Gottes Unterschrift

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 13.03.2005 in Varna

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Jede Seele, die aufrichtig zu Christus strebt, stellt sich in einem bestimmten Moment die unvermeidliche Frage, ob sie während der drei Jahre des Erlösers bei Ihm gewesen sein könnte. Der Bodhisattva Beinsa Douno, über den wir auch nicht wissen, ob er in der Zeitenwende bei Christus war[1], antwortet uns indirekt: „Ihr fragt, ob ich damals dort war. Wenn Christus jetzt mit euch ist, wart ihr damals dort. Glaubt ihr nicht daran, so wart ihr dort nicht“. Diese Worte decken sich vollständig mit dem von Rudolf Steiner Gesagten – dem anderen großen Boten Christi: Das Mysterium von Golgatha ist gleichzeitig ein kosmisches und irdisches Ereignis und kann nicht mit der gewöhnlichen menschlichen Erkenntnis verstanden werden, sondern mithilfe des höchsten Bewusstseins, des Überbewusstseins, das die Menschheit erst zukünftig entwickeln wird. Das hat fatale Folgen heutzutage, die der Meister Beinsa Douno klar formuliert hat: „Entsetzlich ist die Lage desjenigen, der in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist. Er gerät unter das Gesetz der absoluten Einschränkung“[2]. Unter einer ‚Einschränkung‘ wird die Schlinge der Notwendigkeit verstanden, die nicht nur nach unserem Tod wirkt, sondern mit immer größerer Kraft auf der Erde zum Vorschein kommt. Jeder spürt und sieht, dass das Rad des Karmas sich immer schneller dreht und unsere einzige Möglichkeit auszubrechen und frei zu werden darin besteht, unumkehrbar ins Zentrum zu gehen, wo Christus ist. Wenn wir uns das sehr stark wünschen, werden auch die Götter uns helfen und unser persönliches Karma richtig unter der Führung seines Herrn zusammenstellen.

Nach dem Mysterium von Golgatha ist eine grundlegende Wandlung im Verhältnis der Wesenheiten der neun Hierarchien zur Erde und zum Menschen eingetreten. Vorher wirkte die erste Hierarchie der Throne, Cherubim und Seraphim, die im Kosmos das vatergöttliche Prinzip repräsentieren, im Erdeninneren reflektierend – als ein „Widerhall“. Sie bewirkten die Entstehung der Weltordnung der Natur. Aber nach und nach haben die Todeskräfte vom Erdeninneren und vom Menschen dermaßen Besitz ergriffen, dass die Erde undurchsichtig und unzugänglich für ihre Einwirkung wurde. Nach dem Ereignis von Golgatha erhielten diese Geister die Möglichkeit, aus den Tiefen der Erde heraus nicht nur auf die Natur zu wirken und ihre harten, flüssigen und gasähnlichen Teile von innen nach außen zu formieren, sondern auch so, wie sie in ihrer eigenen Sphäre der Fixsterne wirken, wo sie die ganze moralische Ordnung im Weltall aufbauen und leiten. Nun wirken sie unmittelbar in der Erde und bereiten die allmähliche Verwandlung der gegenwärtigen Ordnung der Natur in eine moralische vor, die auf dem zukünftigen Jupiter auch physisch sichtbar sein wird. Die Ereignisse in der Weihnachtszeit im Indischen Ozean[3]  zeigten deutlich, welche Folgen nur ein „leichtes Bewegen“ dieser kolossalen Wesenheiten haben kann. Es passierte im Indischen Ozean, denn das Licht der Erkenntnis über Golgatha kann nicht von dort kommen; Es war in Asien, denn die Ich-Entwicklung und seine Opferung im Namen Christi der Pfand der Evolution ist: Es geschah in der Weihnachtszeit, denn Christus hat die Aufgabe, das Karma der Menschheit zu legen und Er führt uns zur Verwandlung der Erde in einen moralischen Kosmos der Freiheit und Liebe.

Die zweite Götterreihe der Herrschaften, Mächte und Gewalten repräsentiert in unserem Kosmos die Kräfte des Sohnes und ihre Wirkungssphäre ist die Sonne, wo sie zusammen mit der ersten Hierarchie auch „den moralischen Kosmos“ erzeugt. Bis zum Ereignis von Golgatha wirkten diese Geister nur indirekt in der Erdumgebung – durch die Natur, durch die Vermittlung der vier Ätherarten: durch das Sonnenlicht und die Sonnenwärme, in denen hauptsächlich die Gewalten wirken; durch die von der Sonne ausgehende Sphärenmusik – den Tonäther, in dem vor allem die Mächte sich zeigten und am Ende durch den von der Sonne ausgestrahlten Lebensäther, in denen die Herrschaften zum Vorschein kamen.

Durch die Vereinigung bei der Himmelfahrt mit dem zur Sonne strebenden menschlichen Ätherleib setzte Christus den Anfang der Herausbildung jenes „Ätherkreises“ in der Erdensphäre, der schon in unserer Zeit, so Steiner, der Keim zur Umwandlung der Erde in eine Sonne darstellt. Nach der Himmelfahrt kann die zweite Hierarchie in diesem Ätherkreis nicht durch die Natur, sondern unmittelbar durch den Weltäther so wie in der eigenen Sphäre wirken. Ihre Sonnenkräfte sind in der Lage, bis zum ätherischen Herzen des Menschen einzudringen, wobei dieser allmählich lernen wird, sich als ein Wesen kennenzulernen, das von der „inneren Sonne“ geleitet wird. Diesem Prozess widersetzt sich Sorat selbst, der der Hauptwidersacher des Christus und konkreter der Elohim ist. Durch Ahriman und sein Heer inspiriert er die rasante Entwicklung der Telekommunikation in unserer Zeit, um den Äther zu zerstören und den Zugang der Menschheit zum „Ätherkreis“ zu verwehren. Von allen Seiten werden wir wie Zombies bearbeitet und uns wird die Idee eingeflößt, dass das Geld in den „hohen Technologien“ steckt, dass dort unsere Zukunft und Rettung sind. Tag und Nacht werden wir von Millionen Zuschauer anziehenden Fernsehprogrammen überschüttet, die unser Leben in eine „Show“ verwandeln sollen. Allein am letzten Abend des bulgarischen „Big Brother“ wurden Hunderttausende SMS verschickt, die den Äther durchlöcherten. Wo steuern wir hin?! Können uns die Götter helfen?!

Die höheren Hierarchien können nicht direkt unsere Gedanken, Gefühle und unseren Willen beeinflussen, denn sonst hätten sie uns jede Freiheit genommen und unser Ich-Bewusstsein vollständig ausgelöscht, es sei denn wir sind Eingeweihte. Zu diesem Ziel bedienen sie sich der Vermittlung der dritten Hierarchie der Engel, Erzengel und Archai. In unserem Kosmos repräsentieren sie das Prinzip des Heiligen Geistes und sie wirken eher im inneren Wesen des Menschen als bei der Formierung der irdischen Natur. Aber mit dem Nahen des Golgatha verloren wir auch das, weil im Menschen die Wirkung der Todeskräfte stärker wurde, die Luzifer und Ahriman hineingetragen haben. Unsere rechtmäßige Entwicklung zu den vorgesehenen Zielen war in Gefahr, was laut Steiner die „große Angst der Götter“ hervorrief.

