-Seelisches einströmt, aber auch dass wir auch etwas Seelisches in die Welt ergießen. Wenn wir auf die Flamme einer Kerze schauen und danach die Augen schließen, wird das in uns ersterbende Bild objektiv und nicht subjektiv sein. Mit dem Bild haben wir im Weltenäther einen objektiven Prozess abgedruckt. So wie die Menschen vor 4000 Jahren das Bewusstsein hatten, dass die Atmung ein objektiver Prozess ist, müssen wir nun das Bewusstsein entwickeln, dass der beschriebene seelische Prozess mit der Kerze auch ein solcher Prozess ist. Wenn wir das Licht als den allgemeinen Vertreter der Sinneswahrnehmung annehmen, müssen wir uns zum Bewusstsein erheben, dass es beseelt ist, wie die Luft in der Urzeit beseelt war. Die Sonne strahlt nicht jene Schwingungen aus, von denen die heutige Physik spricht, sondern die Seele dringt durch den Weltenraum zu den Schwingungen des Lichtes durch, was früher durch die Luft geschah. Das ist der objektive Unterschied im Prozess der Erdentwicklung.

                   Das Geheimnis von Golgatha

seelischer Luftprozess  seelischer Lichtprozess

 

Diese Wandlung wurde durch die Tatsache verursacht, dass Christus sich mit der Erde verbunden hat. Auf dem alten Mond haben wir Feuer (Wärme) geatmet und heute atmen wir Luft, auf dem Jupiter werden wir Licht atmen und in Licht leben. Durch das Sonnenlicht richtet sich eine geistige Kraft auf die Erde – die Liebe von Michael und Christus. Mit unserem Gedanken können wir nur schwer den Einfluss des Christus-Impulses bemerken. Wir denken grundsätzlich nicht mit dem physischen Gehirn, sondern mit der Verstandesseele, die den ganzen Leib erfasst und durchdringt. Das Denken kommt im Ätherleib als ein chemischer Prozess zum Vorschein, der sich auf dem physischen Plan als Absonderung von Salzen im Gehirn und im Blut ausdrückt. Diese Salze sind die Träger der Information und sie zeichnen durch das Blut alles im Gedächtnis auf, d.h. im Ätherleib und nicht im physischen Gehirn. Das physische Gehirn vermittelt nur das Denken, damit es in der physischen Welt in Erscheinung treten kann. Die Medizin weiß, dass die menschlichen Zellen – einschließlich der Gehirnzellen – alle sieben bis acht Jahre erneuert werden, doch das Gedächtnis verschwindet nicht, da es im Ätherleib aufgezeichnet ist. Wir zeichnen im Äther das auf, was wir erlebt haben und erinnern uns daran, indem wir dem Äther den Ätherabdruck entnehmen. Das Erinnern rettet das Menschenwesen vor der Zerstörung, da es Kommunikation mit dem Weltall darstellt. Indem wir uns erinnern, sind wir nicht allein. Dort finden wir auch Christus, der sich nach Golgatha mit unserem rhythmischen System verbunden hat. Indem wir in die Gefühle eintauchen, wo der Christus-Impuls und die Elementarwesen sind, können wir auch zum Willen hinunterkommen. Auf diese Weise werden wir den Erlöser tatsächlich und nicht mystisch-abstrakt finden.

Wenn der alte Saturn mit dem Willen zusammenhängt, die alte Sonne – mit dem Fühlen und der alte Mond – mit dem Denken, so lässt sich das Gleichgewicht durch das vierte Element – die Liebe – erreichen, mit dem die Erdentwicklung zusammenhängt. Die Liebe ist ohne die Freiheit nicht möglich. Nur das Ich („der Menschensohn“) macht uns frei, damit wir Liebe schaffen. „Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei!“(Joh.8:36). So wird die Dreizahl zur Vierzahl.

Saturn                     –              LIEBE                  –                     Sonne

Wille                                       Mond                                         Fühlen

Denken

Das Ich tritt bei jedem Einatmen in den physischen Leib ein und beim Ausatmen tritt es aus dem Leib wieder aus. So erhält es Erfahrungen, lernt deren Bedeutung kennen und erwächst zum Geistesmenschen, der kein Glück, sondern das opfernde Mitschöpfertum Gottes sucht. Dann werden die Worte Christi „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“ (Joh. 10:34) zur praktischen Wirklichkeit.

Nachdem sich Christus mit der Erde verbunden hat, ist Er in jeder Menschenseele anwesend, jedoch in einem jeweils unterschiedlichen Maß manifestiert. Wir machen aus Ihm etwas Persönliches, aber wenn wir die richtige Einstellung zum Erlöser haben, ist sie die gleiche für jeden und gewährt jedem den richtigen Weg in der geistigen Entwicklung. Mit Christus in unserem Ich können wir selbst den stärksten Feind besiegen – das ist die Angst in all ihren Formen. Beinsa Douno warnte uns: „Wenn ihr auf eurem Weg vor jedem Hund aufschreckt, warum seid ihr überhaupt unterwegs?“ Der „Hund“, das sind die sichtbaren und unsichtbaren Gefahren, denen wir uns mit der angeeigneten innersten Kraft des Ich widersetzen können, die wir erreichen, wenn wir bewusst unser Blut regeln.

Was geschieht, wenn wir Angst empfinden? Das Blut wird sofort im Herzen, im Zentrum des Menschen aufgestaut, damit es dort einen stabilen, zähen Mittelpunkt gegen die Außenwelt aufbaut. Deshalb erbleichen wir. Doch dieser Prozess wird durch die unbewusste Kraft des Ich verursacht, die auf das Blut einwirkt. Diese Kraft sollte langsam immer stärker und beherrschter werden, so dass wir auf dem Jupiter in der Lage sind, bewusst und furchtlos unser (ätherisches) Blut auf unser Zentrum zu steuern, um die Kräfte zu erhalten, die wir zum Meistern der Herausforderungen brauchen. Und die Herausforderungen vor uns werden es in sich haben.

Die heutigen Maschinen sind Dämonen, die auf dem Jupiter unaufhaltsam gegen den Menschen wüten werden. Sie werden ein Leben erlangen und sich mit entsetzlicher Feindseligkeit gegen uns wenden, da wir nur von unserem persönlichen oder gesellschaftlichen Egoismus ausgehend schöpferisch wirken und nicht auf das Schöne und Edle Rücksicht nehmen. Diese Kräfte drohen, die Erde zu zerreißen und sie zum Bersten zu bringen. Aber so weit wollen wir gar nicht gehen!