Dank der Ereignisse von Golgatha, der Himmelfahrt und Pfingsten trat Christus in die Menschenherzen ein und konnte uns den Heiligen Geist aus den Höhen herunterschicken. Der Heilige Geist ist die Kraft, die unmittelbar das innere Wesen des Menschen mit den Wesen der dritten Hierarchie verbindet und durch diese – mit allen höheren Hierarchien. Durch den Heiligen Geist werden die Engel, Erzengel und Archai uns richtig führen können – jeweils in der fünften, sechsten und siebten Kulturepochen, wobei sie in unser Innenwesen nicht als eine notwendigen Naturkraft eintreten werden, sondern sie werden in der Lage sein, im Menschen zu wirken, ohne sein klares waches Ich-Bewusstsein auszulöschen. Sie werden die individuelle menschliche Freiheit vollständig bewahren. Christus hat das getan, was von Ihm abhing, aber wir hatten die Aufgabe, uns bis zum Ende des Jahres 2000 allein, aus eigener Kraft heraus zu den Impulsen der Engel zu erheben, um die reale Kommunikation mit den Göttern in ihrer Sprache zu verwirklichen. Auf diese Weise können wir die moralische Ordnung zuerst in unsere Seele und danach in alle sozialen Beziehungen der Menschheit hineinbringen und die Erde aus einem Kosmos der Weisheit, dem die Weltordnung zugrunde liegt, in eine „moralische Sonne“ verwandeln. Die Quelle der Kraft für diese bemerkenswerte Transformation liegt auf Golgatha – es ist das höchste Gottesopfer, Gottes wahres Wesen, seine „Unterschrift“. Unsere ganze zukünftige Evolution hängt von der Entzifferung dieser Unterschrift ab. Die Götter erwarten nicht einfach, dass wir das tun, sondern sie sind immer bereit, uns bei dieser für den Menschen einzigen würdigen Tätigkeit zu helfen. Der Meister Beinsa Douno versichert uns, dass „alle höheren Wesen sich um diejenigen Menschen versammeln, die höhere Bestrebungen haben“[4]. Gott spricht ständig durch sie zu uns, aber können wir Ihn hören und verstehen?

Diese Sprache hat auch eine wahrnehmbare Gestalt – den Tierkreis. Der großartige Astrologe John Jocelyn warnt uns: „Es ist nicht nur unweise, sondern, sogar gefährlich, die Sternenkarte zu studieren, ohne bereit zu sein, sie zu benutzen, um unseren eigenen Charakter zu korrigieren und den anderen dabei durch unser wachsendes Wissen zu helfen, was gleichzeitig die Gewahrwerdung unserer Beziehung mit dem ganzen Kosmos ist“. Wenn der Mensch den Tierkreis in seiner esoterischen Wahrheit begreifen lernt, lernt er gleichzeitig sich selbst als eine Christus-Seele begreifen. Auf diese Weise lernt man alle anderen menschlichen Iche kennen und wird zu einem Individuum mit schöpferischem, gutem Willen“[5].

In unserer fünften Kulturepoche spiegelt sich die dritte ägyptisch-chaldäische  Kulturepoche. Das war die Blütezeit der Astrologie, die lebendiges Wissen über die geistige Welt darstellte. Die heutige Astrologie ist zum größten Teil atavistisch, tot, mechanisch und hat keine Beziehung zu Christus, der als Einziger sie zu beleben vermag. Der Sinn der Astrologie besteht vielmehr darin, uns zu Christus zu führen. Den Mysterienschülern wurde die Regel gegeben: „Wollt ihr das Zentrum verstehen, müsst ihr den Kreis studieren, denn er enthält den Schlüssel“. In diesem Kreis – dem Tierkreis -, hinterließ der Erlöser seinen majestätischen Abdruck auf dem Weg zur irdischen Inkarnation in der Zeitenwende, um das Zentrum zu finden. Dieses Zentrum ist Golgatha, das gleichzeitig das Ende und der Anfang der allerheiligsten Prozesse der Schöpfung ist. Wenn wir diese Prozesse verfolgen, werden wir zu einigen bemerkenswerten Schlussfolgerungen kommen.

Der Tierkreis hat zwölf Zeichen – Wesenheiten, die mit den jeweiligen Hierarchien verbunden sind. Die Fische bringen das wahre Innere des Menschenwesen Anthropos zum Ausdruck; der Wassermann hängt mit den Engeln zusammen; der Steinbock – mit den Erzengeln, der Schütze – mit den Archai; der Skorpion-Adler – mit den Elohim; die Waage – mit den Mächten; die Jungfrau – mit den Herrschaften; der Löwe – mit den Thronen; der Krebs – mit den Cherubim; die Zwillinge – mit den Seraphim; der Stier – mit dem Prinzip des kosmischen Geistes und der Widder – mit dem Prinzip des Sohnes oder Christus, der als „das Lamm Gottes“ in diesem Zeichen in Jesus herabstieg, wobei Er den langen Weg von dem Schoß des Vaters, dem 13. Zeichen, bis zur Erde.

Vor Jahren sang die bulgarische Rockgruppe „Щурците“ (‚Die Grillen‘) das Lied „Sternzeichen Grille“. Wie der Bandleader erzählte, begegnete ihm jemand auf der Straße und flüsterte ihm hasserfüllt zu, dass es zwölf Sternzeichen gebe und er nicht das Recht habe, diese Zahl zu ändern. Kurz danach tötete der Musiker einen Mann bei einem Verkehrsunfall und war tief erschüttert, da er diesen Unfall mit seiner Begegnung in Beziehung brachte. Und er hatte Recht, als er  eine solche Beziehung vermutete, denn die Rockmusik entstammt trotz ihrer zweifellosen Erfolge viel zu niedrigen geistigen Stufen, um höhere okkulte Botschaften tragen und verbreiten zu können. So wie der Jazz, über den John Jocelyn sehr treffend sagte, dass er „die Begeisterung des Teufels“ ist. Mit solcher „Begeisterung“ kommt man nicht zum Christus!

Der heutige Mensch muss persönlich und stark den Erlöser in seiner Seele erleben, um sein Bewusstsein mit dem majestätischen Licht zu erhellen, das aus den Worten Christi strömt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun!“ (Joh. 15:5). Der Weg zu diesem Erleben geht durch das Verständnis der mannigfaltigen Opfer des Logos (Wortes).

Das erste große Opfer ist sein Eindringen aus den Weltbereichen jenseits des Tierkreises in den Tierkreis durch das Tor des Widders, bei dem Er alle Tierkreisgebiete bis zur Jungfrau erfasste. Ob dieser Herabstieg „direkt“ aus der heiligen Trinität in den Tierkreis ist, oder ob es vorausgegangene „Herabstiege“ gegeben hat, wissen wir bisher nicht. Als „Vermittler“ diente Ihm das Wesen „Mystisches Lamm“, dessen Leib vollständig zur Welt der Fixsterne gehört und sich in den erwähnten Gebieten vom Widder zur Jungfrau erstreckt. Das ist die Anfangssphäre des „Mystischen Lamms“ und auf dieser Stufe ist der Logos immer noch einzig mit dem Sternenkosmos verbunden – das ist die Sternenstufe seines Herabstiegs, deren Zeitpunkt wir dem alten Saturn zuschreiben und „raumbezogen“ ‚die Erscheinung des Sohnesprinzips’ nennen können. Hier zeigt sich der Logos als der Sohn!

Weiter drang der Logos durch das Tor der Jungfrau als Weisheitsgeist in die Sonnensphäre ein, indem Er sich in dieser nur mit demjenigen vereinigte, das seiner Sternennatur gehörte, d.h. Er vereinigte sich mit der Sonne als einem Stern. Aber die Sonne hat einen zweiten, planetarischen Aspekt – den Weg, den der Logos finden konnte, als Er sich vorher mit dem Gebiet der Geister der Bewegung vereinigt hatte, die das Gleichgewicht der sternenhaften und planetarischen Welten gewährleisten. In ihrem Kreis – der Waage – ist Er immer noch im ursprünglichen Leib des „Mystischen Lamms“, denn die Sternenkräfte wirken hier immer noch unmittelbar, obwohl sie sich schon mit den planetarischen Einflüssen vermischen. Nun bringt der Logos das zweite große Opfer dar: Von den Sternen-Wesensgliedern des „Mystischen Lamms“ geht Er zu seinem niedrigsten planetarischen Wesensglied – dem Gebiet des Adlers-Skorpions. Das wurde möglich, denn die sieben Sonnenelohim „wuchsen über sich heraus“ und bildeten in ihrer Ganzheit eine neue hohe Wesenheit – Jahve-Elohim, die der Vereinigung des Logos mit dem planetarischen Aspekt der Sonne und dadurch auch mit allen planetarischen Handlungen in den Grenzen unseres Sonnensystems diente. Die Tore der Jungfrau und des Skorpions-Adlers sind als Eingang und Ausgang in der Sonnensphäre verbunden. „Zeitmäßig“ gehören sie zur alten Sonne und sie kennzeichnen die zweite Stufe, die Sonnenstufe, im Herabstieg des Logos. Deshalb heißt Er auch „der große Sonnengeist“.

Später musste Er eine Stufe tiefer vom Planeten zum Mondendasein herabsteigen. Durch das Portal des Skorpions-Adlers gehend „starb“ der Logos „kosmisch“ und durch den Schützen herabsteigend trat Er in das Gebiet des Steinbocks ein, wo Ihm als Tor zum Eingang in die Mondensphäre der erhabenste aller sieben Erzengel diente – Michael! Diese Handlungen des Logos (vom Skorpion-Adler zum Steinbock) können wir der alten Mondenzeit zuschreiben.

Die drei erörterten Opfer spiegeln sich in den drei nachatlantischen Epochen. Die sieben heiligen Rishis sprachen über den Aufenthalt des Logos in den Regionen vom Widder zur Jungfrau als „hinter den Grenzen ihrer Sphäre“, denn ihre Sphäre ist nur das Gebiet der planetarischen Entwicklung, die nicht bis zum Gebiet der Fixsterne reicht. Zarathustra nahm den Logos als Ahura-Mazdao jenseits der Jungfrau wahr, und zwar im Skorpion-Adler, woher auch der Dualismus dieser Religion stammt. Als der Logos durch das Tor des Steinbocks in die Mondensphäre ging, wurde Er bereits unmittelbar in der Erdenumgebung wahrgenommen und sogar in den Erdenelementen selbst, indem Er sich den verschiedenen Völkern auf eine jeweils andere Weise zeigte: den Griechen als Apollo, in Kleinasien – als Adonis, in Persien – als Mithras, im europäischen Norden – als Baldur, den Hebräern – ‚als Ich bin der Ich bin’ usw. In der Mondensphäre erhält Er den Namen Christus (‚Der Gesalbte’).

Und danach wurde das vierte und größte Opfer dargebracht – die Trennung von der Sphäre der Hierarchien, wo das Wort als eine Wesenheit einer anderen Hierarchieart zum Vorschein kommt, und seine Vereinigung mit dem Menschen Jesus, der unter dem Einfluss der Fische stand, da es ihm zusteht, zum Stammvater der Menschheit als die zehnte Hierarchie zu werden.

Zu diesem Opfer, das mit dem Mysterium auf Golgatha zu Ende ging, stieg Christus herab, indem Er die Steinbocksphäre verließ und durch die Engelsphäre ging, um in die Hüllen des Jesus einzutreten. Auf diese Weise verwirklichte Christus, während er das Tor der Fische passierte, die vierte Stufe seines Herabstiegs – die irdische – und wirkte dann drei Jahre lang als Christus Jesus, als Gottmensch.

Wenn wir über den Herabstieg des Erlösers durch die verschiedenen Hierarchien „im räumlichen Aspekt“ und über seine zeitverbundene Wahrnehmung in den drei nachatlantischen Kulturepochen sprechen, müssen wir festhalten, dass dieser Prozess des Herabstiegs oberhalb der Gebiete von Raum und Zeit liegt und in den letzteren nur eine Art Widerspiegelung hat, die einzig als Form für unsere irdischen menschlichen Begriffen zugänglich ist.

Zum Begreifen des Christus als Wort, was die zweite Individualität der Heiligen Trinität ist, muss man wahres geistiges Denken haben. Rudolf Steiner sagt: „Christus, das ist die allumfassende kosmische Wesenheit. Diese hat nicht nur in den Hüllen des Jesus aus Nazareth gewirkt. Er ist auch der Führer aller Wesenheiten der höheren Hierarchien“. Der Meister Beinsa Douno bestätigt das: „Ihn kennen alle großen Seelen und unter ihnen besteht kein Streit, wer und was Er war und ist, wo Er jetzt ist, welchen Platz Er in der „Hierarchie der Lehrer“ einnimmt usw. Sie streiten nicht, denn sie wissen mit absoluter Sicherheit, welchen Platz im Ganzen Christus einnimmt“[6] Wie viele der „angesehenen“ Vertreter der „Weißen Bruderschaft“ in Bulgarien „philosophieren“ über Christus wie über einen „Lehrer“, „Eingeweihten“ usw. und vergöttern gleichzeitig den Meister Beinsa Douno, indem sie das erste Gebot Gottes verletzen. Der Einzige, der vergöttert werden darf unter allen, die jemals auf die Erde hinuntergestiegen sind, ist Christus und kein anderer!

Drücken wir die oben dargelegten erhabensten und heiligsten Ereignisse in unserem Kosmos als eine Zahlenfolge aus, so erhalten wir: 12-7-5-3-1. 12 entspricht dem Widder, 7 – der Jungfrau, 5 – dem Skorpion-Adler, 3 – dem Steinbock und 1 – den Fischen. Wenn man diese Zahlen addiert, erhält man 28 – die Zahl der Paneurhythmieübungen, die wir ‚Involutionsübungen’ nennen können.

Hinter Golgatha – der Eins – (2+8=10; 1+0=1) verbirgt sich die ganze vergangene und zukünftige Entwicklung. Mit Christus in unserer Seele begannen wir bereits, die umgekehrte Reihenfolge zu beschreiben: 1-3-5-7-12, d.h. die Evolutionspaneurhythmie, die uns zu einem immer höheren Aufstieg in die Sphären des Tierkreises führen wird. Um diesen Prozess im Lichte der Astrologie zu begreifen, müssen wir uns vorher Einiges erklären.

In der Astrologie ist von „hellen“ und „dunklen“ Sternzeichen die Rede. „Helle“ Zeichen sind diejenigen, deren Kräfte in den Grenzen des planetarischen Systems nur die ihnen eigene ursprüngliche „sternenhafte“ (die 12.) Gesetzmäßigkeit aufbewahren, während die „dunklen“ Zeichen diese geistige Kraft noch nicht besitzen und in sich auch die „planetarische“ Gesetzmäßigkeit (die 7.) einschließen können. Die ersteren Zeichen heißen auch ‚aufsteigende’, zum Tierkreis aufstrebende Kräfte. Zu ihnen gehören die Gebiete von der Jungfrau zum Widder, und zu den Letzteren, die ‚absteigende‘, vom Tierkreis heruntergehenden Kräfte genannt werden – die Gebiete vom Skorpion-Adler zu den Fischen. Die geistige Erhebung vom planetarischen zum sternenhaften Kosmos erfolgt im Gebiet der Waage, die einen speziellen Platz im Tierkreis einnimmt.

Bis zur vierten atlantischen Epoche, die der Mitte der Erdentwicklung entspricht, bestand immer noch ein Gleichgewicht (6:6) zwischen den aufsteigenden und absteigenden Kräften, die Waage gehörte zu den letzteren. Von da an begann die Waage allmählich zu den ersteren überzugehen, was erst in unserer Zeit vollständig geschah, denn wir können sagen, dass mehr Kräfte (7 „helle“) zum Tierkreis aufgehen als von diesem abgehen (5 „dunkle“). Heutzutage ist der Prozess bis zur Mitte angelangt, denn die Waage ist einerseits immer noch mit dem Skorpion-Adler und andererseits – mit der Jungfrau verbunden. Aber immerhin hat sich eine große Gruppe aus den Geistern der Bewegung auf den Weg zur allmählichen Erhebung zu Weisheitsgeistern gemacht.