Nach dem michaelischen Zeitalter folgt die düstere saturnische Epoche Oriphiels, wenn unaufhaltsame wütende Kriege toben und fürchterliche Krankheiten die Menschheit befallen werden. Das Siegel der Sünde wird überall sichtbar sein! Die weise unsichtbare Leitung bereitet heute eine relativ kleine Gruppe von Menschen vor, die Michael treu sind und die das Licht der Geisteserkenntnis in dieses düstere Zeitalter hineintragen soll. Das sind die Michaeliten, die in sich den Grundstein der neuen christlichen Mysterien aufgenommen haben, den Rudolf Steiner am 20.09.1913 in Dornach gelegt hat. Durch die Michaeliten wirkt Michael und strahlt Geistigkeit in Form von Gedanken und Ideen aus, die Erleuchtung tragen. In der physischen Welt gibt es zahlreiche Mittel zum Ergießen von Spiritualität, doch hauptsächlich gibt es zwei Gruppen von ihnen – die vergeistigten Mittel Michaels, die direkt, in einer menschlich intimen Art von Seele zu Seele und von Herz zu Herz wirken, und die intelligenten und seelenlosen Mittel Ahrimans – Maschinen, Telefone, Computer, Fernsehen, Bücher usw. Sie sind auch eine geistige Kraft, aber eine solche, die Ahriman gegen Michael gerichtet hat. Diejenigen, welche in der übersinnlichen Schule ausgebildet wurden, hat Michael immer gewarnt: „Damit das, was wir hier vorbereitet haben, Wirkung hat, sollt ihr, wenn ihr auf die Erde herabsteigt, die Menschen um euch versammeln, ihnen die wesentlichen Sachen mündlich verkünden. Ihr dürft nicht die literarischen Einflüsse, die in der Welt durch das gedruckte Buch erzeugt werden, für die wichtigsten halten – arbeitet direkt, intim mit jedem!“ Die Bücher sind nur Hilfsmittel. Doch wir können Ahriman nur mit dem persönlich Menschlichen entgegenwirken, denn er hat nur einen Berührungspunkt mit dem Menschen – den Intellekt. Wenn wir ihn in uns hereinlassen, führt uns dieser starke Geist zum verhängnisvollen Materialismus und lässt unsere leiblich-seelischen Werkzeuge austrocknen, indem er die Beziehung bricht zwischen dem menschlichen Geist und dem Einigen schöpfenden Geist, der ihn hervorgebracht hat. Diese Beziehung ist die den Menschen belebende Liebe – das Ziel des irdischen Äons. Aus der Liebe wird auch jenes geheimnisvolle Wesen entstehen, das wir ‚den Ältesten‘, ‚den Greis‘[3] nennen. Beinsa Douno sagte: „Ich kenne nur 24 Greise und sie sind im Himmel. Nun wird der 25. Greis vorbereitet.“[4] Was ist dieser Greis?Die Entwicklung unterliegt der Zahl 7. In unserem Kosmos werden wir sieben Bewusstseinszustände vom Saturn bis zum Vulkan durchlaufen. Jedem von ihnen entsprechen jeweils sieben Lebenszustände oder Reiche (Runden). Wir leben im vierten Reich, dem mineralischen Reich. Jeder Lebenszustand durchläuft seinerseits sieben Formzustände, die ‚Globen‘ genannt werden.

Bewusstseinszustände

 

1. Allbewusstsein,
Trancebewusstsein
Saturn
  7. bewusstes Allbewusstsein
spirituelles Bewusstsein
(Intuition) Vulkan
2. Tiefschlafbewusstsein, traumloses Bewusstsein Sonne

  6. überpsychisches Bewusstsein, bewusstes Schlafbewusstsein
(Inspiration) Venus 
3. Traumbewusstsein, Bilder-Bewusstsein
Mond
  5. Psychisches Bewusstsein, bewusstes Bilderbewusstsein
(Imagination) 

Jupiter

4. Gegenstandsbewusstsein, Wachbewusstsein
Erde
Lebenszustände(Runden, Reiche)
Erstes Elementarreich:
Wiederholung des Saturn-Zustandes
  Vorgefühl des Vulkan-Zustandes:
Menschenreich
Zweites Elementarreich:
Wiederholung des Sonnen-Zustandes
  Vorgefühl des Venus-Zustandes:
Tierreich
Drittes Elementarreich:
Wiederholung des Monden-Zustandes
  Vorgefühl des Jupiter-Zustandes:
Pflanzenreich
  Mineralreich  
Formzustände (Globen) 
Arupa – höheres Devachan
arupamental
  Archetypen oder Urbilder