Die erörterten Ereignisse stehen in direkter Beziehung zur Entwicklung des Menschen-Ich. Auf den alten Saturn, Sonne und Mond schufen die Wesenheiten unsere Leibeshüllen in einem solchen Maß, damit die Hüllen im Erdenäon zur Wohnstätte des Ich werden und dieses mit ihrer Umwandlung von innen nach außen beginnt. Bis zur Jungfrau wurde sein Eintritt vorbereitet und in der Waage – dem niedrigsten Wesensglied des „Mystischen Lamms“ – gab Christus den Anfangsimpuls zur vollständigen Entwicklung des Ich-Prinzips in der Menschheit. Das Opfer der Geister der Bewegung kontemplierend, die uns den  Astralleib geschenkt hatten, ergossen die Elohim später die Ich-Substanz in ihn. In der fünften atlantischen Epoche, die unter dem Zeichen der Waage stand, wurde uns das erste Aufleuchten des Ich-Bewusstseins ermöglicht, mit dem der „helle“ Teil des Tierkreises über den „dunklen“ die Oberhand zu bekommen begann. Der tiefste Punkt des Hinunterstiegs des Ich in die Materie trat in der fünften nachatlantischen Epoche ein – in unserem Zeitalter, das unter dem Zeichen der Fische steht. Die aufsteigenden Kräfte des Menschen entsprechen seinem höheren Wesensglied und die absteigenden müssen durch ihn gehen und jene Stufe erlangen, auf der sie auch aufsteigend werden können. Der Kentaur veranschaulicht das am besten: vom Kopf (Widder) zum Solarplexus (Jungfrau) ist er Mensch und von den Geschlechtsorganen (Skorpion) bis zu den Fußspitzen (Fische) ist er ein Tier. Die Hüften (die Waage) nehmen eine Zwischenlage ein – sie beginnen als Menschenformen und ihre Fortsetzung ist tierisch. Wenn wir heute die Waage zu den hellen Zeichen zählen, werden die fünf dunklen Zeichen immer noch das Tierische zum Vorschein bringen, d.h. die von den absteigenden Kräften durchzogene Menschennatur. Über die fünf „dunklen“ Sternbilder – vom Skorpion-Adler zu den Fischen sagt man, dass sie die Irdische Sophia sind, auch ‚Achamoth’ genannt oder „die Seele der Menschheit“. In der altgriechischen Zeit wurde Sophia von den Menschen als eine reale geistige Wesenheit erlebt. Infolge ihrer allmählichen Vereinigung mit der Menschheit verwandelte sie sich in ein mehr persönliches, aber gleichzeitig abstrakteres Erleben, genannt „Philo-Sophia“, was ‚ich liebe Sophia’ bedeutet.  Dieser Prozess war ca. Anfang der fünften Kulturepoche zu Ende und heute ist Sophia zu einem Wesen geworden, das den Menschen erklärt. Sie wird sich aber wieder von ihm trennen und dasjenige mitnehmen, was er darstellt. Sie wird vor ihm objektiv stehen, aber nicht einfach als Sophia, sondern als Anthropos-Sophia, die in sich das Wesen des Menschen trägt. Auf diese Weise wird sich Achamoth mit den höheren Gebieten der Himmlischen Sophia vereinigen, zu denen sie ein ungestümes Verlangen empfindet.

Heutzutage beginnt jeder, der den Weg der siebenstufigen rosenkreuzerischen Einweihung zurücklegt, unmittelbar den Tierkreis „umzuwandeln“, indem er seine dunklen Gebiete in helle, die absteigenden Kräfte in aufsteigende umwandelt. Auf diese Weise erlöst der Mensch die Kräfte des Bösen und transformiert sie. Die Menschenseele erhebt sich, von den Fischen beginnend (1) in die Mondensphäre des Steinbocks (3); danach in die Sonnensphäre (5), in der die Kräfte der Tierkreisregion zwischen dem Skorpion-Adler und der Jungfrau wirken; am Ende vereint sie sich mit den Kräften, die aus der Region außerhalb der Jungfrau-Tore (7, die Zahl der Sophia) kommen, indem sie in der reinen Sternenwelt geboren wird. Um das individuelles Ich dort nicht zu verlieren, erschafft sich die Seele eine Hülle, wozu sie nicht nur die Kräfte der höheren Hierarchien, sondern auch die Kräfte des Mystischen Lamms benutzt. Die siebte Einweihungsstufe gehört nicht dem planetarischen, sondern dem Sternenkosmos und kann mit keinen Worten einer Menschensprache zum Ausdruck gebracht werden, denn man muss außerhalb des physischen Hirns denken können. Deshalb sprach auch Rudolf Steiner wenig darüber.

Die Tierkreissphären, in denen sich die kosmischen Kräfte von Christus und Sophia berühren, sind die Jungfrau und die Waage. Hier wird die Ehe zwischen der Braut (Sophia) und dem Lamm vollzogen. Rudolf Steiner eröffnet uns: Je mehr sich das Ich bis zum höchsten Punkt seiner Entwicklung erhebt, desto wichtiger wird seine Teilnahme an den Aufgaben des Tierkreises. Der Mensch wird die volle Macht über die Waage im Tierkreis erreichen, wenn er sein Ich zum Atma bzw. Lebensgeist (Jungfrau) erhebt. Dann wird er zu einem Wesen werden, das etwas aus sich herausstrahlt, das aus dem Zeitstadium in das Stadium der Ewigkeit gelangt ist. Der Anfang dieses wichtigen Weges liegt in unserer Zeit, im Zeitalter der Fische. Und hier entsteht die wichtige Frage – warum erklärte Beinsa Douno, dass 1914 das Zeitalter des Wassermanns beginnt? Die genaue Antwort erfordert die Einbeziehung vieler okkulter und irdischer Tatsachen.

Es gibt zwei Entwicklungsströmungen – die eine hängt mit der Wanderung des „Frühlingspunktes“ im Tierkreis zusammen. Wir können sie die ‚Strömung der Tierkreisgeschichtlichen Evolution‘ nennen. Die andere Strömung hängt mit der Teilnahme der Hierarchien an der Menschenevolution zusammen, die ihre Kräfte aus den Tierkreisgebieten schöpfen, mit denen sie verbunden sind. Wir können diese Strömung ‚die Tierkreishierarchische Evolution‘ nennen. Im Jahre 388 n.Chr. wanderte der Frühlingspunkt in das Sternzeichen Fische. 1413 begann die fünfte nachatlantische Kulturepoche der Bewusstseinsseele und wir traten in das Zeichen der Fische ein. Die Begriffe ‚Sternbild’ und ‚Sternzeichen’ haben unterschiedliche astrologische Bedeutung.

1878 befreiten die Geister der Großen Weißen Bruderschaft das bulgarische Volk aus der fünf Jahrhunderte dauernden türkischen Herrschaft. In der ganzen Zeit seit Anfang der fünften Kulturepoche, d.h. seit 1413 bis 1878 hatten wir keinen Staat und zahlten das schwere Karma der Bogomilenvertreibung ab. In dieser Zeit entwickelten sich im Westen der Katholizismus, Protestantismus, Monarchismus, Kolonialismus, Kapitalismus, die zur Entwicklung der Verstandesseele und nicht der Bewusstseinsseele führten. Parallel zum Versinken im Materialismus häuften diese Völker ein riesengroßes Karma an. Die Bulgaren wurden von all dem bewahrt, aber direkt nach der Befreiung von den Türken wollten sie alles „nachholen“, ohne auf die warnende Stimme des  Geistes Elohil und des Bodhisattva zu hören.

1879 gewann Michael den Kampf gegen Ahriman. In dieser Zeit fand das Zweite Golgatha Christi statt und 1899 war das Kali Yuga zu Ende. Ab 1909 begann Christus dorthin hinunterzusteigen, wo Michael die Geister der Finsternis heruntergeholt hatte. Am 20.09.1913 wurde unter das erste Goetheanum der Grundstein gelegt, der aus einem großen und einem kleinen Dodekaeder bestand, die die zum Makrokosmos strebende Menschenseele symbolisierten. Bei der Grundsteinlegung benutze Rudolf Steiner die Folge 1-3-5-7-12. Er weihte dreifach den Stein und verwandelte ihn aus einem  „fluoreszierenden Körper“ in ein Zeichen, das das neue Verhältnis zwischen der Sonne und dem Menschen, zwischen Michael und Christus symbolisiert. Das werden wir in der zweiten Hälfte des Erdenäons erleben, die unter der Leitung der Merkurkräfte stehen wird. Deshalb war die Grundsteinlegung von 1913 mit Merkur verbunden. Einige Monate später, am 22.03.1914 sagte der Bodhisattva, dass an diesem Tag die Astralwelt endgültig von den dunklen Geistern gereinigt wurde und das Zeitalter des Wassermanns begann. Diese Geister, die 1879 besiegt wurden, sind bis 1914 „heruntergestiegen“, als sie den Ersten Weltkrieg anzündeten. Steiner hat erst 1917 über sie gesprochen.