Höheres Devachan – hier 666

Niederes Devachan
rupamental
  Niederes Devachan Intellektuell
Аstral   Plastisch – höher astral
Hauptzeitalter – physisch (ätherisch-physisch)
1. Polarier   Zeit der „Sieben Posaunen“ – hier  66
Ende der physischen Erdenentwicklung
2. Hyperboräer   Zeit der „Sieben Siegel“
3. Lemurier 5. Arier  
4. Atlantier    
Kulturepochen (Unterrassen) 
Erste nachatlantische Zeit
(Urindische) 7227-5067 v.Chr..
  Siebte nachatlantische Zeit (Аmerikanische) 5733-7893
Zweite nachatlantische
(Urpersische) 5067-2907 v.Chr.
  Sechste nachatlantische Zeit
(Slawische) 3573-5733
Dritte nachatlantische Zeit
(Ägyptisch-chaldäische) 2907-747 v.Chr.
  Fünfte nachatlantische Kulturepoche
(Germanische) 1413-3573
  Vierte nachatlantische Kulturepoche
(griechisch-römische) 747 v.Chr..-1413  n.Chr.
 

 

Im Mineralreich haben wir die ersten drei Formzustände abgeschlossen – den formlosen geistigen Arupa-Zustand (höheres Devachan), den Rupa-Zustand  (niederes Devachan) und den Astralzustand. Nun befinden wir uns im vierten „physischen“ Formzustand und werden danach drei weitere höhere geistige Zustände durchlaufen.

Wir müssen unterscheiden zwischen ‚mineralisch’ (dem Mineralreich) und ‚physisch’ (Formzustand), die nicht das Gleiche bedeuten. Auf dem ersten Blick fällt das Physische mit dem Mineralischen zusammen und beide Zustände können leicht verwechselt werden. Das Mineralreich durchläuft alle Formzustände und kann als solches selbst im höheren Devachan existieren. Später „steigt“ es bis zum physischen Formzustand herunter, wobei es sich verdichtet. Die „Globen“ sind keine benachbarten Himmelskörper, sondern ein und derselbe Globus wird verdichtet und geht dann in eine astralische und höhere Form über. Jede Formstufe schließt sieben große Epochen ein und jede Epoche wird in sieben Kulturen unterteilt. Bisher haben wir drei Formzustände durchlaufen und befinden uns im vierten (mineralischen), wir haben vier Epochen durchlaufen und befinden uns in der fünften (nachatlantischen). Wir haben vier Kulturen durchlebt und befinden uns in der fünften (germanischen) Kultur. Folglich lautet unsere Zahl der Entwicklung 3.4.4. Es bleiben noch zwei Kulturen (die slawische und die amerikanische) der fünften Epoche, damit wir zur sechsten Epoche der „Siegel“ übergehen, wie Johannes sie in seiner Apokalypse nennt und die jetzt in der Astralwelt ist. Mit der siebten Epoche der „Posaunen“, die wir in der Sphärenharmonie sehen können, wird unsere physische Erdentwicklung zu Ende sein. Wenn wir bedenken, dass eine Kulturepoche 2160 Jahre dauert, wird dieses Ende in 36130 Jahre eintreten. Dann müssen wir so fortgeschritten in unserer Evolution sein, dass wir mit der Kraft der Liebe nicht nur den physischen Leib, sondern auch die Erde mit allen sie bewohnenden Wesen astralisieren können. So werden wir in den fünften Formzustand übergehen – den „plastischen“. Wenn wir irgendwann in der fernen Zukunft auch die restlichen zwei überwunden haben, wird das Mineralreich ausgebaut und somit der 25. „Greis“ erschaffen sein. Jeder der 24 Ältesten ist eine Art Emanation der ganzen Entwicklung im Laufe eines Weltenkreislaufs, in dem eine Kategorie von Wesen ihre „menschliche“ Entwicklungsstufe durchläuft.