Aber um welchen Wassermann geht es, wenn der Zeitpunkt des Frühlingsäquinoktiums in dieses Sternbild erst 2548 kommen wird und die sechste Kulturepoche, die unter dem Zeichen des Wassermanns steht, erst 3572 beginnen wird?

Seit 1413 flossen die beiden erwähnten im Zeichen der Fische stehenden Strömungen – die tierkreishistorische und die tierkreishierarchische 500 Jahre lang parallel. In dieser Zeit erlebte die Menschheit auf der Erde ihre vollständige Abgetrenntheit von der Welt der Hierarchien. 1913 haben sich diese beiden Strömungen offenbar gekreuzt. Den Menschenseelen wurde wieder die Möglichkeit gegeben, sich mit den Göttern zu verbinden. Am 22.03.1914 war der Frühlingspunkt wieder im Zeichen der Fische, aber die Astralwelt – die Welt der Engel – wurde gereinigt und von da an können die fortgeschrittensten Menschen zu diesen Wesenheiten, die mit dem Wassermann zusammenhängen, Kontakt aufnehmen. Was bedeutet das?

Die ersten Impulse des Geistselbst werden von den Engeln erst gegen Ende der fünften Kulturepoche hinuntergereicht werden, aber die Engel selbst werden zu seinen wahren Trägern erst in der sechsten Kulturepoche, die unter der Führung der mit dem Steinbock zusammenhängenden Erzengel verlaufen wird. Dann wird der Ätherische Christus massenhaft von den Menschen in der Astralwelt wahrgenommen werden. Die Erzengel ihrerseits werden die ersten Impulse des Geistselbst am Ende der sechsten Kulturepoche hinunterreichen und zu seinen wahren Trägern erst in der siebten Kulturepoche werden, die unter der Führung der mit dem Schützen zusammenhängenden Archai stehen wird und in der der astralische Christus massenhaft im niederen Devachan wahrgenommen werden wird. Es ist eine Verschiebung festzustellen, die wir bei aufmerksamer Betrachtung verstehen können.

Die Antwort ist wie bei allen Fragen in Christus zu finden. Als Er in der Mitte der hyperboräischen Zeit zusammen mit der Sonne die Erde verließ, wirkten die Kräfte der Fische. Damals wurde es dunkel im Menschen und die Erde wurde von außen beleuchtet. Unsere Zeit steht wieder im Zeichen der Fische. Heute wird im Menschen, der in der Dunkelheit seiner Seele seine individuelle Freiheit errungen hat, die innere geistige Sonne aufgehen – Christus selbst. Auf diese Weise finden wir in den Fischen das Alpha und Omega der ganzen Menschenentwicklung. Es ist das Zeichen, dass das wahre Wesen des Menschen zum Ausdruck bringt – Anthropos.

Der erste und einzige, der den siebenstufigen rosenkreuzerischen Weg unter den neuen Bedingungen zurückgelegt hat, ist Rudolf Steiner. Er wurde im Zeichen der Fische geboren und hat die irdische Welt im Zeichen des Widders verlassen.

Diese wahrhaftig weihnachtliche Konstellation seines Lebens, die in den zwölf  heiligen Nächten alle zwölf Tierkreiszeichen umfasst, erlaubte ihm, bis zum höchsten Opfer zu gelangen und sein Ich vollkommen dem Christus hinzugeben.

Der andere große Bote Christi – der Bodhisattva, begann seinen irdischen Weg am tiefsten Punkt der Fische, indem er am 07.03.1897 in den Menschen Peter Danov hinunterstieg. Im Zeichen der Fische ist auch der Anfang, der uns unter Michaels Leitung zum Erleben des Christus im Ätherischen führen wird als die innere Sonne der Seele, was das Wesen des Palladiums ausmacht.

Aber die Beziehung zu Michael wird nur dann erreicht, wenn man sich vorher für den eigenen Schutzengel und Volkserzengel „geöffnet“ hat. Die Kontakte zum Engel wurden genau nach 1914 für diejenigen möglich, die den Weg ihrer individuellen okkulten Entwicklung bestiegen. Viele Menschen haben diesen Weg bestiegen, aber wie weit sind sie gekommen? Jeder, der einen bestimmten okkulten Weg ausgewählt hat, der mit einer bestimmten geistigen Strömung verbunden ist, denkt, dass sie für sein höchstmögliches Wachstum ausreichend ist. Die Praxis zeigt, dass diese Ansicht und Methode völlig falsch ist.  Die ersten, die versuchten, dieses Schema zu verlassen, waren Bojan Boev und Wlad Paschov – die einzigen Nachfolger Beinsa Dounos, die die Anthroposophie kannten. Nur für sie hatte der Wassermann bis zu einem gewissen Grade individuell angefangen. Sie befanden sich unter der Führung eines lebendigen Meisters und zwar des größtmöglichen! Und trotzdem war Bojan Boev so weit fortgeschritten, dass Beinsa Douno ihn einen „Engel in Hose“ nannte!

Aber heutzutage haben wir eine andere Situation. Wir haben weder das natürliche Hellsehen, das Rudolf Steiners seit seinen jungen Jahren besaß, noch befinden wir uns „unter den Fittichen“ eines lebendigen spirituellen Meisters. Deshalb können wir sagen, dass die ersten Menschen, die bei „Null anfangend“ eine rechtmäßige Beziehung zum Schutzengel, d.h. zum Geistselbst aufnehmen werden, in unserer Zeit  erscheinen werden. Steiner wies darauf hin, dass man unter den slawischen Völkern heute „eine besonders unmittelbare und intime Beziehung zu der ihn führenden Engelswesenheit entwickelt“ und seine Seele in einem größeren Umfang den Impuls erhält, sich in dieser aufzulösen, mit ihr zu verwachsen und durch ihr geistiges Auge in die geistige Welt zu schauen“.

In der Sprache der Anthroposophie können wir feststellen: Wenn der Engel (das höhere Ich) auf unser irdisches Ich einwirkt, verwandelt das Ich unseren Ätherleib in einen hellsehenden in der ihn umgebenden elementaren, d.h. astralischen Welt (der Mondensphäre), wo wir den Ätherischen Christus sehen. Die Umwandlung des Denkens führt zur Erhebung vom Leben in der Bewusstseinsseele zu jenem „intellektuellen Hellsehen“, das ein Leben in der imaginativen Welt unter der Führung des Engels darstellt. Natürlich wird das Geistselbst jetzt nicht zum Besitz des Menschen, es erfasst nicht vollständig sein Ich, so wie das auf dem zukünftigen Jupiter der Fall sein wird, sondern es „erhellt das menschliche Ich von oben“. Rudolf Steiner erläutert, dass wir über die Zeit nach Golgatha sagen können: „Nun wollen sich die Götter immer mehr an die Menschheit erinnern“. Von den Menschen hängt es ab, die Bedingungen einer neuen Zusammenarbeit zu schaffen, die unser weiteres Schicksal bestimmen wird. Die Verbindung mit dem Engel wird zur Pflicht und Verantwortung zum Aufbau jenes irdischen Reichtums, dessen Urbild wir in der Mitternachtsstunde des Daseins sehen. Dieser Impuls zur Brüderlichkeit ist unter den slawischen Völkern besonders stark, die im 20. mit seinem entgegengesetzten Antlitz zusammenstießen – dem Bolschewismus. Es wurde der von westlichen Geheimlogen inspirierte Versuch unternommen, die Brüderlichkeit in Christo durch ein Surrogat zu ersetzen, das auf der Ablehnung des Erlösers beruhte. In Russland war der Widerhall der Zerstörung der Christ-Erlöser-Kathedrale besonders stark. Es lässt sich keine Brüderlichkeit im Namen der Materie aufbauen!