In den ersten drei Runden des irdischen Äons hat es eine Wiederholung jeweils des alten Saturn-, Sonnen- und Mondenzustandes. Damals sind drei Kategorien von Engeln, die auf dem alten Mond zurückgeblieben waren, zu „Menschen“ geworden, d.h. zu Ich-Wesen. Wir Menschen tauchten erst in der vierten Runde (dem Mineralreich) auf, die in der Apokalypse des Johannes „das Glas-Meer“ genannt wird. Wenn wir die Entwicklung vom Anfang des alten Saturn betrachten, werden wir feststellen, dass uns gegenüber 24 Kategorien von Wesen stehen, die zu „Menschen“ geworden sind. Ihre Vertreter sind die 24 Ältesten, die die Weltenkreisläufe regieren – das sind die wahren Könige der Zeit und die Leiter des Schicksals, das Alpha und Omega der Entwicklung. Heute bringen wir den 25. Ältesten hervor, der sich qualitativ von allen Bisherigen unterscheidet, da er mit dem Mysterium von Golgatha zusammenhängt. Christus trat in unseren Kosmos in der Mitte der alten Sonne ein, als der elfte „Greis“ entstand. Aber Er musste bis zur Mitte unseres gegenwärtigen Äons warten, wobei Er die eigene Evolution verlangsamte, um sein grandioses Opfer darzubringen. In dieser Zeit wurden die höheren Götter zu „Vätern“ von niedrigeren Wesen, die ihre menschliche Stufe zurücklegten indem sie ihnen die Ich-Substanz schenkten. So strahlen die Geister der Weisheit die belebende Wohltat aus, die zum eigenen Ich der Erzengel wird. Bei Michael verband sich sein Ich auf eine außergewöhnliche Weise mit Christus und führte zu seinem heutigen Status im Kosmos. Damals wurden auch die menschlichen Ätherleiber erschaffen, aus denen zwölf abgesondert wurden – für die zukünftigen Bodhisattvas der Welt. Christus ist der Träger der Weisheit und Liebe im Weltall. Deshalb durchströmte Er auf der alten Sonne den erhabensten Geist der Weisheit und erst später, in unserem Äon der Erde, hat Er sich durch die sechs Sonnenelohim mit dem Ätherleib Jesu verbunden. Die Elohim sind nicht nur Formgeister, sondern auch Geister der Liebe. Sie wurden zu unseren „Vätern“, als sie und ihre eigene Substanz schenkten. Es gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen der Ich-Substanz, die von einem anderen Geist erhalten wird und der Substanz, die Christus mitbrachte. Der Erlöser ist das einzige Wesen in unserem Kosmos, das ein entwickeltes viertes Makrokosmisches Ich-Prinzip hat. Mit Ihm kommt das wahre Ich für alle Wesen, die an der Evolution beteiligt sind. Dieses Ich ist der Geist des Vaters und er dringt auf eine spezifische Art in jedes Wesen ein, dass zum „Menschen“ geworden ist. Nur der Vater kann von sich „Ich bin ich“ sagen, d.h. ein Ich, das Iche als unsterbliche göttliche Funken schenkt. Nur der Sohn kann bei der Übergabe dieses höchsten Prinzips der Mittler zwischen dem Vater und dem Menschen sein. Durch Christus stieg das Ich-Prinzip bis zur physischen Welt herunter, war in der historischen Persönlichkeit des Christus-Jesus anwesend und verband sich danach mit der Erde. „Ich bin“ ist das Christus-Prinzip im Menschen. Der Erlöser wurde zum Mittelpunkt der Erdentwicklung, die in zwei Hälften unterteilt wird – in eine Mars- und in eine Merkurhälfte. Die alte Sonne war der Kosmos der Kraft, die durch den Mars und das Eisen repräsentiert wurde. Merkur repräsentierte den alten Mond als den Kosmos der Weisheit. Zwischen beide „stellte sich“ die Liebe, die mit Christus kam und die die Kraft und wird beide harmonisieren. Die höchste Manifestation der Liebe fand auf Golgatha statt, als der Heiland ausrief: „Vater, in deine Hände übergebe ich Meinen Geist“, also Mein makrokosmisches Ich. Das Opfer von Golgatha ist ein zentrales Ereignis nicht nur für die Erde, sondern auch für den ganzen Kosmos vom Saturn bis zum Vulkan. Dank diesem Opfer stieg die erste Hierarchie der Throne, Cherubim und Seraphim noch höher zur Heiligen Trinität auf und dies ermöglichte die weitere Evolution. Die Liebe wurde zum Ziel und Sinn unseres Kosmos. Aus der Tatsache, dass wir еin Teil der Galaxie der Milchstraße sind und sich nichts wiederholt, folgt, dass der Erdenmensch ein Wesen mit einer außerordentlichen Mission ist, auf den der ganze Himmel schaut! Zum ersten Mal in der Weltentwicklung können Wesen, die ihre Menschenstufe durchlaufen, bewusste freie Mitarbeiter Gottes werden und das werden sie tun! Diese Möglichkeit verdanken wir Christus, der uns das Ich in seinem vollen Umfang gegeben hat. „Die Schlüssel Davids“ gehören uns. Nach dem Ereignis von Golgatha werden die Worte des Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“ zur Garantie für das höchste Ziel des Menschen – die Liebe. So können wir zum Ideal für die Götter werden, dessen Urbild sie auf Golgatha finden. Aber das Ich ist ein zweischneidiges Schwert mit einer mächtigen Kraft, zu deren Meisterung eine umfangreiche Vorbereitung erforderlich ist. Aus der versinkenden Atlantis wurden nur diejenigen herausgeführt, die fähig waren, später das Denken zu entwickeln. Ein großer Teil von ihnen blieb in Europa, der überwiegende Teil der europäischen Bevölkerung gehört zu ihnen. Unter der Leitung Manus haben die Fortgeschrittensten ihren Weg nach Osten, nach Zentralasien fortgesetzt, um später die Quelle aller zukünftigen Zivilisationen zu geben. Das sind die Arier, die in den alten indischen Schriften erwähnt werden. Die Arier kombinierten das atavistische Hellsehen mit einer Denkfähigkeit und begründeten die alten Mysterien des Geistes und des Lichtes. Damals entsprang die Kultur dem geistigen Leben, deshalb waren die Priester der Mysterien auch die wahren Verwalter des jeweiligen Gebietes, die Häuser und Kanäle bauten. Getreide pflanzten usw. Wie hießen diese Priester? Die Antwort gibt uns der Meister Beinsa Douno: „Bulgare im kosmischen Sinne des Wortes ist ein Mensch des Geistes, ein Sohn des Lichtes“[5]. Der Name ‚Bulgare‘ ist nicht willkürlich gegeben worden, er enthält eine große göttliche Idee. Wer bereit ist, diese Idee aufzunehmen, trägt bereits diesen Namen. Die Bulgaren haben die Aufgabe, der Menschheit das höchste Ideal – die Liebe anzubieten“.[6] …“Die besten Menschen sind die Bulgaren. ‚Bulgarien‘ stammt von blag ‚gütig‘ und die gütigen Menschen sind die Bulgaren“[7]… „In den Bulgaren gibt es drei gute Eigenschaften. Zuerst haben hier die alten Thraker gelebt, die blagati ‚edel, gültig“ hießen oder Blagari. Sie haben Gutes getan. Von ihnen hat der Bulgare die Neigung zum Mystischen und Spirituellen geerbt. Dann kamen die Slawen, die die Balkanhalbinsel besiedelten. Von ihnen haben die Bulgaren den Geist des Opfers und die Selbstleugnung geerbt. Zum Schluss kamen die Bulgaren Asparuchs aus Asien, von denen die Bulgaren die Tapferkeit und das Willenselement geerbt haben.“[8]