Heute besitzt der Mensch ein mineralisches Bewusstsein, dass ständig durch von den Gefühlen kommende moralische Impulse eingefärbt wird. Doch es besteht ein tiefer Abgrund zwischen dem Mineralischen und Moralischen, der zu einer extrem schwachen Beziehung zum Engel führt. „Der letzte Zug“ der rechtmäßigen Herstellung einer solchen Beziehung ist Ende des 20. Jahrhunderts abgefahren und nur eine Handvoll michaelischer Kämpfer sind in ihn eingestiegen. Für sie gibt es keinen Weg zurück! Das sind Menschen mit einer langen und durch eine geistige Selbsthingabe gesättigten Evolution, die zu einer solchen Seelenreife führt, dass auch ihre Schutzengel die allgemeine Entwicklung der Engel überholen und bereits jetzt fähig werden, die ersten Samen des Geistselbst hinunterzureichen. Es hat schon immer Menschen und Wesenheiten aus den Hierarchien gegeben, die sich vom Evolutionsstrom gelöst und einen Vorsprung gewonnen haben, um die Entwicklung in eine andere Richtung zu treiben. Wir können nur darüber rätseln, welche Kraft z.B. die Schutzengel eines Rudolf Steiners oder des Bodhisattva besitzen werden?!

Es ist seit langem vorherbestimmt, dass die Liebe von Bulgarien ausgehen und die Welt harmonisieren wird. Und „die Liebe ist die erste Frucht des Geistes“, d.h. des Pfingstgeistes, der sich im Menschen als sein Geistselbst zeigt: als von Liebe durchsetzte Weisheit.  Wenn wir auf den Meister Beinsa Douno und Rudolf Steiner schauen, werden wir sehen, wie hinter den äußerlich konzentrierten vergeistigten Gesichtern unbemerkt ein inneres liebevolles Lächeln durchscheint, das uns gilt. Auf die gleiche Weise schaut heute die Jungfrau Sophia zu uns – die rote Jungfrau! Das ist die von Liebe durchdrungene Weisheit! Wir müssen uns dieses „Lächeln“ hier auf Erden durch die innere Reifung der Seele und die Herstellung der verloren gegangenen Beziehung zu den Hierarchien aneignen. Eine Handvoll in Bulgarien geborene Menschen, womöglich sieben an der Zahl, werden es tun und die Welt „entzünden“. Ende des 20. Jahrhunderts begegneten sich die zwei Strömungen der Aristoteliker und Platoniker, der Menschen der Ideen und die Menschen der Anwendungen. Es ist falsch zu denken, dass sie sich nur im Rahmen der Anthroposophischen Gesellschaft begegnet sind. Der Sinn der Begegnung besteht in der Synthese zwischen der Anthroposophie und dem Bodhisattva in Christo und nicht im Rahmen einer der beiden Strömungen. Es ist offensichtlich, dass einen solchen Akt in sich nur in Bulgarien geborene Menschen vollziehen und zu seinen ersten Vertretern werden können, denn der Bodhisattva kam hierher. Erst dann wird er auch anderen zugänglich werden, die den Bulgaren Tribut zollen müssen wie Abraham Melchisedek Tribut zollte. So wie Christus sich vor 2000 Jahren in einem kleinen unterjochtem Volk verkörperte und der Menschheit die Liebe gab, wird nun unser kleines, von allen Seiten herumgestoßenes Volk die Christus-Liebe in die Welt ausstrahlen, die durch die Seele der wenigen Auserwählten ging. Damit das geschehen kann, ist eine tiefe persönliche Einstellung zum Volkserzengel erforderlich.

Es ist wahr, dass auf einer bestimmten Stufe seiner mystischen und okkulten Entwicklung der Schüler ein „heimatloser“ Mensch werden soll, d.h. er soll in sich die große Mission der ganzen Menschheit aufnehmen, ohne sich von den besonderen Empfindungen und Gefühle, die aus dem Charakter eines Volkes entstehen, beeinflussen zu lassen. Aber wenn man seinen persönlichen Beitrag zur allgemeinmenschlichen Entwicklung leisten will, kommen die Impulse dazu vom Erzengel des jeweiligen Volkes. In dieser Beziehung gibt es bei vielen geistig suchenden Menschen ein tiefes Missverständnis. Vor zwei oder drei Jahren flog ein Osho-Nachfolger aus Varna nach Indien, wo er drei Monate verbrachte und den Ashram seines Meisters sowie andere Regionen in diesem Land besuchte, das die Wiege der uralten Weisheit ist, für die die Inder nicht die Kraft finden, sie durch ihr Ich im Namen Christi „neu zu gebären“. Nach seiner Rückkehr antwortete dieser Mann auf die Frage, was er auf seiner Reise begriffen hat, Folgendes: „Ich habe begriffen, dass in Bulgarien die besten Bedingungen für meine geistige Entwicklung bestehen!“ Die Verschwendung von soviel Geld und Zeit hat immerhin auch etwas Nützliches gebracht und der Mann ist zu der Schlussfolgerung gekommen, die ich ihm früher mehrmals angedeutet hatte. Auch Yogananda konnte die Kriya-Yoga der Welt vorstellen, indem er sich auf die tiefe Eindringung in das Mysterium des indischen Volkes, d.h. auf den Erzengel stützte.

Rudolf Steiner warnte uns, dass wenn in der Erdenmenschheit eine geistige Konzentration nicht eintritt, die das menschliche Denken, Fühlen und den Willen umfasst, in der Mitternachtsstunde des Daseins die Beziehung des Engels zum Menschen nur einseitig sein wird – von ihm zu uns. Das macht auch die Beziehung zum Erzengel unmöglich, der unsere Rückkehr in ein bestimmtes Volk leitet. Zu einer richtigen beidseitigen Beziehung zum Erzengel in der Mitternachtsstunde ist es erforderlich, dass wir nicht nur unser mineralisches Bewusstsein mit moralischen Impulsen auf der Erde durchdringen, sondern diesem auch religiös einen Sinn geben, denn der Erzengel ist „die Seele des Volkes“, der Volksgeist. Anderenfalls wächst man nur scheinbar und äußerlich in einem bestimmten Volk auf, wohin man aufgrund der Weltordnung geraten ist, für die der Erzengel verantwortlich ist, ohne vom Erzengel die belebenden seelischen Impulse zu empfangen. Dann kann man auch jenes seelische und organische Wachstum in der Sprache, den Genius der Sprache nicht erleben, sondern nur das Äußere und Mechanische in ihr. Die Sprechbewegung des Ätherleibes steht unter dem starken Einfluss der Erzengel, die die sprachliche bzw. ätherische Beziehung zwischen den Individuen in einer ethnischen Gemeinschaft aufbauen. Die einseitige Annährung des Erzengels an den Menschen führt zu einer mechanischen Gemeinschaft der Sprache, die die charakteristische Physiognomie eines ganzen Volkes prägt. Oft artet sie in Chauvinismus aus, der am stärksten den Ätherleib verhärtet. Bis zum ägyptisch-chaldäischen Zeitalter besaß die Sprache eine riesige konstruktive und zerstörerische Macht, die sie allmählich verlor, damit der Mensch frei im Maya werden konnte. Statt der inneren Kraft erschien Christus, der sagte: „Ich bin das Wort“.

Heutzutage hat das Wort seine Kraft im Menschen stark verloren und ist „Fleisch geworden“, das Sinnloses aussprechen kann wie die Redewendungen „Ein Wort macht kein Loch“ (‚Man kann alles versprechen, es ist unwichtig, ob man das Versprechen hält’), „Zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus“ usw. Aber trotz der Schwäche besteht eine große Gefahr, die mit dem Sprachproblem zusammenhängt. Bereits 1917 warnte Rudolf Steiner, dass bestimmte okkulte Logen eifrig dahin wirken, das Englische als allgemeingültig und vorherrschend in unserer Gegenwart durchzusetzen. Auf diese Weise beanspruchen sie die Kontrolle nicht nur über den lebendigen, sondern auch über den exkarnierten Menschen, denn in diesem Fall wächst der Tote bis zur Hierarchie der Engel, aber er kann an die Erzengel nicht heranreichen. In solche Seelen dringen die zurückgebliebenen Archai ein, die versuchen, die fünfte nachatlantische Kultur zu konservieren. Wie bereits erwähnt, steigt ein solcher Mensch auf die Erde hinunter, aber er bleibt mechanisch mit der Sprache verbunden und ist für falsche Vorstellungen anfällig. In diesen Vorstellungen steckt eine große okkulte Kraft, solange man ihnen glaubt. Steiner erklärt: „In diesen okkulten Logen weiß man gut: die wahre Macht über den Menschen besteht darin, seine Vorstellungen und sein Denken zu kontrollieren“. Heutzutage berührt der Mensch die Erzengelsphäre während des Schlafs, aber es gibt nur Wenige, die in der Lage sind, die fruchttragenden Volkseigenschaften zu ihrer eigenen individuellen Kraft zu entwickeln. Damit das geschehen kann, muss der Mensch während seines wachen Lebens die höchstmögliche Vergeistigung seiner Sprechfähigkeit erreichen. Die Hilfe dazu leisten hauptsächlich die aus dem Steinbock kommenden Kräfte, die die Menschen in allen Zeiten zu den Grundlagen der geistigsten Weltansichten inspiriert haben. Ist es dann ein Wunder, dass Bulgarien im Zeichen des Steinbocks steht?! Ist es ein Wunder, dass wir ein so tolerantes Volk sind und die Toleranz ist die Vorbedingung der Brüderlichkeit?! Aber gleichzeitig hat der Bulgare Wunder aus Mut vollbracht, während er seine Heimat verteidigte. Wir besitzen psychische Fähigkeiten und Talente in allen Richtungen, aber wir nutzen sie oft zu unguten Zwecken. Unsere Folklore ist weltbekannt und einmalig im Klang und in der Vielfalt, wir „beliefern“ die besten Orchester und Opernhäuser der Welt mit Musikern und Sängern. Neulich war die Sofioter Oper auf Tournee in Palma de Mallorca, wo der Direktor der örtlichen Theaters ohne Vorbehalt erklärte: „Ihr Bulgaren seid ein gesegnetes Volk. Ihr habt die schönsten Stimmen der Welt“. Die schönsten Stimmen klingen, wenn man der Vertreter eines Volkes ist, das mannigfaltige Mysterien und äußere geschichtliche Ereignisse erlebt hat. Die Spitze war die Inkarnation des Bodhisattva des 20. Jahrhunderts selbst, durch den der Volksgeist besonders stark wirkt. Zweifellos ist der Erzengel des „ältesten Volkes der Erde“ nicht einfach einer der vielen!

Bereits im Altertum wies Zarathustra auf die zwölf Erzengel (Amschaspand) als die Boten des Großen Sonnengeistes Ahura-Mazdao. In unserem Zeitalter sind sie eine Art Träger der zwölf Aspekte des Christus-Impulses, die im Universum als das Ergebnis seiner Wanderung durch den Tierkreis entstehen. Sie sind auch die Himmelshüter und Inspiratoren der zwölf heiligen Nächte, die mit dem Jahresabschnitt zusammenfallen, der unter dem Einfluss der Kräfte der Steinbockregion steht. Indem der Mensch durch den Tierkreis wandert, kann er sich von seinem höheren Ich, das mit dem Geistselbst verwandt ist, zu seinem wahren Ich erheben, das mit dem Lebensgeist (dem Prinzip der Liebe – Christus) verwandt ist, deren Träger die Erzengel sind. Diese Stufe ist nur dem Eingeweihten zugänglich, der das Karma eines anderen Menschen oder einer Menschengruppe übernommen hat. Das Fühlen wurde bei ihm in die Inspirationsfähigkeit umgewandelt, der Astralleib wurde hellsichtig und er kann dem astralischen Christus im niederen Devachan begegnen.

Ob der Erzengel der Bulgaren einer der zwölf ist, die das Christus-Gefolge bilden, wissen wir bisher nicht[7]. Und wie soll er sich uns zeigen, wenn unsere Politiker  den sog. „Großen Mächten“ unterwürfig und bereit sind, sich zu verkaufen. Die religiösen Führer streiten sich um den „Knochen“ und die Intelligenz sieht kein Licht im Tunnel; die Eltern sind unfähig ihren Kindern etwas Sinnvolles zu erzählen und die Schule ist unheimlich ahrimanisiert und erstickt die geistige Reifung schon im Keim; die reine Heimatliebe ist ein fernes, zum Hurrapatriotismus degradiertes „Echo“, das die Parteiführer und Fernsehstars geschickt zu eigennützigen Zwecken missbrauchen; unsere Sprache wird durch Plastikwörter wie ‚Fan’, ‚Teenager’, ‚SMS’ erstickt, die der riesige vielköpfige Drache ausspeit. Auf diesem Hintergrund stehen unsere Aufnahme in die EU und der Versuch bevor, die kyrillische Schrift als eine der drei Schriften in Europa durchzusetzen. Dort muss sie nicht nur bestehen, sondern auch den Weg zum einheitlichen Alphabet der Menschheit bahnen – zu der Glagolitza. Wir wollen uns an die Worte des Bodhisattva erinnern, dass die Menschen zukünftig mit geometrischen Figuren schreiben werden. Es gibt kein Alphabet, das in einem höheren Maß geometrisch ist als die Glagolitza! Und sie hat 28 Buchstaben, die Zahl der Panerhythmie-Übungen. So wie der Christus-Impuls nach Golgatha sich auf zwei Stufen – exoterisch und esoterisch – verbreitete, so wird auch die Glagolitza als ein esoterisches Alphabet in der Zukunft zur Geltung kommen. Die Kyrillitza ist ihre exoterische Variante, die mit anderen Alphabeten viele Gemeinsamkeiten hat. Aber nicht nur die Kyrillitza, sondern auch die bulgarische Sprache muss den Angriffen Ahrimans standhalten, der seine Haupttätigkeit in der Sphäre der Erzengel entfaltet.

Die wichtigste Sprache der fünften Kulturepoche ist die deutsche Sprache. Es ist dieser Sprache eigen, dass der Gedanke nicht an das Wort gebunden ist, sondern für sich selbst lebt. Dieses reine Denken, das für die anderen etwas Abstraktes ist, führt den Deutschen zu einem höchsten Erlebnis, wenn er es im lebendigen Sinne begreift. Nicht zufällig gab das deutsche Volk der Welt Komponisten wie Wagner und Philosophen wie Fichte, Schelling und Hegel, die von den anderen Völkern unverstanden blieben, weil sie nicht in ihrem wahren Sinne übersetzt werden können. Die Anthroposophie, deren Grundlage das reine Denken bildet, kam ebenfalls durch das deutsche Volk.

Aber das reicht nicht! Die Evolution erfordert, dass der Gedanke sich in rechtmäßiger Art mit dem Wort verbindet, damit in der Zukunft „das vergessene Wort der Liebe“ „das Fleisch in Wort“ verwandelt. Wie soll das gehen?

Bei der französischen Sprache besteht die stärkste Deckung zwischen Gedanke und Wort bis zu dem Grad, dass der Gedanke in Hinblick auf das Wort verschwindet, was zum Berauschen an der Phrase führt. Voltaire und der Existenzialismus Sartres sind ein Beispiel der Hilflosigkeit der Ideen. Steiner ist sicher, dass die Seele durch den Gebrauch dieser Sprache, die tot wie das Latein ist, außerordentlich korrumpiert wird.

Der englische Volkstumscharakter drückt auf den Gedanken, der unter dem Wort ist, so dass der Gedanke beim Durchdringen des Wortes einen Ausdruck außerhalb des Wortes sucht. Das Geistige wird bis zu einem gewissen Grad materialisiert, was zum Verständnis nicht des allgemein Menschlichen, sondern nur des aus dem Volkstumscharakter Erfolgenden (aus dem eigenen Erzengel) führt. Deshalb wird in England so viel Wert auf die Tradition gelegt und deshalb ist das Englische ausgesprochen geeignet, technische Dokumentationen zu beschreiben. England steht zwar auch im Zeichen des Steinbocks, aber hier ist die Geistigkeit (der Gedanke) hochgradig ahrimanisiert.