Es wird klar, dass die Priester in den Mysterien des Geistes und in den Mysterien des Lichtes den geistigen Titel ‚Bulgaren‘ getragen haben, der sich zusammensetzt aus blag und aria. Die auf der alten Sonne ausgestrahlte „Wohltat“ erreichte nach einer langen Entwicklung den Äon der Erde und verband sich mit dem Gedanken, um Gutes hervorzubringen. In den alten Mysterien hatten nur die Eingeweihten die Möglichkeit, Gutes zu tun, die Christus (das Ich) auf der Sonne gefunden hatten. Bei der Einweihung treten aus dem Menschen nicht nur das Ich und der Astralleib, sondern auch der Ätherleib aus, der eine Beziehung zur „Wohltat“ hat. Nach dem Ereignis von Golgatha hat sich alles grundlegend gewandelt. Es ist für die Einweihung kein dreitägiger Schlaf mehr notwendig, sondern unser waches Ich-Bewusstsein muss zur Triebkraft der Einweihung werden. Nur dieses Bewusstsein ist fähig, in Freiheit und aus reiner Liebe Gutes zu tun. Erst jetzt – 2000 Jahre nach der Geburt des Christus-Impulses auf dem Erdenplan – können wir die Synthese zwischen Denken und Wille durch die Liebe vornehmen und Christus aus dem ätherischen Plan finden. Christus strömte in unsere Evolution auf der alten Sonne ein, als wir unseren Ätherleib erhalten haben. Erst heute können wir Ihn aber völlig bewusst finden und zwar gerade im Ätherleib. Nur so können wir beginnen, jenes Gute zu schaffen, was sich aus dem zukünftigen Maitreya ausgießen wird. Damit das ermöglicht wird, hat Michael 1879 den Drachen besiegt und später über Rudolf Steiner die Geisteswissenschaft inspiriert. Die Bulgaren haben ihre Freiheit vom Osmanischen Reich 1879 erlangt und danach inkarnierte der Bodhisattva unter ihnen. Von ihnen wird die Liebe ausgehen, doch wie viele sind „Bulgaren“? Nur wer ein Mensch des Geistes und ein Sohn des Lichtes geworden ist, kann bewusst an diesem kolossalen Werk teilnehmen! Es spielt keine Rolle, wo er geboren ist!

Trotzdem gibt es immer ein Volk, das in einer gegebenen Zeit der Keim zu etwas Neuem bildet. Das bulgarische Volk wurde so lange durch die göttliche Leitung auf die heutige Zeit vorbereitet. Niemand kann Bulgarien auslöschen! Deshalb sagte der Priester der Bogomilen Petar Ossogovetz, dass wir unter der obersten Obhut der Milchstraße sind. Hier wird die zukünftige slawische Kultur ihren Anfang nehmen, die zum Keim der sechsten Epoche der „Siegel“ wird, durch die wir uns auf die Epoche der „Posaunen“ und das Ende der physischen Erdentwicklung hin entwickeln werden. Nach drei weiteren Formzuständen werden wir das vierte Mineralreich des Erdenäons beenden und den 25. „Greis“ erschaffen. Heute bauen die Menschen ihre Bewusstseinsseele aus. Das gilt auch für den 25. „Greis“.  Nur wenn wir zu „Bulgaren“ werden, d.h. wenn wir neu geboren werden, werden wir fähig sein, das wahre Gut zu schaffen, das „Wohltat“ heißt und somit auch den 25. „Greis“, dessen Name ‚Blagari‘ ist!!! Ja, der Name des 25. Ältesten ist Blagari! Die ganze folgende Evolution wird ein ständiger Kampf zur Transformation des Bösen in eine „Wohltat“ mit der Kraft des Ich sein, die als Liebe manifestiert wird. Michael sucht in seinem Zeitalter seine Kämpfer, seine „Bulgaren“. Nur wahre Arier (Iche) können „Wohltat“ erschaffen. Wir haben die Ehre, in einer außerordentlichen Zeit zu leben, wenn die Zukunft Bulgariens, die Zukunft der Erde und des Kosmos von unserer Entscheidung abhängt. Das geistige Leben der alten Zeiten hat heute jegliche Schlagkraft eingebüßt und besteht lediglich aus Gedanken und Begriffen. Die Königstitel, die Adelstitel, die Kronen sind der letzte atavistische Rest der Mysterien des Altertums, als die Priester sie nach ihren Verdiensten trugen. Heute müssen wir vom denkenden Geist den Weg zum schaffenden Geist finden, der in Freiheit wirkt. Weder das geistige Leben, das die Kirche führt, noch das vom Staat gelenkte geistige Leben, das unter der Last der Wirtschaft leidet, können für die Menschheit fruchtbar sein, sondern nur das geistige Leben, das auf sein eigenes Fundament gestellt worden ist. Die äußere Herrschaft lässt sich leicht erreichen, da sie kein persönliches Verdienst ist, sondern eine natürliche Notwendigkeit. Doch jeder, der heute die äußere Herrschaft erlangt, nimmt die Kräfte der Zerstörung, der Krankheit in sich auf und lebt in ihnen. Dasjenige, was die Menschheit in die Zukunft mitnehmen wird, wird aus dem neuen Keim des Geistes kommen. Diesen Keim müssen wir aufziehen. Wer die äußere Herrschaft innehat, ist dafür verantwortlich. Der Angloamerikanismus hat die Weltherrschaft, aber ohne die Hinwendung zum Geist wird er nur Unglück bringen. Die Vereinigten Staaten sollten der Entwicklung helfen und keine Kriege führen. Sehen Sie, wie die Attacke der drei Sechsen diesen Staat wörtlich zerstören! Luzifer macht das mit dem Egoismus und Ahriman mit der Lüge, die Asuras zerstören und töten jede Kultur auf dem physischen Plan. Ohne den Geist werden die moralische Sintflut und das soziale Chaos immer größer werden, „das zweihörnige Tier aus dem Abgrund“ wird sich immer mächtiger erheben. Wie werden wir ihm entgegentreten? – Nur mit der Kraft Michaels, der es besiegen wird. Das ist in der Apokalypse des Johannes niedergeschrieben worden. Mit dieser Kraft werden wir zukünftig den 25. Greis schaffen, der Blagari heißt!