Das amerikanische Surrogat der englischen Sprache hat dazu geführt, dass  die Amerikaner die Absicht der anderen Völker, sich auf ihre Weise zu entwickeln, überhaupt nicht verstehen. Das wird am deutlichsten durch das Monster des Globalismus und der Expansion in alle Richtungen veranschaulicht. Die prophetischen Worte Steiners sind zu einer grausamen Realität geworden!

Der slawische Volkstumscharakter schiebt nach Steiner den Gedanken ins Innere zurück. Dort ist das Wort vom Gedanken getrennt und schwebt wie von ihm abgeteilt. Die Zukunft gehört dem Slawentum und im Slawentum müssen wir die Möglichkeit einer richtigen Synthese zwischen Gedanke und Wort im Menschen drin suchen. Das ist von entscheidender Bedeutung, wenn man die außerordentlich wichtigen Worte Steiners bedenkt, dass der Sinn der Einweihung darin besteht, durch die Worte zu einem inneren Erleben des Geistes zu kommen. Es darf nicht wie beim Englischen vorkommen, dass das Wort gegen den Gedanken drückt und ihn teilweise materialisiert, sondern der reine Gedanke (der Geist) soll führend gegenüber dem Wort sein, d.h. gegenüber dem ausgesprochenen und getöteten Geist. Im Augenblick seines Aussprechens ist der Geist bereits „gefesselt“. Wie ist das Problem dann zu lösen?

Es ist klar, dass wir nicht nur eine geeignete Sprache brauchen, sondern wir brauchen auch deren starke Vergeistigung. Der Meister Beinsa Douno sagte: „Die bulgarische Sprache ist die genaueste Sprache, in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes wiedergegeben werden können, denn das bulgarische Volk ist das älteste Volk der Erde“ [8].

Natürlich müssen wir differenzieren zwischen den slawischen Sprachen und dem Bulgarischen. Bei den slawischen Sprachen wird der Gedanke durch das persönliche (Innere) eingefärbt, was den Geist (die Wahrheit) „verunreinigt“ und die reine Synthese zwischen Gedanke und Wort unmöglich macht. Die bulgarische Sprache ist die geeignetste für die Wiedergabe der okkulten Gesetze, d.h. dazu, den Gedanken innen mit dem Wort zu verbinden. Aber die Sprache an sich ist keine Garantie dafür. Am Anfang werden nur einzelne Menschen die Gedanken mit dem Wort verbinden können, vielleicht jene Sieben, die den deutschen denkerischen Idealismus und die vergeistigte Rede des Bodhisattva besitzen werden. Nach seinem Wegscheiden fragte einmal Rudolf Steiner übersinnlich mit Staunen und Verwunderung Beinsa Douno: „Meister, wie können Sie so majestätische Sachen mit so einfachen Worten benennen?!“[9] Und nicht nur sprach der Bodhisattva, sondern die Worte gingen direkt in das Herz ein, denn bei ihm bestand die Synthese zwischen Gedanke und Wort. In 3000 Jahren werden die Worte direkt in den Willen eingehen und bewirken, dass das Fleisch ätherisch wird. Aber bis zu diesem Zeitpunkt haben wir noch viele Prüfungen zu bestehen, wozu wir die Hilfe noch mächtigerer Wesenheiten brauchen werden.

Der Erzengel ist die Ursache, dass wir in einem bestimmten Volk geboren werden, aber unser besonderer Platz in diesem Volk wird von den Archai nach der Mitternachtsstunde des Daseins bestimmt. Wenn man sich in seinem Erdenleben zur wahren geistigen Weltanschauung erhoben hat, wird man im Leben zwischen dem Tod und der neuen Geburt wissen, warum man an diesem Ort geboren wurde und die jeweilige Erziehung bekam, warum man an diesem Ort sein Werk vollenden musste. Auf diese Weise wird man seiner Mission gewahr, was dazu führt, dass die Archai einem in der nächsten Inkarnation eine völlig andere Rolle zuweisen werden. Das Ich eines Menschen, der durch eine Einweihung gegangen ist und das Karma der ganzen Menschheit übernommen hat, ist von der Substanz des Geistesmenschen durchzogen. Der Wille ist in Intuition verwandelt, das Ich hat seine eigenen Organe der höheren übersinnlichen Wahrnehmung aus seiner eigenen Substanz ohne die Vermittlung der drei Leiber geschaffen. Dann wird sich Christus dem Eingeweihten im höheren Devachan zeigen als die innere Sonne der Seele, als ein allumfassendes Ich des Kosmos, als Ich-Christus.

Um das Jahr 1899 herum hatte Rudolf Steiner ein solches Erlebnis und seitdem konnte der Erlöser durch Steiners höheres Ich so wirken, dass Steiner als geistiger Lehrer wirken konnte und seine leiblichen Hüllen mit dem Licht, Leben und der Liebe der inneren geistigen Sonne erfüllte. Ein solcher Mensch ist ein vollkommener Vermittler des michaelischen Willens. Michael ist der Jüngste untern den Archai, aber er ist der Mächtigste. Er ist das Antlitz Christi und eine Verkörperung von Kraft, Mut und Willen. Die Anthroposophie sagt uns, dass in die Sprache der menschliche Wille stark einfließt. Wenn der Eingeweihte den michaelischen Impuls in seinen physischen Leib aufgenommen hat, bilden Gedanke und Wille eine Einheit und man kann ihn „an seinen Werken erkennen“. Und die Worte besitzen außergewöhnliche Kraft. Sie sind nicht mit dem Persönlichen, Vergänglichen eingefärbt, sondern sie sind der Ausdruck des Heiligen Geistes, der über Christus spricht. Und trotzdem spricht der Geist durch jeden auf eine individuelle Art, denn er ist „eingefärbt“ durch die Aufopferung des Ich in Christo, die die Erscheinung der in der Seele verborgenen Liebe bewirkt. Diese Liebe ist der durch uns wirkende Christus und Er kann sogar auf den Willen der anderen einwirken, ohne ihre Freiheit zu verletzen, denn Er macht es auf die einzige rechtmäßige Art – durch die Vermittlung des Heiligen Geistes.

Wir leben in einem schicksalsträchtigen und entscheidenden Zeitalter unter der Führung Michaels. Es begann und entwickelte sich unter dem Zeichen der Fische, des Schicksals als Pflicht. Das Schicksal klopft an jede Tür, aber besonders eindringlich klopft es bei den Auserwählten, die sich zum Bewusstsein über ihr Ich erheben und zu Menschen werden müssen, die ihrer Mission gewahr werden und sich allmählich in einer Summe von Tugenden verwandeln und in die Wassermann-Ära eintreten. Indem sie sich zielgerichtet und ununterbrochen entwickeln, werden sie „seelisch wachsen, um durch die eigene Transformation vor den anderen Seelen die majestätische Schönheit des größten Versprechens vorzuführen, das je gemacht wurde: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ (Mt 28:20). Einzig der Fleisch gewordene Logos durfte das aussprechen, denn Er hinterließ mit dem Mysterium von Golgatha für immer seine Unterschrift in der Schöpfung – „Gottes Unterschrift“!
[1] In der Monographie „Die Bodhisattvas“ wurde diese Frage beantwortet.

[2] „Allgemeine okkulte Klasse“, Sofia 07.06.1933 „Das Gesetz über die Einschränkung und das Gesetz über die Freiheit“

[3] Am 26.12.2004 hat ein Erdbeben im Indischen Ozean nah der Insel Sumatra eine Tsunamiwelle ausgelöst, die mehr als 226000 Menschen getötet hat.

[4] Bojan Boev, „Die Quelle des Guten“ – „Die Kultur der Engel“

[5] John Jocelyn, „Meditations on the Signs of the Zodiac“ – „Zwillinge – der Doppelgänger“

[6] Georgi Radev, „Der Meister spricht“- „Christus“

[7] Das ist der Erzengel Raphael, wie es in einer späteren Vorlesung eröffnet wurde.

[8] „Die Schule der Großen Weißen Weltbruderschaft“, Bd.1

[9] „Der Aufgang“, Bd. 1, Erinnerung von Maria Todorova

2 Kommentare zu „Gottes Unterschrift“

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