 

Liste der verwendeten Literatur

Дуно, Беинса. „Българската Душа“ Astrala, 2000, Douno, Beinsa, „Die bulgarische Seele“

Новият и Старият Завет, das Alte und das Neue Testament
Щайнер, Рудолф. Мисията на Архангел Михаил, Steiner, Rudolf, „Die Sendung Michaels“ (GA 194).
Щайнер, Рудолф. Апокалипсисът на Йоан, Steiner, Rudolf, „Die Apokalypse des Johannes“
Щайнер, Рудолф. Духовните Йерархии и тяхното отражение във физическия свят.Steiner, Rudolf, „Geistigen Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt“ (GA 110)
Энциклопедия Духовной науки. В двух томах. Съст. Г. Бондарев. М., 1999. Bondarew, Gennadij, „Enzyklopädie der Geisteswissenschaft“ in zwei Bänden, Moskau, 1999

 

[1] „Morgenansprachen“, Sofia, 24.10.1943, „Die Frucht des Geistes“

[2] GA 229, Vortrag vom 05.10.1923

[3] Im Bulgarischen werden die 24 Ältesten ‚Greise‘ genannt.

[4] „Vorträge im Rila“, 02.08.1939, „Klug, gut und kräftig“

[5] „Der Aufgang“, Bd.4, „Bulgarien“

[6] „Festvorträge“, Sofia, 08.09.1940, „Israel und Bulgare“; „Der Meister, der Heiler, der Prophet“, Bd.3, „Der Meister über die Bulgaren“

[7] „Der Aufgang“, Bd.22, „Lebensgang und Arbeit des Meisters bis zur Schaffung der synarchischen Kette in 1900“

[8] „Der Aufgang“, Bd.3, „Bulgarien und der Meister“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s